| Die Ausgangslage |
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| In der Öffentlichkeit wird das Internet längst als Medium der Zukunft diskutiert und eine Qualifizierung
der Kinder und Jugendlichen wird vor allem von Politik und Wirtschaft gefordert. So sollen nach Aussagen der Ministerin
für Bildung und Wissenschaft, Edelgard Bulmahn, Ende 2001 alle Schulen online sein, und bis 2006 soll jeder
Schüler seinen eigenen Laptop besitzen (vgl. Süddeutsche Zeitung Nr. 183, vom 10.8.2000). Neben den Schulen
sollen auch die öffentlichen Bibliotheken ans Netz. Mit dieser Aktion will die Ministerin „Spaltung der Gesellschaft
in Angeschlossene und Ausgeschlossene vermeiden" (Süddeutsche Zeitung Nr. 182, vom 9.8.2000). Weniger
öffentliche Aufmerksamkeit genießen bislang die Kindertagesstätten, Horte und Freizeitstätten,
die von einem Teil der Kinder regelmäßig nach der Schule besucht werden. Weil Kinder ihre Medien-, Computer-
und neuerdings auch Internetkompetenzen überwiegend in ihrer freien Zeit außerhalb der Schule erwerben,
ist es unter dem Aspekt der Chancengleichheit besonders wichtig, dass sich auch diese Einrichtungen mit dem medienpädagogischen
und bildungsrelevanten Einsatz des Internet befassen, dessen kommunikativen und unterhaltenden Aspekte in der Freizeit
nicht zu vergessen sind. Dass auf dem Weg zur Etablierung des neuen Mediums neben finanziellen und technischen
Ressourcen auch kompetente Pädagogen erforderlich sind, die sich mit dem Nutzen und den Gefahren der Internetnutzung
durch Kinder auseinandersetzen und selbst mit dem Internet umgehen können, liegt auf der Hand. |
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| Während sich das Webangebot für Kinder etwa seit 1997 rapide ausgeweitet hat und sich im Jahr 2000 sogar
als Geschäftszweig einiger Websitebetreiber etablieren ließ, zeichnete sich bereits bei der telefonischen
Vorrecherche im Jahre 1999 ab, dass sich das Thema „Kinder im Internet" zum Befragungszeitpunkt noch im pädagogischen
Meinungsbildungsprozess befinden würde. Aus der vermeintlichen Perspektive der Kinder glaubten die einen,
das Internet sei zu schwierig für Kinder, die anderen, das Internet sei nur für eine kleine Minderheit
von Interesse. Aus der Verbandsperspektive wiederum glaubten die einen, das Internet sei bei ihnen pädagogisch
nicht durchsetzbar, die anderen, die jungen Leute vor Ort wären bestimmt am Thema dran und man wüsste
selbst gerne mehr zum Stand der Dinge. Obwohl damals viele das Internet selbst noch nicht gesehen hatten, was angesichts
seiner Verbreitung nicht erstaunlich war, war man sich unter dem Druck der öffentlichen Diskussion doch sicher,
dass das Internet – wie vormals der Computer – „im Kommen ist" und weder vor dem Alter der Kinder noch vor
den außerschulischen Betreuungsinstitutionen Halt machen würde. Mit welcher Geschwindigkeit der Integrationsprozess
der Jüngsten ablaufen würde, ahnte niemand. Dies ist zu berücksichtigen, wenn man die Befragungsergebnisse
rezipiert. Trotz aller Dynamik, die das Internet entfaltet: „Kinder im Internet" sind auch heute noch keine
Alltäglichkeit. Aber hin und wieder beschäftigt sich ein Teil von ihnen mit ihm damit und sehr viel mehr
würden dies tun, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten. |
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| Fragestellung und Datenbasis |
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| Das Projekt „Internet – außerschulische Lernangebote für Kinder und Jugendliche bis zum 14. Lebensjahr"
führte 1999 bei den Landesjugendämtern und im Frühjahr 2000 bei den freien Wohlfahrtsverbänden,
Filmdiensten und Bildstellen, Medienanstalten und Medienzentren auf Bundes- und Länderebene eine schriftliche
Befragung zu ihren laufenden und geplanten außerschulischen Aktivitäten im Bereich Kinder und Internet
durch. Ziel war es, zu recherchieren |
- ob und mit welcher Zielsetzung in Freizeiteinrichtungen und außerschulischen Betreuungsinstitutionen
Internetprojekte mit Kindern bis zum 14. Lebensjahr durchgeführt werden;
- ob und welche Art von Informations- und Beratungsmaterialien für Kinder, Pädagogen oder Eltern bereitgestellt
werden;
- ob und welche Fortbildungen für Fachpublika oder andere Interessierte zum Thema Internet angeboten werden;
- ob und wie Fragen des Kinder- und Jugendschutzes im Kontext der Internetnutzung von Kindern aufgegriffen werden;
- ob eine gegebenenfalls vorhandene Homepage zur direkten Information von Kindern oder Kommunikation mit Kindern
genutzt wird.
