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Kindeswohlgefährdungen im Kontext familiärer Belastung:

Lorenz, Simon/Liel, Christoph
Kindeswohlgefährdungen im Kontext familiärer Belastung:. Ergebnisse der repräsentativen KiD 0-3 Hauptstudie des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen.
Deutsche Gesellschaft für Psychologie Frankfurt am Main "Kongress." 17.09.2018
Kindesmisshandlung und -vernachlässigung treten in der frühen Kindheit gehäuft auf und haben besonderes Schädigungspotential. Für die Prävention durch Frühe Hilfen ist vertieftes Wissen zu vorhersagekräftigen Risiko- und Schutzfaktoren notwendig. In einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe der Studienfolge KiD 0-3 (Kinder in Deutschland von 0-3 Jahren) des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen wurden 8063 Familien im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen ihrer Kinder (U3 bis U7a) in 271 bundesweit stratifiziert zufällig ausgewählten Kinderarztpraxen befragt. Neben Lebenslagenmerkmalen, psychosozialen Risikofaktoren auf Kind-, Eltern-, Interaktions- und Familienebene (Stith et al., 2009) und Frühen Hilfen wurden Vorkommnisse mit kindlichem Schädigungspotential (körperliche Misshandlung, Vernachlässigung) im elterlichen Selbstbericht erhoben.Basierend auf den Erfahrungen in Groß-Britannien (Radford et al., 2013) wurden entsprechende Fragen aus dem Juvenile Victimzation Questionnaire (Finkelhore et al., 2005) adaptiert. In 2,0% der Familien wurde von einer körperlichen Verletzung und in 0,9% von einer Vernachlässigung des Kindes berichtet. Mindestens eine der beiden Gefährdungsformen zeigte sich in 2,6% der Familien. Proximale Risikofaktoren erwiesen sich in der Vorhersage tendenziell bedeutsamer als distale Risikofaktoren, wobei die Vorhersagekraft einzelner Risikofaktoren und Indizes nicht unabhängig vom Outcome und der Definition der Risikovariablen beurteilt werden sollte. Besonders häufig wurden Kindesmisshandlung und -vernachlässigung außerdem von Familien berichtet, in denen eine Kumulation verschiedener Risikofaktoren gefunden wurde.

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