Konzeption und Methode

Teilbereich I - Tätigkeitsbegleitende Ausbildung

Die Untersuchung der tätigkeitsbegleitenden Ausbildung erfolgt auf der Basis von vier Teilstudien:

  1. Erwerbsbiografieverläufe von Tagespflegepersonen in tätigkeitsbegleitender Ausbildung:
  2. Rekonstruktion des beruflichen Hintergrunds von Tagespflegepersonen in tätigkeitsbegleitender Ausbildung
    Ziel dieser Teilstudie ist die Rekonstruktion des beruflichen Hintergrunds von Tagespflegepersonen in tätigkeitsbegleitender Ausbildung. Als Forschungshypothese gehen wir davon aus, dass der Entschluss, als Tagespflegeperson aktiv zu werden, nicht als primär rationale Berufswahlentscheidung dieser Personen gesehen werden kann, sondern vielmehr vor dem Hintergrund biographischer Brüche (z.B. eigene Familienplanung, fehlende Anschlussfähigkeit an den Ursprungsberuf etc.) betrachtet werden muss. Dementsprechend wollen wir die Motivationen der Tagespflegepersonen hinsichtlich ihrer Entscheidung für die Tagespflege, ebenso wie ihre Arbeitszufriedenheit rekonstruieren. Als Erhebungsmethode dienen biographische Interviews (Schütze 1982, 1987) deren Auswertung qualitativ-rekonstruktiv erfolgen wird.

  3. Ausbildungsverläufe; Prozess und Organisation der Ausbildung:
  4. Das Forschungsinteresse gilt hier insbesondere Fragen des Zeitmanagements und der Finanzierung, der Vereinbarkeit von Beruf und berufsbegleitender Ausbildung sowie der Vereinbarkeit der zusätzlichen Ausbildung mit dem Privatleben. Dementsprechend befragen wir die Tagespflegepersonen in ihrer Eigenschaft als Expertinnen und greifen diesbezüglich als Erhebungsmethode auf das Experteninterview (Schütz 1972, Meuser/Nagel 2002) zurück.

  5. Gruppendiskussionen zur Bewertung der berufsbegleitenden Ausbildung:
  6. In Diskussionen mit Teilnehmerinnen der tätigkeitsbegleitenden Ausbildung und deren Lehrkräften an den Fachakademien wollen wir Themen wie die theoretischen Inhalte und sowie den Praxisbezug der Ausbildung, die Zukunftsfähigkeit der Ausbildung aber auch die Notwendigkeit zur Entwicklung eines eigenen Berufsbildes diskutieren. Als Erhebungsmethode dient dabei das so genannte Gruppendiskussionsverfahren (Mangold 1950; Bohnsack), als Auswertungsmethode die Dokumentarische Methode (Bohnsack 2001, 2003).

  7. Retrospektiv; Erwartungserfüllung und Nutzen der Ausbildung:
  8. Diese Teilstudie verfolgt das Ziel einer ersten Verbleibanalyse der ausgebildeten Tagespflegepersonen und erforscht Gründe für einen möglichen Abbruch sowie die Abwanderung in andere Berufs- bzw. Tätigkeitsfelder. Als Erhebungsmethode dient hier das problemzentriertes Interview (Witzel 1982), die Auswertung erfolgt qualitativ- rekonstruktiv.



Teilbereich II - Festanstellung von Tagespflegepersonen

Die Untersuchung der Festanstellung von Tagespflegepersonen erfolgt auf Basis dreier Teilstudien.

  1. Festanstellung von Tagespflegepersonen / Programm-Evaluation Aktionsprogramm Kindertagespflege
  2. Diese Teilstudie widmet sich der Rekonstruktion von Anstellungsformen, Anstellungsorten und Festanstellungskonstellationen. Dabei geht es insbesondere auch um die Erhebung von Erfahrungen mit der Festanstellung, auftretenden Hindernissen und etwaigen Regelungs- und Überarbeitungsbedarfen. Befragt werden hierzu nicht nur die Tagespflegepersonen, sondern auch die Träger der Festanstellungsverhältnisse. Als Erhebungsmethode dient hier das xperteninterview (Schütz 1972, Meuser/Nagel 2002), die Auswertung erfolgt qualitativ-rekonstruktiv.

  3. Internationale Teil-Länderstudie Deutschland, Dänemark und Frankreich
  4. Diese Teilstudie blickt über den deutschen Tellerrand hinaus und widmet sich einem systematischen Vergleich der Bedingungen der Festanstellung von Tagespflegepersonen in Dänemark und Frankreich. Im Fokus stehen hierbei Analysen zu den Kriterien und Regelungen der Festanstellungen in den beiden ausgewählten Vergleichsländern sowie eine Diskussion der Übertragbarkeit auf das deutsche System der Kindertagespflege. Um eine möglichst hohe Qualität zu erzielen, werden in dieser Teilstudie Expertisen von ausgewählten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Dänemark und Frankreich eingeholt.

  5. Teilstudie „local governance“
  6. Die Teilstudie „local governance“ widmet sich der Rekonstruktion der Rolle
    festangestellter Tagespflegepersonen im System der Kinderbetreuung. Insbesondere geht es hier um die Analyse von Schnittmengen zwischen Kindertagespflege und Kindertageseinrichtungen in integrierten Systemen der Kinderbetreuung. Ziel ist es, umfassende Informationen zu Zeiten, Bedarfen, Angebotsformen und Räumlichkeiten zu erlangen sowie Formen des „best practice“ im Umgang mit Festanstellung kennenzulernen. Als Erhebungsmethode dienen hierbei Experteninterview (Schütz 1972, Meuser/Nagel 2002) mit öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe sowie Tagespflegepersonen in Festanstellung.


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