Projekt "Risikolagen und Risikoverhalten Jugendlicher in den neuen Bundesländern" (DJI)

Laufzeit: 01.01.1991 - 31.21.1993

Nach Inkrafttreten des Einigungsvertrages und Abwicklung des Zentralinstuituts für Jugendfragen (ZIJ) Ende 1990 wurde das Deutsche Jugendinstitut München (DJI) durch die Bundesregierung mit dem Aufbau einer Leipziger Außenstelle beauftragt. Dadurch bestand u.a. die Möglichkeit, für weitere drei Jahre die aktuellen Längsschnittanalysen - allerdings unter veränderten Fragestellungen - fortzusetzen.
Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen in nahezu allen Lebensbereichen und aufgrund des notwendigen gesellschaftlichen Informationsbedarfs darüber, machte sich eine Modifizierung der inhaltlichen Schwerpunkte zugunsten einer Zielsetzung erforderlich, die sich einer Analyse und Dokumentation der in der Lebenswelt und Lebenslage Jugendlicher vollziehenden Prozesse im Hinblick auf Chancen und Risiken zuwandte.

Mit der im Frühsommer 1991 durchgeführten 6. Erhebungswelle im jüngeren Panel (zum Untersuchungszeitpunkt 14-jährigen Schülerinnen und Schüler 8. Klassen) erfolgte die inhaltliche Schwerpunktverlagerung hin zur Risikothematik. Statt Fähigkeitentwicklung standen jetzt die Reaktionen auf die durch den gesellschaftlichen Umbruch im Osten Deutschlands veränderten Risiken und Chancen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Es erfolgte einerseits eine Konzentration auf risikokennzeichnende Inhalte, wie existenzielle familiäre Probleme, Ungewissheit in der eigenen Lebensperspektive, Einstellungen auf neue Konsumangebote, Wertewandel, neue ideologische Einflüsse, Verhaltensextreme und Drogengebrauch. Anderseits wurden die Reflexionen Jugendlicher über sich eröffnende neue Möglichkeiten thematisiert.

Um territorialen Aspekten des Forschungsgegenstandes Rechnung zu tragen, wurde das Panel um eine analoge Schülerstichprobe aus dem ländlichen Raum erweitert. Nach Zufallsprinzip erfolgte eine Auswahl von Schulklassen im Landkreis Grimma. Weiterhin wurden überwiegend wendebedingte Ausfälle in der Stichprobe durch Nachziehen von Klassen derselben Altersstufe an anderen Schulen in Leipzig ausgeglichen.
Besondere Anstrengungen zur Sicherung des Panel waren im Sommer 1992 infolge der Umstrukturierung der Schullandschaft in Sachsen erforderlich. Kurz vor Abschluss des Schuljahres hatten damals die Untersuchungsteilnehmer noch keine Informationen darüber, in welche Schule sie im kommenden Schuljahr gehen würden. Mit Unterstützung durch die entsprechenden Schulbehörden wurden in einer ca. 4 Monate währenden aufwendigen Aktion nach der Neustrukturierung der Schulen Leipzigs die TeilnehmerInnen des Längsschnitts ausfindig gemacht und neue Untersuchungsgruppen zusammengestellt. Teils gelang es sogar Jugendliche, die Jahre zuvor die Untersuchungsschulen verlassen hatten, bei den Recherchen wiederzufinden und zu reaktivieren. Damals nicht auszudenken die Gefahr, dass diese Aktion vielleicht sogar nur aus formalen Gründen hätte misslingen können. Dies wäre vermutlich das Ende des Panels gewesen!
Da nach der 7. Welle die Teilgruppe der Mittelschüler die Schule verließen, erfolgte die Datenerhebung bei den Jugendlichen ab der 8. Welle in Form einer Briefbefragung.

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