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| Eine Befragung an der Fachbasis konnte aufgrund der Vielzahl der potenziell zu befragenden Einrichtungen nicht
durchgeführt werden. Auch eine Internetrecherche versprach zum Planungszeitpunkt der Befragung wenig Erfolg,
da Server und Websites im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe noch nicht in ausreichendem Umfang etabliert waren.
Aufgrund der Tatsache, dass Internetprojekte einerseits mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden sind und
andererseits neue Medien in Betreuungsinstitutionen ohne vorangehende pädagogische Diskussion nicht zu etablieren
sind, wurde unterstellt, dass Trägerverbände, Behörden und einschlägige mit Medien befasste
Organisationen hinreichend über die Aktivitäten und Pläne vor Ort informiert sind. Die Befragung
wurde demnach auf die genannte institutionelle Ebene beschränkt. Daraus folgt, dass die Ergebnisdarstellung
ausschließlich auf den eingegangenen Daten beruht. Ergänzungen um Internetprojekte mit Kindern aus anderen
Quellen, insbesondere in kommunalen Räumen oder Projektverbundsystemen, wurden nicht vorgenommen. |
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| Von 239 angeschriebenen Institutionen nahmen 140 (59%) an der Befragung teil. 84 Adressaten sandten den Fragebogen
ausgefüllt zurück, 56 meldeten sich per Brief, Fax, E-Mail oder Telefon. Einige der angeschriebenen Bundes-
bzw. Landesverbände leiteten Fragebogen an ihre Mitglieder zur Beantwortung weiter; dadurch gingen weitere
19 Antworten ein. Schließlich lagen 159 Rückmeldungen vor. Eine erste Sichtung ergab, dass mehr als
die Hälfte der Fragebogen (51%) ausschließlich negativ beantwortet waren. Diese Institutionen hatten
entweder selbst keinerlei Aktivitäten zum Thema Internet durchgeführt bzw. projektiert oder aufgrund
der Verbandsstruktur keinen Überblick, ob sich ihre Mitglieder vor Ort für die Arbeit mit dem Internet
engagierten. Die Auswertung zu den Internetmaßnahmen im Betreuungs- und Freizeitbereich der Kinder stützte
sich letztlich auf 78 Rückmeldungen, die Auskunft zu mindestens einer der Fragen enthielten. |
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| Internetprojekte für
Kinder und ihre Schwerpunkte |
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| „Führen Sie zur Zeit Internet-Projekte bzw. Internet- Modellprojekte mit Kindern bis zum 14. Lebensjahr im
außerschulischen Bereich durch? Oder planen Sie solche?" Diese Frage wurde von 21 Institutionen positiv
beantwortet. Insgesamt wurden Angaben zu 23 laufenden und 15 geplanten Internetprojekten gemacht. Die inhaltlichen
Schwerpunkte lagen – dies ist aufgrund des neuen Mediums wenig erstaunlich – auf den Einsteigerkursen. Angeboten
wurden: |
- Einführungskurse zum Umgang mit dem Internet (Internetführerschein),
- Kurse zur Recherche im World Wide Web,
- Übungen zur Erstellung und Gestaltung von Homepages,
- Einweisungen in die E-Mail-Kommunikation.
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http://www.maus-cafe.de
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| So führt zum Beispiel die „Internetwerkstatt Netti", die zum Verband für sozial-kulturelle Arbeit,
Berlin gehört, ein Projekt zur Erstellung von Homepages und zur grafischen Gestaltung von Chaträumen
durch (http://www.netti-berlin.de). „Schwer auf Draht", das offene Internetcafé der Ruhrwerkstatt Oberhausen,
bietet regelmäßige Einführungs- und Recherchekurse für Kinder und Schulklassen an (http://www.maus-cafe.de).
