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Väter von Säuglingen und Kleinkindern in unterschiedlich psychosozial belasteten Familien

Liel, Christoph
Väter von Säuglingen und Kleinkindern in unterschiedlich psychosozial belasteten Familien. Einfluss auf die kindliche Entwicklung und mütterliche Belastung.
Deutsche Gesellschaft für Psychologie Leipzig "Kongress." 21.09.2016
Hintergrund: Die Rolle von Vätern wird bei der Erforschung von Risiken für Kindesmisshandlung und -vernachlässigung noch immer eher vernachlässigt, obwohl Väter die kindliche Entwicklung und mütterliche Fürsorge positiv wie negativ beeinflussen können. In der hier vorgestellten Längsschnittstudie an psychosozial gering-, mittel- und hochbelasteten Familien mit 0-3-jährigen Kindern wurden daher erstmals Mütter und Väter untersucht. Methodisches Vorgehen: Beide Elternteile wurden mit Hilfe von etablierten psychometrischen Verfahren im Abstand von sieben Monaten befragt. Unter anderem wurden Misshandlungsrisiko (Brief Child Abuse Potential Inventory, Ondersma et al., 2005), empfundene Selbstwirksamkeit (Self Efficacy Nurturing Role Questionnaire, Pedersen et al., 1989) und Rollenaufteilung bei der Kindererziehung (Who Does What Scale; Cowan & Cowan, 1988) erhoben. Der kognitive und sprachliche Entwicklungsstand des Kindes wurde mittels Bayley Scales of Infant Development III (Bayley, 2006) bestimmt. Ergebnisse: Die Beteiligung der Väter an der ersten Erhebungswelle betrug 97%. In einer querschnittlichen Auswertung wurde ein schwacher negativer Einfluss von väterlicher Rigidität und Ärgerneigung auf den kognitiven Entwicklungsstand des Kindes gefunden (Lineares Regressionsmodell: R2=.083, F(5,153)=2.766, p<.05). Auf das mütterliche Misshandlungsrisiko verringernd wirkte sich abgesehen von Zufriedenheit mit der elterlichen Rollenaufteilung und empfundener Selbstwirksamkeit in der Erziehung der Mütter auch eine Beteiligung des Vaters an auf die Zuwendung zum Kind bezogene Erziehungsaufgaben aus (z.B. Kind ins Bett bringen) (Lineares Regressionsmodell: R2=.387, F(6,144)=15.180, p<.001). Die Datenauswertung der zweiten Erhebungswelle wird derzeit vorgenommen, sodass längsschnittliche Befunde präsentiert werden können. Diskussion: Die Studie hat eine hohe praxisbezogene Relevanz, indem daraus Schlussfolgerungen für präventive Hilfen mit Vätern in der frühen Kindheit abgeleitet werden können.

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