In der 3. Welle des Jugendsurveys wurde die Untersuchungspopulation um die Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen erweitert. Die Stichprobe der 3. Welle umfasst ca. 2.000 Personen von 12 bis 15 Jahren und ca. 7.000 Personen von 16 bis 29 Jahren. Während in den ersten beiden Wellen des Jugendsurveys ausschließlich Jugendliche und junge Erwachsene mit deutscher Staatsangehörigkeit erfasst worden sind, wurden in der 3. Welle auch Jugendliche nicht-deutscher Nationalität einbezogen, sofern ihre Deutschkenntnisse ausreichen, um an einem deutschsprachigen mündlichen Interview teilzunehmen.
Die 3. Welle des Jugendsurveys, die von August 2003 bis Januar 2004 im Feld war, setzt die Beobachtung der Lebensverhältnisse Jugendlicher und junger Erwachsener fort. Sie greift – insbesondere bedingt durch die Einbeziehung der 12- bis 15-Jährigen und nicht-deutscher Jugendlicher und junger Erwachsener – die Themenbereiche Herkunftsfamilie und Schule sowie den Migrationshintergrund als neue Befragungsthemen auf. Sie umfasst im einzelnen folgende Themenbereiche:

  • Lebenslage (Schule, Ausbildung, Beruf, ökonomische Situation, Herkunftsfamilie, Lebens- und Wohnform, Freundeskreis, Migrations-, Mobilitätshintergrund, Nutzung institutioneller Hilfen zur Lebensbewältigung, Einschätzung der Lebenssituation, Zufriedenheiten)
  • Werte und Wertorientierungen
  • Geschlechterverhältnis und Genderorientierungen
  • Handlungs- und Zukunftsorientierungen (Anomie, Devianz, Kontrollüberzeugungen, Zukunftsorientierungen)
  • Politische Einstellungen und gesellschaftliche Einstellungen (politische Einstellungen, Einstellungen gegenüber Europa, Einstellungen gegenüber Migranten, relative und kollektive Deprivation, soziale Benachteiligung)
  • Gesellschaftliche und politische Partizipation

Indikatorenliste 3. Welle Jugendsurvey:
1. Lebenslagen
1.1. Allgemeines zur Lebenssituation

  • Geschlecht, Alter, sich glücklich fühlen, subjektiver Altersstatus, Lebensbereichszufriedenheiten, Bewertung der Kindheit, problematische Lebensereignisse, Kindergartenbesuch (ganztags/halbtags, Dauer), Hortbesuch.

1.2. Bildungs- und Ausbildungssituation, Übergang Schule - Beruf

  • SchülerInnen: Schulart, Ganztagsschule, Klassenstufe, Schulerfahrungen, angestrebter Schulabschluss, Selbsteinschätzung guter/schlechter Schüler, Interesse an Mathematik und Deutsch, Engagement in Schule, Bedeutung von Schulleistungen zuhause, wird berufl. Ausbildung angestrebt, welche berufl. Ausbildung wird angestrebt;
  • An Nicht-SchülerInnen: Schulabschluss (mit Abschlussjahr), wenn nie eine Berufsausbildung begonnen Frage zu Übergang von allgemeinbildender Schule und heutigem Status;
  • Auszubildende: Schulabschluss (mit Abschlussjahr), wann erste Berufsausbildung begonnen, welche Ausbildung angestrebt, liegt bereits Ausbildungsabschluss Ausbildungsabschlüsse, Abschlussjahre) vor, was zwischen Schule und Beginn der 1. Ausbildung gemacht, Zufriedenheit mit Ausbildungssituation, vorherige Erwerbstätigkeit: Dauer und Art der Erwerbstätigkeit, Befürchtung, arbeitslos zu werden;
  • An alle: Klasse(n) wiederholt, Zurückstufung auf andere Schulform, Berufsausbildung abgebrochen.

1.3. Erwerbssituation

  • Erwerbstätige: wann erstmals, seit wann erstmals ohne Unterbrechung erwerbstätig, Wirtschaftsbereich, Arbeitszufriedenheit, berufliche Stellung, Befürchtung, arbeitslos zu werden, bei Stellenverlust, neue Stelle leicht/schwierig zu finden;
  • Nicht-/Wenig-Erwerbstätige: Beschreibung des Status, seit wann dieser Status, frühere Erwerbstätigkeit (wann zuerst, wie lange), frühere berufl. Stellung;
  • Arbeitslose: seit wann arbeitslos, in Qualifizierungsmaßnahme, Befürchtung, weiter arbeitslos zu bleiben, frühere Erwerbstätigkeit (wann zuerst, wie lange, als was).

1.4. Materielle und ökonomische Situation

  • Einkommensquellen, Höhe des persönlichen Einkommens, bei Jüngeren Taschengeldfrage,
    Einschätzung des jetzigen Lebensstandards und in fünf Jahren.

