Der Übergang in Ausbildung gilt als wichtige Weichenstellung im Lebenslauf. Jugendliche niedriger und mittlerer Bildungsgänge haben häufiger Probleme, diesen Übergang zu bewältigen. Non-formale Bildungsprozesse in organisierten Freizeitaktivitäten können bei der Bewältigung dieses Übergangs unterstützendes Potenzial entfalten.

Die quantitative Längsschnittstudie zielt zum einen auf die Analyse der Nutzung organisierter Aktivitäten von Absolvent/innen mit Haupt- und Realschulbildung sowie zum anderen auf die Effekte dieser Aktivitäten auf berufsrelevante personale und soziale Ressourcen sowie auf den Übergang in Ausbildung auf der Grundlage des Ressourcenmodells der Lebensbewältigung. Folgende Fragen stehen im Fokus:

  • Wie nutzen Absolvent/innen mit Haupt- und Realschulbildung organisierte Freizeitangebote von der 1.-9./10. Klasse?
  • Wie beeinflusst soziales, kulturelles und ökonomisches Kapital der Familie die Nutzung organisierter Freizeitaktivitäten?
  • Welchen Einfluss haben organisierte Freizeitaktivitäten, die im Verlauf der Schulzeit ausgeübt wurden, auf berufsrelevante Ressourcen?
  • Welchen Einfluss haben organisierte Freizeitaktivitäten und berufsrelevante Ressourcen auf den Übergang in Ausbildung zwei Jahre nach dem letzten Schuljahr?

Für das Vorhaben werden Schüler/innen in nicht-gymnasialen Bildungsgängen in Sachsen und Sachsen-Anhalt zu zwei Messzeitpunkten mit einem standardisierten Fragebogen untersucht. T1 erfolgt im Schuljahr 2019/2020 im Klassenverband im letzten Schuljahr (9./10. Klasse), t2 als telefonische Einzelbefragung zwei Jahre später.

In Anlehnung an Studien zu Bildungsprozessen in non-formalen Settings wird davon ausgegangen, dass außerschulische Aktivitäten positive Entwicklungseffekte auf berufsrelevante Ressourcen sowie auf den Übergang in Ausbildung haben können. Das Projekt reiht sich damit ein in sozialwissenschaftliche Studien zu positiven Effekten außerschulischer Aktivitäten auf die jugendliche Entwicklung und ergänzt diese mit Fokus auf das Übergangsgeschehen.

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Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
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