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Extremismus 2.0

Hohnstein, Sally/Herding, Maruta
Extremismus 2.0. Pädagogische Antworten auf ein (fast) neues Phänomen.
Universität zu Köln/Universität Mannheim/ufuq.de/Forschungs- und Beratungsstelle Terrorismus/Extremismus im Bundeskriminalamt (BKA) "Tagung." 22.02.2018
Sally Hohnstein und Dr. Maruta Herding Extremismus 2.0 – Pädagogische Antworten auf ein (fast) neues Phänomen Vorschlag für einen Vortrag im Rahmen der Tagung “Multidisciplinary Perspectives on Radicalisation, New Media and Education” am 22. bis 23. Februar 2018 in Köln Extremistische Netzphänomene wie „Cyber-“ bzw. „Internetradikalisierung“, aber auch „Hate Speech“, „Fake News“ und „Online-Rekrutierung“ beschäftigen seit vielen Jahren Politik und Öffentlichkeit. Sie sind ein eindrückliches Beispiel dafür, dass an die Stelle der anfänglich vor allem euphorischen Erwartungen an die Potenziale digitaler Medientechnologien für Beteiligungs- und Demokratisierungsprozesse zunehmend auch Ernüchterung getreten ist. Denn im gleichen Maße, wie digitale Medien – allen voran social media-Plattformen wie Facebook, Twitter und Youtube den Zugang zu Informationen und Wissen erleichtern sowie neue Partizipations- und Vernetzungsmöglichkeiten eröffnen, haben sich rechtsextreme wie auch islamistische Gruppen und Bewegungen diese Medienformate angeeignet. Sie haben sich deren Potenziale für ihre Mobilisierungs- und Rekrutierungsbestrebungen wie auch für gruppen- und bewegungsinterne Verständigungsprozesse erschlossen. Angesichts dessen können junge Menschen in ihren (verstärkt auch virtuellen) Lebenswelten leichter mit extremistischen Inhalten in Kontakt kommen. Darüber hinaus dürften im Zuge der durch die spezifischen Strukturen des Webkontextes gerahmten Gruppenprozesse – gedacht sei hier z.B. an Filterblasen und Echokammerphänomene – soziale wie inhaltlich-ideologische Annäherungen an extremistische Gruppen und Ideologien zunehmend erleichtert werden. Da der Fülle an extremistischen Inhalten in digitalen Medien durch restriktive Maßnahmen allein kaum begegnet werden kann, sieht sich Pädagogik richtigerweise verstärkt in der Verantwortung, sich des Themas „Radikalisierung und Neue Medien“ anzunehmen. Wie aktuell auf die Herausforderungen in diesem pädagogischen Handlungsfeld reagiert wird, welche konkreten Formate erprobt werden und welche weiteren Entwicklungsperspektiven bestehen, soll Gegenstand des Vortrags sein. In einer Art „Feldschau“ sollen zum einen Formen bzw. Ansätze der inhaltlich spezialisierten – also im engeren Sinne auf das Themenfeld zugeschnittenen – pädagogisch-präventiven Auseinandersetzung vorgestellt und hinsichtlich der damit verbundenen Möglichkeiten und Schwierigkeiten diskutiert werden. Zum anderen sollen zentrale Entwicklungspotenziale, wenn nicht sogar „blinde Flecken“ in der einschlägigen Fachdiskussion herausgearbeitet werden, die nicht zuletzt aus der Engführung auf den Gegenstand „Radikalisierung und Neue Medien“ resultieren. Begreift man die Hinwendung junger Menschen zu extremistischen Inhalten und Gruppen als Prozesse politisch-weltanschaulicher Orientierung und Sozialisation im Jugendalter, die sich in der Regel nicht in medialer Isolation, sondern im Rahmen weiterer sozialer Interaktionen, z.B. mit der Familie und Peers vollziehen, so zeigt sich, dass es sich hierbei – vom neuen medialen Kontext einmal abgesehen – um „Radikalisierungspfade“ handelt, auf die auch mit allgemeineren Bildungsangeboten pädagogisch Einfluss genommen werden kann und sollte: Hiermit seien allen voran Angebote der Medienpädagogik, aber auch der politischen Bildung und der Sozialen Arbeit (also auch der „klassischen“ Extremismusprävention) gemeint. Methodisch basiert der Vortrag auf Beobachtungen der pädagogischen Landschaft in diesem Feld, die aktuell in der Herausgeberschaft eines Sammelbands mündet (Hohnstein/Herding: Digitale Medien und politisch-weltanschaulicher Extremismus. Wissensstand, Herausforderungen und Ansatzpunkte für die pädagogische Praxis; in Vorbereitung). Kontakt: Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention, Deutsches Jugendinstitut e.V., Franckeplatz 1, Haus 12/13, 06110 Halle (Saale) Sally Hohnstein: Tel. +49 (0)345-68178-46 , e-Mail: hohnstein@dji.de Dr. Maruta Herding, +49 (0)345-68178-18 , e-Mail: herding@dji.de

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