1.5. Familie und Haushaltssituation

  • Wie bisher bzw. bis zum 16. Lebensjahr überwiegend aufgewachsen, Familienstand, Partner, Partner aus deutcher Familie, Zusammenleben mit Partner, Kinder (Anzahl, Alter, Geschlecht), Kinderwunsch, Geschwister (Anzahl, Geschlecht), Wohnsituation, Wohnen bei Eltern;
  • Nur für Jugendliche bei Eltern wohnend: wie viele und welche Personen im Haushalt, Schulabschluss, Erwerbsstatus und berufliche Stellung von Mutter/Vater bzw. Stiefmutter/Stiefvater bzw. neue Partnerin/neuer Partner von Vater/Mutter, eigenes Zimmer, welche Aufgaben übernimmt Jugendlicher im Haushalt, Beziehung zu Mutter/Vater bzw. genannte(n) Bezugsperson(en), Auseinandersetzung mit Mutter/Vater bzw. genannte(n) Bezugsperson(en), Familienklima;
  • Befragte, die nicht mehr bei den Eltern wohnen: bei den 12- bis 15-Jährigen: wo überwiegend wohnen; ab 16-Jährige: wann Haushalt der Eltern verlassen, mit wem und mit wie vielen zusammenwohnend, Beziehung zu Vater/Mutter.

1.6. Migrationshintergrund

  • Staatsbürgerschaft(en) des Befragten, ausländische Staatsbürgerschaft vor der deutschen, Verbundenheit mit "anderem" Land (nur ausländische Befragte und jene, die vor der deutschen eine ausländische Staatsbürgerschaft hatten), seit wann im Bundesland lebend, woher zugezogen, wo geboren, seit wann überwiegend in Deutschland (für jene, die nicht in Deutschland geboren sind), Aussiedler, wo Mutter/Vater geboren, Sprachpraxis in und außerhalb Herkunftsfamilie (nur Befragte, bei denen mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren ist).

1.7. Soziale Nahnetze, Freundschaften

  • Wie viele Freunde/Freundinnen, wie viele Freunde/Freundinnen aus ausländischen Familien, wie oft mit bestem Freund treffen, wie oft mit bester Freundin treffen, persönlich wichtige Personen, Zufriedenheit mit Freundeskreis/soziale Isolation.

1.8. Nutzung institutioneller Angebote

  • Welche institutionellen Angebote genutzt, wo bei ernsthaften Problemen Rat und Unterstützung gesucht.

1.9. Religion

  • Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft, Kirchgangshäufigkeit, Einschätzung persönlicher Religiosität, religiöse Erziehung im Elternhaus, Gedanken über Sinn des Lebens.

1.10. Mediennutzung

  • Medienbesitz, Computer/Internet genutzt, wofür Computer/Internet genutzt

2. Geschlechterverhältnisse und Genderorientierungen

  • Geschlechtsrollenorientierungen, Lebensentwürfe, Gleichstellung von Frauen und Männern im Berufsleben gewünscht bzw. verwirklicht.

3. Wertorientierungen

  • Werte, Inglehart-Index, Lebensbereichswichtigkeiten

4. Handlungs- und Zukunftsorientierungen

  • Anomie, Devianzbereitschaft, Vertrauen in Menschen, Selbstwirksamkeit/Kontrollüberzeugungen, Zukunftsorientierungen, Wichtigkeit von Merkmalen beruflicher Arbeit

5. Politische und gesellschaftliche Einstellungen
5.1. Politische Einstellungen

  • Zukünftige Politikthemen, interne und externe efficacy, Demokratieeinstellungen, Idee der Demokratie, Zufriedenheit mit Demokratie, Idee Sozialismus, Politikinteresse, mit wem über Politik reden, wie viele Freunde politisch aktiv, Nutzung von Informationsquellen zu politischen Themen, Links-Rechts-Skala, Institutionenvertrauen.

5.2. Nationale/transnationale Orientierungen und Europa

  • Verbundenheit mit Gemeinde/alten Bundesländern/neuen, Bundesländern/Deutschland/Europa, Nationalstolz (nur Deutsche), EU-Einstellungen, Fremdsprachenkenntnisse, Einstellungen zum Verhältnis West- und Ostdeutscher.

5.3. Einstellungen zu Migranten

  • Nur an Deutsche: Einstellung zu Ausländern.
    An Nicht-Deutsche (bzw. Deutsche, die vorher andere Staatsangehörigkeit hatten): Einstellungen zum Verhältnis von Deutschen und Ausländern.

5.4. Soziale Ungleichheit und Benachteiligung

  • Beurteilung sozialer Unterschiede als groß/gering, Beurteilung sozialer Unterschiede als gerecht/ungerecht, gerechter Anteil; Gefühl der Benachteiligung wegen Geschlecht / sozialer Herkunft/ ethnischer Herkunft / Nationalität / Religion; eigene Zukunftserwartungen im Vergleich zur Elterngeneration.

6. Gesellschaftliche und politische Beteiligung

  • Mitgliedschaft in Vereinen, Engagement und Teilnahme in Vereinen, Sympathie für informelle Gruppierungen und Engagement in informellen Gruppierungen, weitere soziale, kulturelle und politische Aktivitäten, Partizipationsbereitschaften und ausgeführte Aktivitäten.

Contact

+49 89 62306-127
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 Munich

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Bundesministerium für Famile, Senioren, Frauen und Jugend

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