Projekte, die über einführende Kurse hinausgehen und sich besonderen Themen widmen, wurden ebenfalls
genannt: „Em@il für Dich" ist ein Projekt des Landesjugendwerks der Arbeiterwohlfahrt, Landesverband
Bayern e.V., in dem Kinder per E-Mail mit Politikern über staatbürgerliche Inhalte kommunizieren (http://www.projekt-email-fuer-dich.de).
Der Jugendserver Spinnenwerk des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit, Berlin wird unter Mitarbeit von Kindern
und Jugendlichen gestaltet; er bietet für Kinder kommunale Informationen über Berlin an (http://www.spinnenwerk.de).
Im „Comic-Workshop" der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksverband Mittelrhein e.V., entwerfen Kinder Comics, die im
Internet veröffentlicht werden sollen. |
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| Die Zielgruppen der Internetprojekte sind Kinder und Jugendliche, wobei jugendorientierte und altersübergreifende
Angebote dominieren. Die Mehrzahl der Projekte (20) richtet sich an ältere Kinder ab zwölf Jahren und
Jugendliche. Einige Angebote (10) sind für Kinder im Alter ab etwa neun Jahren gedacht, und nur zwei wenden
sich explizit an jüngere Kinder unter neun Jahren. Letztere werden vom Caritasverband Friedrichsthal Saarland
zum „Spielen und Surfen" im Internet sowie als „Schnuppertage" durchgeführt (jeweils ohne URL).
Bei einigen Projekten fällt die große Altersspanne der Zielgruppe auf: Drei Einführungskurse mit
unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden (Internetführerschein A, B und C) werden für 9- bis 21-Jährige
angeboten, und ein Projekt zur sinnvollen und kreativen Freizeitgestaltung ist für Kinder und Jugendliche
von 10-27 Jahren konzipiert. Ob hier mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemeinsam oder in verschiedenen
Altersgruppen gearbeitet wird, geht aus den Antworten nicht hervor. Zu zwei Projekten wurden keine Angaben zur
Zielgruppe gemacht. |
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http://members.nbci.com/luecke/index.html
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| Da der Erwerb von Interneterfahrungen bei Kindern von Zugangschancen mitbestimmt wird, wurde nach Zielgruppen differenzierenden
Angeboten für Kinder gefragt: Über sechs geschlechtsspezifische Projekte wurde berichtet. Projekte ausschließlich
für Mädchen sind: „Homepage einer Mädchengruppe" des Landesjugendrings Saar, „Mädchen
im Internet" des Caritasverbands Saarbrücken, dem gleichnamigen Projekt des Landesjugendamts Bremen sowie
dem ebenfalls dort angesiedelten Projekt „Girls going Online" (http://members.nbci.com/luecke/index.html).
Die beiden anderen Initiativen, das offene Internetcafé „Schwer auf Draht" (Ruhrwerkstatt Oberhausen
http://www.maus-cafe.de) und der Einführungskurs „Kinderclick" (Caritasverband Saarbrücken; ohne
URL) wenden sich sowohl an Mädchen als auch an Jungen, bieten aber nach Geschlecht getrennte Kurse an. Vier
Internetprojekte richten sich an sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche: „Internet für Aussiedler"
wird von der Landesbildstelle Baden und „Integration via Internet von benachteiligten Kindern und Jugendlichen"
vom Diakonischen Werk Greifswald durchgeführt. Das bereits erwähnte Projekt „Mädchen im Internet"
des Caritasverbands Saarbrücken ist ebenfalls im sozialen Brennpunkt angesiedelt (alle ohne eigene URL). Ein
Projekt zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen durch Internetnutzung für benachteiligte Kinder und Jugendliche
des Landesjugendamts Westfalen-Lippe befindet sich im Planungsstadium. |
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| Gefragt wurde auch, ob die Institutionen andere empfehlenswerte Projekte kennen, die in ihrem regionalen Zuständigkeitsbereich
oder Wirkungskreis liegen. Als Antwort wurden 28 mehr oder weniger präzise Hinweise gegeben. Vielfach wurden
Landesjugendserver und Internetcafés in Jugendeinrichtungen angeführt oder einzelne Teilnehmer an der
Initiative „Schule ans Netz" genannt. Die Landesanstalt für privaten Rundfunk Hessen fügte dem Fragebogen
ihren Medienpädagogischen Atlas Hessen bei, ein Verzeichnis aller hessischen medienpädagogischen Aktivitäten,
in dem auch Internetprojekte für Kinder und Jugendliche aufgelistet sind. In Mecklenburg-Vorpommern kann man
sich beim Jugendserver „Good Stuff" des Landesjugendrings über Projekte (jugend.inmv.de) informieren
und in Sachsen bei der Initiative „Jugend ans Netz" der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten. |
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| Vertrieb von Informations- und Beratungsmaterialien |
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| Von den befragten Institutionen gaben 21 an, Materialien für Kinder, Eltern und Pädagogen bereitzustellen.
