Ein zentrales Merkmal von Informationsgesllschaften ist die zentrale Verankerung des Zugangs und der Nutzung von Massenmedien in nahezu allen öffentlichen und privaten Lebensbereichen (Hepp 2016). Dementsprechend verwundert nicht, dass bereits Babys, Klein- und Kindergartenkinder einen Bezug zu digitalen Medien haben bzw. diese mit steigendem Alter nahezu selbstverständlich im Alltag nutzen (Miller u.a. 2017; Nansen/Jayemanne 2016). Demgegenüber steht ein breites Forschungsfeld, welches sich mit media literacy und ihrer Vermittlung bzw. Medienerziehung auseinandersetzt (Livingstone u.a. 2017).

In diesem Kontext untersucht das Projekt die Rolle digitaler Medien in der frühen Kindheit. Dabei soll insbesondere herausgearbeitet werden, welche Bedeutung eine institutionelle und familiale Medienerziehung für die Entwicklung von Medienkompetenz bei Klein- und Vorschulkindern einnimmt. Gleichzeitig wird der Frage nachgegangen, inwieweit allgemeine Erziehungsfragen auf die Nutzung von und die Einstellung zu digitalisierten Medien Einfluss haben. Es soll aufgezeigt werden, wie eine im Kleinkind- und Vorschulalter beginnende Förderung digitaler Medienkompetenz, den Heranwachsenden langfristig eine adäquate Entwicklung und Teilhabe in und an der digitalisierten Gesellschaft ermöglicht.

Ausgehend von der bestehenden Forschungsliteratur werden die bestehenden Ansätze und Konzepte zur Medienkompetenzentwicklung aufgearbeitet und in den Kontext früher Bildung übersetzt.

Empirisch wird mit einem Medienmodul für das DJI-Survey AID:A 2019 ein ausdifferenziertes Konzept von Medienerziehung im familialen Kontext im Rahmen einer telefonischen Elternbefragung umgesetzt. Der Blick auf den institutionellen Kontext frühkindlicher Lebenswelten in Krippe und Kindergarten erfolgt durch eine qualitative Befragung von Fachkräften zu deren Medienkompetenz und deren Medienhandeln im Betreuungsalltag sowie eine Analyse der pädagogischen Konzeptionen von Betreuungseinrichtungen im Hinblick auf medienpädagogischer Aspekte in der Betreuungsarbeit.

Schließlich findet eine Auseinandersetzung mit den empirischen Erhebungsmöglichkeiten zur tatsächlichen Repräsentation der spezifischen Perspektive von Kindern. In Form mehrerer Workshops und methodischer Pre-Tests wird evaluiert, wie die Erhebung frühkindlicher Bildungserfahrung von der elterlichen Perspektive emanzipiert werden kann, um Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen.

Hepp, Andreas (2016): Pioneer communities. Collective actors in deep mediatisation. In: Media, Culture & Society, 38. Jg., H. 6, S. 918–933

Livingstone, Sonia/Ólafsson, Kjartan/Helsper, Ellen J./Lupiáñez-Villanueva, Francisco/Veltri, Giuseppe A./Folkvord, Frans (2017): Maximizing Opportunities and Minimizing Risks for Children Online. The Role of Digital Skills in Emerging Strategies of Parental Mediation. In: Journal of Communication, 67. Jg., H. 1, S. 82–105

Miller, Jennifer L./Paciga, Kathleen A./Danby, Susan/Beaudoin-Ryan, Leanne/Kaldor, Tamara (2017): Looking beyond swiping and tapping. Review of design and methodologies for researching young children’s use of digital technologies. In: Cyberpsychology: Journal of Psychosocial Research on Cyberspace, 11. Jg., H. 3

Nansen, Bjorn/Jayemanne, Darshana (2016): Infants, Interfaces, and Intermediation. Digital Parenting and the Production of “iPad Baby” Videos on YouTube. In: Journal of Broadcasting & Electronic Media, 60. Jg., H. 4, S. 587–603

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