In der gemeinsamen Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen leistungsbezogenen, kulturellen und sozialen Voraussetzungen und Hintergründen soll, wie es der Inklusionsbegriff der UN-Konvention nahelegt, von der Besonderheit und den individuellen Bedürfnissen eines jeden Kindes und Jugendlichen ausgegangen werden. Schule soll sich in ihrem Bildungsangebot an der Vielfalt aller Kinder und Jugendlichen ausrichten und ihre Rahmenbedingungen entsprechend den Bedürfnissen und Besonderheiten der Schüler/innen gestalten (Hinz 2010). Dabei können insbesondere Ganztagsschulen mit ihren den Unterricht ergänzenden non-formalen und informellen Bildungsangeboten und der verstärkten Einbindung außerschulischer Fachkräfte die Bildungschancen auch von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen verbessern und deren individuelle Lernerfolge durch ganztägige Bildung, Erziehung und Betreuung sichern (Arnold 2013).

Aus dem DJI- Projekt „Inklusion und Ganztagsschule – Zur Bedeutung der Jugendhilfe“ liegen ausführliche Wissensbestände zu Ganztagsschulen vor, die bereits ein Inklusionskonzept umsetzen (Hofmann-Lun 2014). Die Umsetzung von inklusivem Lernen stellt jedoch nicht nur für die Schulen, die sich dieses Ziel gesetzt haben, eine große Herausforderung dar. Offen geblieben ist die Perspektive der Jugendlichen auf die inklusive Beschulung. Auch für die Schülerinnen und Schüler bedeutet gemeinsames Lernen oftmals Neuland. Die einen verlassen den geschützten Raum, den Förderschulen darstellen können, die anderen sind u.a. aufgefordert, sich mit Andersartigkeit auseinanderzusetzen. Deshalb soll anknüpfend an die Untersuchung „Inklusion und Ganztagsschule – die Rolle der Jugendhilfe“ in dieser Studie der Blick auf die Schülerinnen und Schüler in inklusiven Bildungskontexten gerichtet werden.

 

Zentrale Fragestellungen der qualitativen Untersuchung waren:

  • Wie nehmen Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf das Lernen an ihrer Schule war?
  • Wo sehen sie Vorteile aber auch Nachteile zu anderen Erfahrungen der Beschulung?
  • Welche Akteure sind in der Schule vertreten und wie nehmen sie diese wahr?
  • Was würden sie an ihrer Schule verändern oder verbessern wollen?
  • Welche Pläne haben sie für ihre berufliche Zukunft?

Arnold, Bettina (2013): Die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschule. In: DJI-Impulse 2/2013, S. 95

Hinz, Andreas (2010): Notwendige Bedingungen bei der Umsetzung von Inklusion. In: Wernstedt, Rolf/John-Ohnesorg, Marei (Hrsg.): Inklusive Bildung. Die UN-Konvention und ihre Folgen. Berlin, S. 59-63

Hofmann-Lun, Irene (2014): Mit der Ganztagsschule auf dem Weg zur Inklusion. Wie tragen Ganztagskonzepte und Jugendhilfe zur gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung an allen Bereichen des Lebens bei? München

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