Konzeption und Methode

Gegenstand der Bildungsberichterstattung sind einerseits die Institutionen des Bildungs-wesens und ihre Leistungen. Andererseits werden auch informelle Bildungsprozesse im Schul- und Erwachsenenalter berücksichtigt. Über das Spektrum der Bildungsstufen hinweg - von der Kinderkrippe bis zur Weiterbildung und Lernen im Erwachsenenalter - werden Umfang und Qualität der institutionellen Angebote, aber auch deren Nutzung dargestellt.

Das Bildungsverständnis dieser Berichterstattung orientiert sich an den Zielen,

(a) Individuen zu befähigen, die eigene Biografie, das Verhältnis zur Umwelt und das Leben in der Gemeinschaft selbständig zu gestalten (individuelle Regulationsfähigkeit),

(b) die auf dem Arbeitsmarkt benötigten Kompetenzen bereit zu stellen und somit das Arbeitskräftevolumen zu sichern, das für Wohlstand und gesellschaftliche Entwicklung erforderlich ist (Humanressourcen) sowie

(c) gesellschaftliche Teilhabe, auch unter dem Gesichtspunkt sozialer Kohäsion, zu gewährleisten und systematischer Benachteiligung nach Geschlecht, Region, sozialer Herkunft, nationaler oder ethnischer Zugehörigkeit entgegenzuwirken.

Fragen, zu deren Klärung die Bildungsberichterstattung beitragen soll, sind etwa: Wie können die Bildungseinrichtungen dabei mitwirken, dass Kinder ein selbstbestimmtes Leben in einer freien und solidarischen Gesellschaft führen und ihre Lebensräume erweitern können? Tragen sie dazu bei, Chancengleichheit in den Bildungsverläufen herzustellen und systematische Benachteiligungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlicher sozialer Herkunft zu vermeiden? Welchen Beitrag leisten Bildungssysteme für die nationale Wohlfahrt, für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Ländern und Regionen? Und wie fördern sie den sozialen und politischen Zusammen-halt in einer Gesellschaft? Die Bildungsberichterstattung will solche drängenden Fragen auf der Basis nachprüfbarer Indikatoren besser diskutierbar machen. Zugleich soll sie als Handlungsgrundlage für bildungspolitische Entscheidungen dienen.

Kern der Bildungsberichtserstattung ist ein systematischer und regelmäßig aktualisier-barer Satz von Indikatoren, die aus amtlichen Daten und sozialwissenschaftlichen Erhebungen in Zeitreihe ermittelt und dargestellt werden, wenn möglich im internationalen Vergleich und auch aufgeschlüsselt nach Bundesländern.

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