Angela Kühner wechselt an die Internationale Hochschule München

Die promovierte Psychologin arbeitete am DJI im Bereich Frühe Hilfen

Angela Kühner; Foto: Nadine Roithmaier/DJI

06. Dezember 2017 -

Dr. Angela Kühner hat eine Professur für Soziale Arbeit an der Internationalen Hochschule (IUBH) angetreten. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Trauma, Migration und Public Health, wobei sie jeweils besonderes Augenmerk auf sozialpsychologische Dynamiken legt, wie in den beiden Monografien „Kollektive Traumata“ (2007) sowie „Trauma und kollektives Gedächtnis“ (2008).

Nach ihrer Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) bei Prof. Dr. Heiner Keupp leitete sie im Arbeitsbereich Reflexive Sozialpsychologie den Studienschwerpunkt „Beratung in psychosozialen Institutionen“, bis sie 2009 an die Goethe-Universität Frankfurt am Main in den Fachbereich Gesellschaftswissenschaften wechselte. Dort folgten eine mehrjährige Mitarbeit im Arbeitsbereich „psychoanalytische Sozialpsychologie“ und intensive Auseinandersetzung mit qualitativen Forschungsmethoden, die schließlich in die Vertretung einer Professur für qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung mündete. Der Forschungsschwerpunkt in diesem Kontext lag auf „strong reflexivity“, d.h. dem Erkenntnisgewinn durch Subjektivität und Reflexivität im Forschungsprozess.

An das DJI kam die promovierte Psychologin 2015 als wissenschaftliche Referentin in der Fachgruppe Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Im Team Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen arbeitete sie vor allem zu Strategien und Empfehlungen für die Arbeit mit Familien, die – z.B. durch Sprachbarrieren – als „hard to reach“ gelten (sogenannten migrations- und diversitätsbewussten Angeboten). Mit großem Engagement hat sie sich zusammen mit Mareike Paulus für das Thema „Frühe Hilfen mit geflüchteten Familien“ eingesetzt. Die Mitarbeit an Publikationen, der Vorbereitung eines EU-Antrags und einer Fachtagung zum Thema setzt sie derzeit neben der Professur noch fort.

Neben der Tätigkeit am DJI arbeitete sie noch an zwei in Frankfurt begonnenen Forschungsprojekten der Deutschen Stiftung Friedensforschung (Afghan Youth Project) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Das Projekt der GIZ zu „staff care“ bei Mitarbeitern von NGOs, die mit Geflüchteten in den syrischen Nachbarregionen arbeiten, läuft aktuell noch weiter. Aus dieser parallelen Auseinandersetzung mit „Hilfe“ und „helfenden Beziehungen“ unter Extrembedingungen ergaben sich zahlreiche konstruktive Anknüpfungspunkte an die Tätigkeit im DJI und die Hilfeforschung im Allgemeinen.