Zum Projekt

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines bedarfsorientierten, aussagekräftigen und praxistauglichen Instruments zur Beurteilung und Dokumentation von (drohenden) Teilhabebeeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen.

In enger Kooperation mit sechs Jugendämtern wird ein onlinebasiertes Einschätzungsinstrument entwickelt und im Regelbetrieb dieser Jugendämter im Bereich der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche, die von seelischen Behinderungen bedroht oder betroffen sind (§35a SGB VIII), erprobt und evaluiert. Das Instrument soll für den sozialpädagogischen Kontext eine Möglichkeit bieten, die Vielfalt relevanter Teilhabedimensionen abzubilden und Ressourcen sowie Barrieren im Lebensumfeld der Kinder/Jugendlichen zu erfassen. Eine systematische und partizipative Einschätzung soll einen Beitrag zur Qualitätssicherung leisten, Transparenz und Nachvollziehbarkeit für alle Beteiligten fördern und eine Individualisierung der Hilfeplanung unterstützen.

In der ersten Projektphase wurde auf Grundlage international vorliegender Instrumente und Felderkundungen in den sechs teilnehmenden Jugendämtern (Experteninterviews, Analyse bereits abgeschlossener Fälle) ein Konzept für ein onlinebasiertes Instrument zur Einschätzung (drohender) Teilhabebeeinträchtigungen erstellt, das von Beginn an partizipativ mit Fachkräften aus den am Projekt teilnehmenden Jugenämtern entwickelt und diskutiert wurde. In die Entwicklung einbezogen war zudem ein Praxisbeirat bestehend aus Mitgliedern aus den Bereichen Politik, Jugendhilfe, Recht und Soziales.  

In der zweiten Projektphase wurde dieses Einschätzungsinstrument in einer sechsmonatigen Pilotphase in den teilnehmenden Jugendämtern erprobt und evaluiert. Zur Erhebung von Qualitätsmerkmalen werden die Mitarbeiter_innen zur Praxistauglichkeit des Instruments befragt.

In der dritten Projektphase wird aktuell zur Dissemination des Verfahrens eine E-Learning-Plattform mit Schulungsmaterialien entwickelt.            

 

 

Am 06. März 2019 fand im Tagungszentrum der Katholischen Akademie in Berlin die Abschlusstagung des Projekts unter dem Titel„Drohende Teilhabebeeinträchtigungen im §35a SGB VIII: Wie kann die Jugendhilfe zu tragfähigen Einschätzungen gelangen?“ statt.
Flyer Abschlusstagung (pdf)

Bei der Fachtagung wurde die aktuelle Debatte um Bedarfsermittlung, Instrumentenentwicklung und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Feld der Eingliederungshilfe aufgegriffen. Im Fokus stand die Perspektive der Jugendämter in ihrer Doppelfunktion als Jugendhilfe- und Reha-Träger im Kontext des Bundesteilhabegesetzes (BTHG).

Neben Fachvorträgen und Statements wurden in einer Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik, Jugendamtspraxis, Forschung und Verbänden Veränderungen, Perspektiven und rechtliche Herausforderungen für die jugendhilferechtliche Eingliederungshilfe diskutiert.

Die bei der Tagung vorgestellte Broschüre zum im Rahmen des Projekts entwickelten Bedarfsermittlungsinstrument für die Kinder- und Jugendhilfe sowie die in diesem Zusammenhang erstellte Rechtsexpertise finden Sie im Folgenden zum Download. Ebenso stehen Ihnen alle Tagungsvorträge zum Download zur Verfügung.

Contact

+49 89 62306-245
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 Munich

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