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Täterarbeit bei Partnergewalt

Liel, Christoph (2017):
Täterarbeit bei Partnergewalt. Auswirkungen auf das Rückfallrisiko.
In: Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie
Jahrg.: 11, H. 1, S. 59-68

Zusammenfassung: Die Täterbehandlung ist ein probates, wenn auch wenig erforschtes Mittel zur Rückfallprävention bei häuslicher Gewalt in Deutschland. Die Studie untersucht die Wirkungen von Täterarbeit auf das Rückfallrisiko für häusliche Gewalt und das von Vätern berichtete Risiko für Kindesmisshandlung an 161 Partnergewalttätern. Indem durch internationale Längsschnittstudien bestätigte Indikatoren für eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit von Partnergewalttätern zugrunde gelegt wurden, wurde ein Risikoscreening für Partnergewalt entwickelt und mit dem Elternbelastungsscreening zur Kindeswohlgefährdung und dem Interpersonal-Reactivity-Index in 3 deutschen Praxisprojekten eingesetzt. Die Studie zeigt ein signifikant stark erhöhtes Kindesmisshandlungsrisiko von Programmabbrechern, verglichen mit -absolventen zur Baseline (n = 92). Longitudinale Ergebnisse belegen signifikante Verbesserungen mit moderaten Effektstärken auf allen dynamischen Risikoindikatoren, eingeschätzt von Fachkräften (n = 78) und geschädigten mFrauen (n = 44). Die selbst berichtete kognitive Empathiefähigkeit (n = 62) verbesserte sich, das Kindesmisshandlungsrisiko (n = 46) allerdings nicht. Es ergaben sich keine Hinweise auf selektive Opferbefragungen. Eine Einordnung der Befunde sowie Implikationen für die Täterbehandlung und Rückfallforschung in Deutschland werden diskutiert. Abstract: Treatment of perpetrators is tried and tested albeit little researched for the prevention of recidivism in domestic violence in Germany. This study investigated the evidence of batterer programs on the risk of domestic violence recidivism and the risk of child maltreatment reported by fathers on 161 perpetrators of domestic violence. Based on the indicators for a high risk for reassault that were confirmed in international longitudinal studies, a risk inventory for domestic violence was developed and implemented in three German program sites. A shortened German version of the Child Abuse Potential Inventory and the Interpersonal-Reactivity-Index were used for perpetrators’ self report. The study showed that the child abuse potential of program dropouts was significantly higher compared to program completers at baseline (n = 92). Longitudinal results showed significant improvements with moderate effect sizes in all risk indicators assessed by specialists (n = 78) and battered women (n = 44). Perpetrators’ self report on cognitive empathy improved too (n = 62). However, selfreported risk of child maltreatment did not change (n = 46). No evidence of selective questioning of victims was found. A classification of the results as well as the implications for the treatment of perpetrators and research on recidivism in Germany are discussed.

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