Ausgangssituation

Bislang ist noch kaum erforscht, welchen Einfluss eigene positive und negative Erfahrungen in der Kindheit auf das Wohlbefinden von Müttern, den Beziehungsaufbau zum Kind sowie die kindliche Entwicklung haben. Es stellt sich hier insbesondere die Frage nach den konkreten Mechanismen, die eine transgenerationale Weitergabe von Risiken bedingen. Beispielsweise ist davon auszugehen, dass negative Erfahrungen in der Kindheit auch langfristig auf körperlicher Ebene Spuren hinterlassen (vgl. Schury/Kolassa 2012). Noch weitestgehend unerforscht ist allerdings, inwiefern sich diese Veränderungen auf die Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes auswirken können (Bowers/Yehuda, 2016; Brand 2010). Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sowohl positive als auch negative Erfahrungen in der Kindheit die eigenen Vorstellungen von Beziehungen (Bakermans-Kranenburg/van IJzendoorn 2009) als auch das psychische Wohlbefinden von Müttern beeinflussen (Choi/Sikkema 2015). Wenig ist jedoch bekannt darüber, inwieweit die Prozesse auf psychischer Ebene mit biologischen Mechanismen in Wechselwirkungen stehen und unter welchen Bedingungen auch Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung zu beobachten sind.

Das DJI-Teilprojekt konzentriert sich auf die Frage, was Frauen befähigt, eine Weitergabe negativer Erfahrungen zu durchbrechen, sodass sie selbst, unabhängig von eigenen belastenden Erlebnissen in der Kindheit, feinfühlig auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingehen und eine positive Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können. Zum einen soll betrachtet werden, in welcher Weise die soziale Unterstützung durch Partner, Freunde und Familie während der Schwangerschaft und nach der Geburt als Schutzfaktor wirken kann. Angesichts des in letzter Zeit neu entstandenen Angebots Früher Hilfen soll außerdem analysiert werden, welche professionellen Unterstützungsangebote Müttern derzeit im Einzugsgebiet der Geburtsklinik Ulm zur Verfügung stehen und welche Hilfen auch tatsächlich von den Müttern in Anspruch genommen werden. Hier gilt es zu untersuchen, inwieweit Mütter mit einem hohen Hilfebedarf tatsächlich auch Zugang zu professionellen Hilfen erhalten und welche Faktoren die Inanspruchnahme von Hilfen bedingen.

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