Publiziert werden Broschüren, Videokassetten, CD-ROMS. Auch eine Datenbank, in der via Internet recherchiert
werden kann, befindet sich darunter. Von den verschiedenen Angeboten waren 26 bereits fertig gestellt, zehn weitere
befanden sich im Planungsstadium. Das Themenspektrum umfasst Einführungen und Informationen zum Internet,
Internet in der Schule, Vermittlung von Medienkompetenz und Kinder- und Jugendschutz. Während sich die Einführungsmaterialien
zum Surfen im Netz vor allem an Kinder und Jugendliche richten, werden die Themen Medienkompetenz, Internet und
Schule sowie Kinder- und Jugendschutz im Internet vorwiegend für Pädagogen und Eltern aufbereitet. Die
Materialien werden größtenteils von den Landesfilmdiensten und Landesbildstellen zum Ausleihen angeboten,
teilweise können sie über das Internet eingesehen und ausgedruckt oder direkt bei den Verbänden
angefordert werden. Die in der Befragung angegebenen Materialien sind im Folgenden aufgelistet. Keine Berücksichtigung
fanden Materialien, die sich an Jugendliche und junge Erwachsene wenden, allgemein und schulbezogen sind oder Offline-Computerspiele
thematisieren. |
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| Tabelle 1: Informations- und Beratungsmaterialien zur Internetnutzung |
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Material
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Zielgruppe
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Bezug
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| Einführung ins Internet |
| Internet Maus |
Kinder |
Medienladen Saar
Halbergstr. 3
D-66121 Saarbrücken |
| In 80 Sekunden um die Welt |
alle |
| Datenbank: ausleihbare Medien |
alle |
Landesfilmdienst Schleswig-Holstein e.V.
Thormannplatz 20-22
D-24768 Rendsburg
http://www.landesfilmdienste.de |
| Kinder ans Netz |
Pädagogen Eltern |
Staatliche Landesbildstelle Südbayern
Am Stadtpark 20
D-81243 München
www.isb.bayern.de |
| Einführung ins Internet |
alle |
Landesbildstelle Baden
Raststatterstr. 25
D-76199 Karlsruhe |
| Ergänzungsmaterial zum Projekt „Einführungskurs ins Internet" |
Kinder Eltern |
Ruhrwerkstatt e.V.
Akazienstr. 107
D-46045 Oberhausen |
| Akte i - die unheimlichen Fälle des WWW |
alle |
Naturfreundejugend Bremen
Buchtstr. 14/15
D-28195 Bremen
http://www.jugendinfo.de/akte-i/ |
| „Girls going Internet" Projekt-Dokumentation |
Pädagogen |
Senator für Frauen, Gesundheit, Jugend, Soziales und Umweltschutz
Bereich Gesundheit, Jugend und Soziales
Bahnhofsplatz 29
D-28195 Bremen |
| geplant: Kleine Kids am PC |
18 Monate
bis 6 Jahre |
Landesverband der Arbeiterwohlfahrt Saarland e.V.
Hohenzollernstr. 45
D-66117 Saarbrücken |
| geplant: Wie gehe ich mit dem Internet um! |
bis 16 Jahre |
Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Wismar e.V.
Erich-Weinert-Promenade 2
D-23966 Wismar |
| geplant: Was ist das Internet! |
bis 10 Jahre |
| geplant: Kids und Bits |
Kinder |
Landesmedienanstalt Saarland
Karcherstr. 4
D-66111 Saarbrücken |
| geplant: CD-ROM Kids online |
6 bis 10 Jahre |
Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht
Postfach 1261
D-82031 Grünwald
http://www.fwu.de/fwu/index.html |
| Kinder- und Jugendschutz im Internet |
| Internet und Jugendschutz |
Pädagogen
Eltern |
Staatliche Landesbildstelle Südbayern
Am Stadtpark 20
D-81243 München
http://www.isb.bayern.de/isb/download.aspx?DownloadFileID=80625bec72d2ffc39cbec6ae9602edac |
| Neue Medien im Kinder- und Jugendschutz |
Pädagogen |
Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung
Postfach 2964
D-55019 Mainz |
| Pin-ups, Pornos, Politchaoten |
Pädagogen |
Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen
Leisewitzstr. 26
D-30175 Hannover |
| Internet und Jugendschutz Info-Dienst |
Pädagogen |
| geplant: Empfehlungen für Internetcafés |
Pädagogen |
| anything.goes@internet |
Pädagogen
Eltern |
Aktion Kinder- und Jugendschutz
Landesarbeitsstelle Brandenburg e.V.
