Gesetzliche Betreuung

Berufsbetreuerinnen und -betreuer betreuen Erwachsene und somit Personen, die möglicherweise Eltern sind. Daher gehören sie zu einer Berufsgruppe, die in ihrem beruflichen Alltag mit Anhaltspunkten für eine mögliche Kindeswohlgefährdung konfrontiert sein können. Nehmen Berufsbetreuerinnen und -betreuer Anhaltspunkte für eine mögliche Kindeswohlgefährdung bzw. einen Hilfebedarf bei einem Kind wahr, können sie in ein Dilemma geraten, da ihre Aufgabe die gesetzliche Betreuung und Vertretung der Interessen des Erwachsenen sind – nicht die des Kindes. Hinzu kommt, dass sie oft als Selbstständige und somit als Einzelperson arbeiten und häufig nicht in größere Institutionen oder multiprofessionelle Teams eingebunden sind. Beratungsmöglichkeiten zur Entscheidung über das weitere Vorgehen oder fachliche Austauschmöglichkeiten zu Fällen mutmaßlicher Kindeswohlgefährdung sind häufig nicht gegeben.

Die Untersuchung dieses Bereichs fand durch das Projekt in verschiedenen Regionen Deutschlands mittels Durchführung dreier Fokusgruppen - mit sechs bis fünfzehn Teilnehmenden - statt. Die Fokusgruppen wurden bereits im Juli 2014 abgeschlossen. Anhand der inhaltlichen Diskussionen sollte herausgefunden werden, wie sich die genannten Herausforderungen in der täglichen Arbeit darstellten. Zudem sollten die Resonanzen, die das Bundeskinderschutzgesetz in diesem Feld ausgelöst hatte, sichtbar gemacht werden. Das Projekt erhoffte sich, Hinweise auf evtl. notwendige Weiterentwicklungen in diesem Feld in Bezug auf den Kinderschutz zu erhalten und übertragbare Ergebnisse in Bezug auf andere Berufsgruppen in vergleichbaren strukturellen Situationen zu gewinnen.

Veröffentlichung der Ergebnisse:

Silvia Schürmann-Ebenfeld (2016): Wirkungen des Bundeskinderschutzgesetzes - wissenschaftliche Grundlagen. Ergebnisbericht zu Erhebungen bei Berufsbetreuerinnen und -betreuern. München Download 


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