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Räumliche Entgrenzung von Arbeit und Familie. Die Herstellung von Familie unter Bedingungen von Multilokalität.

Schier, Michaela (2009):
Räumliche Entgrenzung von Arbeit und Familie. Die Herstellung von Familie unter Bedingungen von Multilokalität.
In: Informationen zur Raumentwicklung, H. 1/2, S. 55-66

Gemeinsam am selben Ort Zeit zu verbringen, zählt zu den substanziellen Elementen des Lebens als Familie. Die dabei erlebte Nähe, Unterstützung und Fürsorge sind wichtige Grundbedingungen, damit sich die Familienmitglieder als Gemeinschaft erfahren können. Heutzutage werden familiäre Beziehungen jedoch – bedingt durch hohe Anforderungen an die räumliche Mobilität von Erwerbstätigen, aber auch aufgrund von Trennung und Scheidung – immer häu-figer durch zeitweilige oder dauerhafte räumliche Trennungen bestimmt. Familien leben zu-nehmend als haushaltsübergreifende soziale Netzwerke, verteilt an mehreren Orten.
Der Beitrag geht am Beispiel von erwerbstätigen Eltern im Einzelhandel und in der Film-branche der Frage nach, wie Familie hergestellt und der Alltag gestaltet wird, wenn Eltern und ihre minderjährigen Kinder dauerhaft oder zeitweise voneinander getrennt leben. Gezeigt wird, welche Herausforderungen, aber auch neue Optionen aus der Mehr-Örtigkeit des Alltags multilokaler Familien für die Gestaltung des Alltags und die Fürsorgebeziehungen resultieren. Unter anderem zieht der multilokale Alltag neue Raumbedarfe und Raumnutzungen nach sich. Schließlich werden gestaltungsrelevante Fragen für Politik, Wohnungsbau, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen aufgeworfen.


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