Mit dem Start der offenen Ganztagsgrundschule im September 2003 hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, um die Einführung, Lage und Weiterentwicklung dieses neuen Angebots an Bildung, Erziehung und Betreuung zu untersuchen.

Die wissenschaftliche Begleitung der offenen Ganztagsschule (OGS) im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen führen vier Institute als Kooperationsverbund durch:

Eine Vorstudie wurde zum Jahresende 2004 abgeschlossen. Sie konzentrierte sich sowohl auf die Bedingungen der Startphase, unter denen 235 Schulen im Schuljahr 2003/04 den offenen Ganztag eingeführt hatten, als auch auf die Beschreibung der konkreten Praxis- und Kooperationsformen der einzelnen OGS vor Ort. Im Forschungsbericht (s. Beher et al. 2005) wird deutlich, dass eine Vielzahl von Bedingungen auf das Gelingen des "Projekts" OGS einwirken.

In den Jahren 2005 bis 2007 wurde die Hauptstudie der wissenschaftlichen Begleitung als Implementierungs- und Praxisentwicklungsstudie durchgeführt. Eine wesentliches Ziel besteht dabei in der qualitativen Weiterentwicklung der offenen Ganztagsschule. Darüber hinaus zielt die Hauptstudie auf eine repräsentative Bestandsaufnahme und umfassende Analyse der Entwicklungsprozesse und Strukturmerkmale der OGS. Die Studie will Orientierungs- und Steuerungswissen für die Weiterentwicklung der OGS zur Verfügung stellen. Verschiedene Optionen zur Fortentwicklung dieser Angebotsform werden entworfen, um daran anschließend im Rahmen von Empfehlungen ein Qualitätsprofil der OGS in NRW zu entwickeln. In der Studie wurden insbesondere die folgenden vier Dimensionen näher beleuchtet:

  • struktur-, organisations- und handlungsfeldbezogene Aspekte,
  • personal- und tätigkeitsbezogene Fragestellungen,
  • adressatenorientierte Gesichtspunkte sowie
  • wirkungsfeld- und entwicklungsbezogene Fragestellungen.


Auf dieser Grundlage wurden sechs Untersuchungsbausteine entwickelt:

  • eine Profil- und Strukturanalyse aller 703 Ganztagsschulen des Schuljahres 2004/05 (Schulleiterbefragung), mit der eine vollständige Erfassung der existierenden strukturellen, (zeit-)organisatorischen, personellen, räumlichen und anderweitig ressourcenbezogenen Rahmenbedingungen erfolgen soll,
  • eine vertiefende Untersuchung der Steuerungs- und Kooperationsmodelle der Kommunen, bei der Rahmenbedingungen, Strukturen und Umsetzungen der Modelle ebenso von Bedeutung sind wie Fragen der Finanzierung und Qualifizierung,
  • eine Lehrkräftebefragung, mit der die persönlichen Einstellungen und Wahrnehmungen, Erfahrungen und zukünftigen Orientierungen, aber auch die Einschätzung erster Wirkungen des offenen Ganztags untersucht werden sollen,
  • eine Befragung der außerunterrichtlich tätigen pädagogischen Mitarbeiter/ innen im Ganztag, bei der die Bedingungen der (pädagogischen) Arbeit der Fachkräfte, deren Selbstverständnis und Zielorientierung erkundet werden wobei die Frage der Qualität (und Qualifizierung der Arbeit der Fachkräfte) eine wichtige Dimension bildet,
  • eine Befragung von Eltern mit und ohne Kinder im Ganztag, in der Motivationslagen, Zufriedenheit, Erwartungen und Verbesserungswünsche dieser beiden Gruppen hinsichtlich der OGS im Mittelpunkt stehen sowie
  • qualitative und quantitative Kinderbefragungen mit denen die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Veränderungswünsche der Mädchen und Jungen im Grundschulalter erfasst werden sollen.

Ein auf der Hauptstudie basierende Untersuchungsbericht ist im Herbst 2007 im Juventa-Verlag erschienen. Über diese Hauptstudie hinaus werden die Untersuchungen zur offenen Ganztagsschule im Rahmen einer Vertiefungsstudie auch 2007 bis 2009 fortgeführt. In dieser Vertiefungsstudie soll zum einen untersucht werden, ob die veränderten Rahmenbedingungen (z.B. Erhöhung der Lehrerstellenzuweisung) zu einer Weiterentwicklung von Qualität in den OGS geführt haben. Zur Erfassung dieser Veränderungen sollen deshalb ausgewählte Fragestellungen aus der Hauptstudie repliziert werden. Darüber hinaus sollen Frage- und Problemdimensionen differenzierter betrachtet werden, die auf der Basis der Erhebungen der Hauptphase herausgearbeitet werden konnten.

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Deutsches Jugendinstitut
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