Die Coronavirus-Pandemie hat unsere Gesellschaft im Frühling 2020 vollkommen unvorbereitet getroffen und stellte das Familienleben von heute auf morgen auf den Kopf: Kindergarten- und Schulschließungen für die Kinder, Homeoffice für die Eltern und mangelnder Zugang zu Freizeitangeboten führten zu einer Auflösung bestehender Routinen im Tagesablauf von Eltern und Kindern. Für Kinder entfiel der gewohnte Tagesablauf, der Kontakt zu Gleichaltrigen war extrem eingeschränkt und vor allem ältere Kinder und Jugendliche hatten kaum die Möglichkeit, die für die persönliche Entwicklung wichtigen Freiräume jenseits des familialen Wohnumfeldes zu nutzen. Für Eltern stellte diese Situation nicht nur besondere Anforderungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sie mussten zusätzlich die Aufgaben der Erzieher/innen und Lehrer/innen übernehmen.

Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Jugendinstitut mit der Studie „Kind sein in Zeiten von Corona: Situation von Kindern während des Lockdowns im Frühjahr 2020“ untersucht, wie Eltern und Kinder im Alter von drei bis 15 Jahren die Corona-Krise erleben und bewältigen. Im Frühjahr 2020 konnten mit einer Onlinebefragung über 12.600 Eltern erreicht werden, die über ihre Situation und den veränderten Alltag ihrer Kinder Auskunft gaben. Ergänzend wurde eine qualitative Interviewstudie mit 21 Familien durchgeführt, in der die Eltern und vor allem auch die Kinder von ihren Erfahrungen berichteten.

Mit der aktuellen Studie „Kind sein in Zeiten von Corona: Kinder und Eltern in herausfordernden Lebenslagen“ wird die Lebenssituation von Familien genauer in den Blick genommen, die in ihrem Alltag besondere Herausforderungen zu bewältigen haben. Für Familien, die eine beengte Wohnsituation haben, für Kinder mit besonderem Förderbedarf oder alleinerziehende Eltern sind z.B. Schul- und Kitaschließungen besonders belastend. Um diese Situationen genauer in den Blick zu nehmen, werden aufbauend auf der qualitativen Studie im Frühjahr 2020 Interviews mit Eltern und Kindern geführt.

Kontakt

+49 89 62306-592
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

Mehr zum Projekt