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Wechselwirkungen von Familie und Ganztagsschule

Quellenberg, Holger
Wechselwirkungen von Familie und Ganztagsschule. Ergebnisse der ersten Erhebungswelle der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen.
Sektionen "Familiensozilologie" & "Bildung und Erziehung" der DGS Sektionstagung an der Universität Lüneburg " ." 08.06.2007 - 09.06.2007
Der Ausbau der Ganztagsschulen ist eine Herausforderung und – wie unlängst der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen konstatierte – eine Chance für Familien. Mit dem Ausbau der Ganztagsschulen verbringen immer mehr Kinder und Jugendlichen einen Großteil des Tages in der Schule, wodurch sich die alltägliche Zeitgestaltung deutlich verändert. Denn Zeit, die vorher häufig in der Familie gestaltet wurde, ist jetzt bereits verplant. Der Ausbau der Ganztagsschulen führt so, wie der Zwölfte Kinder- und Jugendbericht betont, zu einer Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Schule und Familie. Eine Verlagerung ausgewählter Aufgaben von der Familie auf die Schule ruft aber die Frage nach Verantwortlichkeiten hervor. Gleichzeitig bedeutet eine solche Verlagerung für die Eltern eine Entlastung von alltäglichen Notwendigkeiten, wie der Mittagsversorgung oder möglicherweise der Hausaufgabenunterstützung. Somit bietet diese Entlastung beiden Elternteilen auch die Chance, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Damit übernimmt die Ganztagsschule aber auch Erziehungsaufgaben, die – zumindest in den alten Bundesländern – klassischerweise in der Hand der Familien lagen und für die die schulische Seite nicht die alleinige Zuständigkeit übernehmen kann und will. So treffen in diesen Fragen des Ganztagsangebots zum Teil unterschiedliche Vorstellungen des pädagogischen Personals und der Eltern aufeinander. Ganztagsschulkonzepte sehen vor, die Rechte und Interessen von Eltern an der Erziehung ihrer Kinder durch den Aufbau von „Bildungs- und Erziehungspartnerschaften“ zwischen Eltern, Lehrkräften und weiterem pädagogisch tätigem Personal zu stärken. Eine Erwartung an die Ganztagsschule ist, dass sich hinsichtlich der leitenden Bildungs-, Entwicklungs- und Erziehungsziele schulische und familiale Akteure stärker als bisher verständigen und vor allem Eltern stärker in den Prozess der Ausgestaltung des Lern- und Lebensraums Schule einbezogen werden. Im Kern geht es also um die Fragen, wie Ganztagsschule die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördert, ob dies für Eltern überhaupt ein wichtiger Grund ist und ob Eltern verstärkt an der Gestaltung von Schule mitwirken.

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