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Kindesmisshandlung und neue Morbidität in der Pädiatrie

Kindler, Heinz (2016):
Kindesmisshandlung und neue Morbidität in der Pädiatrie. Konsequenzen für Frühe Hilfen und Kinderschutzmaßnahmen.
In: Bundesgesundheitsblatt, H. 10, S. 1332-1336

Zusammenhänge zwischen Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellem Missbrauch und späteren chronischen gesundheitlichen Belastungen bei betroffenen Kindern sind in den vergangenen Jahren deutlicher hervorgetreten. Dies gilt sowohl für Einschränkungen der psychischen Gesundheit als auch für einige chronische körperliche Erkrankungen, die zusammengenommen in der Pädiatrie als „neue Morbidität“ bezeichnet werden. Vermutlich liegen den beobachteten Zusammenhängen ursächliche Prozesse zugrunde, insofern mehrere der „Bradford-Hill-Kriterien“ (aus der Epidemiologie stammende Kriterien für die kausale Natur eines statistischen Zusammenhangs) als erfüllt angesehen werden können. Frühe Hilfen könnten ein Potenzial zur Veränderung solcher Zusammenhänge aufweisen. Allerdings fehlen Befunde hierzu bislang weitgehend. Zumindest für bindungsorientierte Interventionen mit Pflegeeltern nach Gefährdung lässt sich aber zeigen, dass sie physiologischen Fehlregulationen bei betroffenen Kindern entgegenwirken können.

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