Schlossplatz 2
D-16515 Oranienburg |
| Jugendgefährdende Inhalte im Netz - zwischen technischen Schutzlösungen
und pädagogischem Alltag |
Pädagogen
Eltern |
| geplant: Sicheres Surfen |
Eltern |
Landesmedienanstalt Saarland
Karcherstr. 4
D-66111 Saarbrücken |
| Medienkompetenz, allgemein |
| Kind und Computer. Materialien für Fortbildungsreferenten auf Elternabenden |
Pädagogen |
Staatliche Landesbildstelle Südbayern
Am Stadtpark 20
D-81243 München
www.isb.bayern.de |
| Medien Total: Förderung von Medienkompetenz |
Pädagogen |
Aktion Kinder- und Jugendschutz
Landesarbeitsstelle Brandenburg e.V.
Schlossplatz 2
D-16515 Oranienburg |
| Medienerziehung in Kindertagesstätten I und II |
Pädagogen |
Aktion Jugendschutz Sachsen e.V.
A.-Köhler-Str. 91
D-09122 Chemnitz |
| Medienkompetenz |
Pädagogen |
Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Von-Flotow-Str.7
D-19059 Schwerin |
| Grundbaukasten Medienkompetenz |
alle |
Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen
Willi-Becker-Allee 10
D-40227 Düsseldorf
http://www.mekonet.de |
| CD-ROM Teleworld (Medienpädagogik) |
Schüler |
Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht
Postfach 1261
D-82026 Grünwald
http://www.fwu.de/fwu/index.html |
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| Quelle: DJI-Projekt „Internet – außerschulische Lernangebote", Befragung
1999/2000 |
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| Das Fortbildungs- und Tagungsangebot |
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| Tagungen und Fortbildungen zum Thema Internet für Fachpublika sowie Interessierte wurden von 39 Institutionen
bzw. Verbänden angeboten. Von Anfang 1999 bis Mitte 2000 waren insgesamt 62 Veranstaltungen geplant oder durchgeführt
worden. Etwa ein Viertel von ihnen erreichte durch Wiederholungstermine ein breiteres Publikum oder gewann durch
Regelmäßigkeit an Intensität. Auf den Veranstaltungen wurde Grundlagenwissen vermittelt, in das
Medium Internet eingeführt, über Kinder- und Jugendschutz, Medienerziehung und Medienkompetenz diskutiert
sowie über Vernetzungsmöglichkeiten von Initiativen aufgeklärt. |
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| Alle Fortbildungen, Workshops und Tagungen sind nach Zielgruppen spezifiziert. Angebote für Kinder, Jugendliche
und Eltern sind eher selten und bleiben auf Einführungsseminare („Surfen lernen", „Internet für
Einsteiger") beschränkt. Für Erzieher/-innen und Leiter/-innen von Kindertagesstätten und Horten
werden darüber hinaus Seminare zur Medienerziehung, über Internet in der Tageseinrichtung oder zum Einsatz
von PCs in der Kindergruppe durchgeführt. Lehrkräften wird Schulspezifisches angeboten wie z.B. der Nutzen
des Internet für Schule und Freizeit sowie Websites zu einzelnen Schulfächern, Informationen zu Multimedia-
und Internetanwendungen in der Schule oder Medienpädagogik im Unterricht. Die Einführung zum „Deutschen
Bildungsserver" mit seinen Vernetzungsmöglichkeiten (Institut für Film und Bild in Wissenschaft
und Unterricht, FWU) sowie der „Runde Tisch Medienkompetenz" (Landesmedienanstalt Saarland), der sich u.a.
