PRESSEINFORMATION

22.04.2002

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) verabschiedet

seinen langjährigen Direktor Prof. Dr. Ingo Richter

Prof. Dr. Ingo Richter ist zum 1. April 2002 als Direktor des Deutschen Jugendinstituts in München ausgeschieden und in den Ruhestand getreten. Auf dem diesjährigen DJI-Symposium "Gendermainstreaming" am 22.04.2002 in Berlin verabschiedet ihn auch Bundesministerin Dr. Christine Bergmann offiziell. Die Nachfolge von Herrn Richter wird Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Dortmund, zum 1. August 2002 antreten. In der Übergangszeit vom 1. April bis zum 31. Juli 2002 nimmt der amtierende stellvertretende Direktor Dr. Christian Lüders, Leiter der Abteilung Jugend und Jugendhilfe, die Aufgaben des Institutsdirektors wahr.

Herr Richter war vom 1. April 1993 bis zum 31. März 2002 Direktor des Deutschen Jugendinstituts, dem im Bereich der Forschung über Kinder, Jugend, Frauen und Familien größten außeruniversitären Forschungsinstitut der Bundesrepublik. Mit dem Abschied von Herrn Richter ist für das DJI und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Ära zu Ende gegangen. Das Institut hat sich in diesen Jahren tiefgreifend weiterentwickelt; es wuchs kontinuierlich, übernahm neue Aufgaben (z.B. das Kinderpanel), stellte die bestehenden Jugend- und Familiensurveys auf eine breite Basis, entwickelte neue Projektformen (z.B. die Arbeits- und Informationsstellen des DJI), sicherte die Außenstelle des DJI in Leipzig dauerhaft ab und unternahm wichtige Schritte zu einer strukturellen Umorganisation.

Herr Richter hat das DJI aus einer engagierten sozial- und bildungspolitischen Perspektive geleitet. Er sah Aufgaben und Zukunft des DJI immer auch im Zusammenhang mit aktuellen sozial- und bildungspolitischen Herausforderungen und suchte in klarer Abgrenzung zu neoliberalen Privatisierungsstrategien nach sozialstaatlich tragfähigen und glaubwürdigen Antworten. Diese Überlegungen fanden ihren Ausdruck auch im Elften Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung, dessen zentraler Gedanke vom Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung deutlich von Herrn Richter als Vorsitzendem der Sachverständigenkommission geprägt ist. Dahinter steht seine Überzeugung, dass es vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels zu Beginn des 21. Jahrhunderts einer Neubestimmung des Verhältnisses von öffentlicher und privater Erziehung bedarf.