Inklusive Jugendforschung entwickeln und erproben

Wie Jugendliche mit Behinderung bei quantitativen Befragungen stärker einbezogen werden können – das DJI legt einen Leitfaden vor

28. März 2019 -

Kinder und Jugendliche mit Behinderung haben in Deutschland ein Recht auf ein eigenständiges, selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben. Spätestens seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention vor zehn Jahren wird in politischen Parlamenten, Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe über die Realisierung dieses Rechts auf Inklusion diskutiert. Doch wie inklusiv ist eigentlich die Jugendforschung? Inwiefern haben junge Menschen mit Behinderung die Chance, sich an wissenschaftlichen Erhebungen zu beteiligen? Und wie lassen sich mögliche Barrieren abbauen?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Jugendinstituts (DJI) haben nach Antworten auf diese Fragen gesucht und legen nun einen Leitfaden für eine inklusive quantitative (Jugend-)Forschung vor. In der 76-seitigen Handreichung mit dem Titel „How to …? – Methodische Anregungen für quantitative Erhebungen mit Jugendlichen mit Behinderung“ fassen sie die Erkenntnisse aus ihrem zweijährigen Forschungsprojekt zusammen, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde.

Vorbehalte gegen Selbstauskunft von Menschen mit Behinderung überwinden

„Insbesondere im Kontext quantitativer Forschung scheint es immer noch große Vorbehalte dahingehend zu geben, dass Menschen mit Behinderung für die Teilnahme an Befragungen nicht ausreichend kompetent seien“, stellt Sandra Schütz fest, die das Projekt gemeinsam mit den beiden weiteren DJI-Mitarbeitenden Folke Brodersen und Sandra Ebner durchführte. Aufgabe inklusiver (Jugend-)Forschung sei es, angemessene Erhebungsinstrumente zu entwickeln, die den individuellen Möglichkeiten (junger) Menschen mit unterschiedlichen Formen von Behinderungen zur Beteiligung an Befragungen gerecht werden.

Am Beispiel des Forschungsthemas „Freundschaften und Peerbeziehungen von Jugendlichen mit Behinderungen“ haben die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empirische Erfahrungen mit unterschiedlichen Zugängen und Erhebungsorten, mit der sozialen Ausgestaltung von Erhebungssituationen und der Entwicklung inklusiver Erhebungsinstrumente gesammelt. Daraus haben sie generelle Fragen abgeleitet, die bei der Planung von inklusiven Erhebungen mit Jugendlichen berücksichtigt werden sollten. Unter anderem liefert eine Checkliste über relevante Entscheidungen in der Forschungsplanung einen hilfreichen Überblick.

Die Handreichung richtet sich an Forschende und Studierende, Vertreterinnen und Vertreter der Politik, aber auch an Fachkräfte in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe.

Handreichung „How to …? – Methodische Anregungen für quantitative Erhebungen mit Jugendlichen mit Behinderung“DJI-Projekt „Inklusive Methoden“
Kontakt

Dr. Sandra Schütz
Abteilung Jugend und Jugendhilfe
Tel.: 089/ 62306-306
schuetz@dji.de

Birgit Taffertshofer
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-180
taffertshofer@dji.de

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