mit Internetprojekten befasst, waren Angebote sowohl für Lehrer und Mitarbeiter einzelner Einrichtungen als
auch für die Länderbeauftragten. Der Schwerpunkt bei den Veranstaltungen der Landesjugendämter liegt
auf dem Kinder- und Jugendschutz, einer ihrer primären Aufgaben. |
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| Initiativen zum Kinder- und Jugendschutz |
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| Der Kinder- und Jugendschutz ist für weitaus mehr Trägerverbände relevant als die Auswertungsergebnisse
zur Frage „Bearbeiten sie Fragen des Kinder- und Jugendschutzes im Zusammenhang mit der Internet-Nutzung durch
Kinder?" wiedergeben. Bereits beim Vertrieb von Materialien und der Durchführung von Veranstaltungen
wurden Kinder- und Jugendschutzaspekte als Inhalte genannt. Zudem führten einige Institutionen an, dass der
Kinder- und Jugendschutz zu ihrer täglichen Arbeit gehört, indem z.B. Datenschutzprobleme direkt beim
Chatten mit den Kindern und Jugendlichen besprochen werden. Neben den Landesjugendämtern, die mit der Zentralstelle
der Länder für Jugendschutz in Mediendiensten „jugendschutz.net" zusammenarbeiten, beschäftigen
sich nach den Auswertungsergebnissen weitere 15 Institutionen speziell mit Fragen des Kinder- und Jugendschutzes
im Internet oder sehen darin eines ihrer zukünftigen Aufgabengebiete. Aufklärung über jugendgefährdenden
Inhalte, wie Pornografie, Rechtsradikalismus und Gewaltdarstellungen, ist einer der wesentlichen Schwerpunkte,
unabhängig davon, ob die Schutzmaßnahmen auf Kinder und Jugendliche oder Eltern und Pädagogen zielen.
Damit im Zusammenhang stehen die Informationsangebote zu Filtersoftware und Datenschutz für Eltern und Pädagogen.
Den Werbeformen im Internet widmen zwei Trägerverbände Aufmerksamkeit. |
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| Die Homepages der Institutionen |
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| Die Frage „Enthält ihre Homepage eine Rubrik ‚Kinder‘ bzw. ‚Kinder und Jugendliche‘ oder Links für Kinder?"
zielte darauf festzustellen, ob das Internet von den Institutionen und Verbänden der außerschulischen
Kinderbetreuung auch als interaktives Medium zur Kommunikation mit Kindern genutzt wird. Die eigene Homepage –
so zeigen die Ergebnisse – wird zunehmend selbstverständlich, die Rubrik „Kinder" bzw. „Kinder und Jugendliche"
ist allerdings nur auf 20 von 46 Websites platziert. Die Inhalte in den Kinder-Jugend-Rubriken richten sich wiederum
bei mehr als der Hälfte (11) an Erwachsene, d.h. sie sind für die Öffentlichkeitsarbeit konzipiert.
Nur auf neun Homepages werden Kinder und Jugendliche direkt angesprochen. Ziel ist es, Kinder einerseits über
das eigene Angebot zu informieren und ihnen andererseits eine Plattform für erste Ausflüge ins Netz zu
bieten (Navigationshilfe). |
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Von www.hamburg.de/familie/
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| Neben Links zu ausgewählten Websites werden Kindern Spiele, Galerien, Foren, Gästebücher, regionale
Veranstaltungs- und Freizeittipps, Kinderstadtpläne und teilweise sogar Beratungsdienste online angeboten.
Ein Beispiel für die psychologische und sozialpädagogische Onlineberatung von Kindern findet sich auf
der Website http://www.beratung.das-berlin.de, die von der Lebenshilfe Berlin/Brandenburg gemeinsam mit anderen
Vereinen betrieben wird. Nachstehend sind die in den Fragenbogen angegebenen Websites zusammengestellt, die unter
anderem auch Angebote für Kinder enthalten: |
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| Tabelle 2: Homepages der befragten Institutionen mit Angeboten für Kinder (nach eigenen
Angaben) |
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Anbieter
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Kinderangebote
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URL-Adresse
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| Landesbildstelle Baden |
Links |
www.lmz-bw.de |
| Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V. Berlin |
Links,
kommunale Informationen |
http://www.spinnenwerk.de |
| Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Wismar e.V. |
Angebote für Kinder geplant |
www.awo-mv.de/wismar
index.htm |
| Badisches Jugendrotkreuz |
Spiele, Forum |
http://www.jrk-baden.de |
| Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. |
Links,
kommunale Informationen |
http://jugend.inmv.de |
| Beratung und Lebenshilfe e.V. Berlin |
Onlineberatung |
www.lebenshilfe-berlin.de |
| Ruhrwerkstatt e.V. Oberhausen |
spezielle Website,
Links, Spiele, Galerie |
http://www.maus-cafe.de |
| Bundesverband Jugend und Film e.V. Frankfurt/M. |
Links,
Verleihkatalog mit Filmen |
http://www.bjf.bkj.de |
| Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung des Amt für Jugend, Hamburg |
spezielle Website,
Links, Stadtplan, Bücher |
http://www.hamburg.de/Behoerden/
bsjb/ JIZ/kinder.html |
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| Quelle: DJI-Projekt „Internet – außerschulische Lernangebote", Befragung
1999/2000 |
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| Hürden der Internetpädagogik
mit Kindern |
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| Im Fragebogen gab es schließlich die Möglichkeit, Anmerkungen und Mitteilungen offen zu formulieren.
Häufig wurde von den freien Wohlfahrtsverbänden darauf hingewiesen, dass es in den angeschlossenen Einrichtungen
durchaus Projekte und Aktivitäten mit Computer und Internet gäbe, genauere Angaben könnten jedoch
nicht gemacht werden. Verbände, Vereine oder Institutionen, die keine Aktivitäten zum Internet durchführen,
wurden in der Auswertung nicht berücksichtigt. Im Anmerkungsteil des Fragebogens erklärten viele von
ihnen, dass durchaus Interesse am Thema bestünde, jedoch Informations- und Schulungsdefizite der Mitarbeiter
und die enormen Finanzierungsprobleme bei Medienprojekten ein Hindernis für die Arbeit mit dem Internet darstellten.
Einige Aussagen: |
- „Das Thema Internet findet gerade erst seinen Schwerpunkt in unserem Verband und soll in Zukunft weiter ausgebaut
werden."
- „Für die Zukunft planen wir den Bereich ‚Internet bzw. Computer‘ in Kindertageseinrichtungen auszubauen."
- „Bei den Trägern der Jugendhilfe besteht Interesse an der Durchführung von Internetprojekten, bisher
- „Zur Zeit sind die Zugangsvoraussetzungen für ein Internetcafé noch nicht geschaffen, da erst noch
- „Es fehlt bei uns an Angeboten zur Schulung hauptamtlicher MitarbeiterInnen/SozialarbeiterInnen im Bereich
Internet und Kinder/Mädchen."
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| |
| Weitere Hinweise wurden auf Websites gegeben, wie z.B. http://www.schulweb.de, http://www.jugendnetz.de, http://www.jugendarbeitsnetz.de.
Neben den Hinweisen auf andere multimediale Offlinevorhaben und dem häufig jugendbezogenen Antwortverhalten
der Befragten verdeutlichen diese Angaben, dass – zumindest zum Befragungszeitpunkt – bei der Nutzung des Mediums
Internet eher Schule und Jugendarbeit als Kinder im Fokus der Aufmerksamkeit standen. |
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| Zusammenfassung |
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| Obwohl das Internet noch ein relativ junges Medium ist, wird doch seine potenzielle Tragweite für die Einrichtungen
der Kinderbetreuung und Freizeitgestaltung mit Kindern etwa ab dem Grundschulalter erkannt. Knapp die Hälfte
der befragten Institutionen war auf diesem medienpädagogischen Gebiet in irgendeiner Art und Weise aktiv.
Die befragten Wohlfahrtsverbände und Organisationen der Medienarbeit auf Bundes- und Landesebene konzentrierten
sich auf ihr traditionelles Terrain, nämlich auf die Bereitstellung von Informationsmaterialien und die Durchführung
von Tagungen und Fortbildungen, die sich zum Befragungszeitpunkt einerseits um den Kinder- und Jugendschutz und
andererseits um Einführungsveranstaltungen zum Internet gruppierten. Dennoch fällt auf, dass das Internet
in der Kinder- und Jugendarbeit je nach Bundesland unterschiedliches Gewicht hat. Dieser Eindruck könnte durch
ein ausführliches, jedoch unterschiedliches Antwortverhalten entstanden sein. Möglicherweise ist es aber
auch auf aktuelle medienpädagogische Initiativen in den Bundesländern oder auf den unterschiedlichen
Stand der infrastrukturellen Vernetzung von Internetangeboten auf den Servern von Kommunen oder Ländern zurückzuführen. |
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| Internetprojekte für Kinder bis zum 14. Lebensjahr wurden eher selten genannt. Wenn, dann werden Kinder vorwiegend
in den Umgang mit dem Medium eingeführt. Nur vereinzelt wird das Internet für die Darstellung eigener
Themen und Belange oder zur Kommunikation mit anderen Kindergruppen genutzt. Ebenso selten sind bislang Projekte,
die auf die besonderen Bedürfnisse sozial benachteiligter Kinder oder den Zugang speziell von Mädchen
zu neuen Technologien reflektieren. Da der Umgang mit dem Internet in außerschulischen Einrichtungen noch
zum Feld pädagogischen Expertenwissens zu zählen ist, sind es vermutlich einzelne ambitionierte Einrichtungen
bzw. Mitarbeiter/-innen, die Internetprojekte mit Kindern durchführen. |
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| Die Internetauftritte der befragten Institutionen befinden sich überwiegend in der Aufbau- oder Experimentierphase.
Erst in geringem Umfang werden die Homepages als Informationsbörsen für das erwachsene Zielgruppenpublikum
genutzt. Noch seltener sind Informationen, die aus der Arbeitsperspektive der Organisationen und Institutionen
für Kinder und Jugendliche relevant sein könnten. Kontakte zu Kindern und Jugendlichen über eine
Homepage aufzubauen und zu halten ist sicherlich eine Frage der personellen Ressourcen. Vor dem Hintergrund der
Diskussion zur Partizipation von Kindern in öffentlichen Räumen, zu denen auch der virtuelle Raum gehört,
könnten jedoch – nach der Bewältigung der Schwierigkeiten mit dem Start ins Internet – neue Initiativen
bedacht werden. |
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| Wir danken den an der Befragung beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Institutionen für
ihre Auskunftsbereitschaft. Um einen kleinen Beitrag zur Erleichterung der Beschaffung und zum Austausch von pädagogischen
Informationen zu leisten, planen wir eine Datenbank „Internetprojekte für Kinder", die ab Sommer 2001
auf dieser Homepage zu erreichen sein wird. |
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| Literatur: Internetprojekte mit
Kindern |
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| Amt für Jugendarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (Hrsg.): Interkids – Kinder und
Computer Internetional. Projekt-Dokumentation. Nürnberg 1999 |
| |
| Anfang, Günther / Hedrich, Andreas/Palme, Hans-Jürgen (Hrsg.): Hauptsache Interaktiv. Ein Fall
für die Medienpädagogik. München 1997 |
| |
| Baacke, Dieter / Lauffer, Jürgen/Thomsen, Maja (Hrsg.): Ins Netz gegangen. Internet in der außerschulischen
Pädagogik. Schriften zur Medienpädagogik 29 (GMK). Bielefeld 1999 |
| |
| Glaap, Dieter / Ertelt, Jürgen (Hrsg.): Konnekt das Medienpaket. Buch und CD-ROM. Remscheid 1999 |
| |
| GMK-Rundbrief: Netzwärts – Multimedia und Internet. Neue Perspektiven für Kinder und Jugendliche.
Bielefeld 1997 |
| |
| Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (Hrsg.): Medienpädagogischer Atlas Hessen. Verzeichnis
medienpädagogischer Aktivitäten und Projekte in Hessen. München 1998 |
| |
| Landesjugendamt der bayerischen Arbeiterwohlfahrt (Hrsg.): Em@il für Dich! Kids fragen, PolitikerInnen
antworten – per Email. Projekt-Dokumentation. München 2000 |
| |
| Moser, Sonja / Dreyer, Klaus (Hrsg.): Brieftauben im Internet. Kinder- und Jugendprojekte rund ums Internet.
München 1999 |
| |
| Moser, Sonja / Dreyer, Klaus (Hrsg.): Schätze im Netz. Kinder- und Jugendprojekte rund ums Internet.
München 2000 |
| |
| Pädagogische Projekte im Cyberspace. In: Diskurs 1/2000. Themenschwerpunkt: Netkids - Kinder im virtuellen
Raum, S. 44 - 50 |
| |
| SIN-Studio im Netz (Hrsg.): Dokumentation des Ersten Gautinger Internet-Treffen. Thema: Jugendschutz. München
2000 |
| |
| Zacharias, Wolfgang (Hrsg.): Interaktiv. Medienökologie zwischen Sinnenreich und Cyberspace. Neue multimediale
Spiel- und Lernumwelten für Kinder und Jugendliche. München 2000 |
| |
|
|
| |
|
© Deutsches Jugendinstitut e.V. 2000-2005
|