Kooperation

Kooperation ist eine mit vielen positiven Erwartungen überladene Problemlösungsstrategie, auf die in Politik, Wirtschaft und in der psychosozialen Arbeit gerne zurückgegriffen wird, wenn komplexe Aufgaben bearbeitet werden müssen. In dieser Studie werden am Beispiel der Kinder- und Jugendhilfe sowie den angrenzenden gesellschaftlichen Bereichen die Bedingungen für und Erfahrungen mit Kooperation untersucht. Ziel dabei ist es, zu einem tieferen Verständnis von Kooperationsprozessen im Allgemeinen und in der Kinder- und Jugendhilfe im Besonderen beizutragen. In der Kinder- und Jugendhilfe gibt es eine große Anzahl von Aussagen zu Kooperation, angefangen von gesetzlichen Vorschriften bis hin zu fast schon mystischen Heilsversprechen über den Nutzen von Kooperation. Differenzierung, Diversifizierung, Spezialisierung sowie Pluralisierung der Gesellschaft haben die Unübersichtlichkeit vergrößert und ihrerseits den Bedarf an (interinstitutioneller) Kooperation erhöht. Diese Entwicklungen sowie ihre jugendhilfeinterne Bearbeitung werden in der Studie dargestellt.

Die Forschungsperspektive gilt dem Prozess der Kooperation, d.h. die Funktionalität von Strukturen, Prozessen sowie Handlungsabläufen für den Kooperationszusammenhang selbst stehen im Vordergrund und nicht die Funktionalität für einzelne Beteiligte oder externe Akteure.

Die empirische Grundlage bilden vier ethnographisch orientierte Fallanalysen in zwei Regionen (57 qualitative Interviews, Beobachtungen und Dokumentenanalysen) in denen durch die Anwendung verschiedener qualitativer Erhebungsmethoden dichte Beschreibungen komplexer Beziehungen zwischen Organisationen vorgenommen wurden. Hinzu kommen quantitative Erhebungen bei öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe, die Aufschluss darüber geben, welche Verbreitung Kooperation in der Kinder- und Jugendhilfe bislang gefunden hat.

Ansprechpartner: Dr. Eric van Santen und Dr. Mike Seckinger

Veröffentlichung der Ergebnisse

Santen, Eric van/Seckinger, Mike (2003): Kooperation: Mythos und Realität einer Praxis. Eine empirische Studie zur interinstitutionellen Zusammenarbeit am Beispiel der Kinder- und Jugendhilfe. München Deutsches Jugendinstitut / ISBN 3-87966-402-1 Weiter  Download

Santen, Eric van/Seckinger, Mike (2019): Kooperation im ASD. In: Merchel, Joachim (Hrsg.): Handbuch Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD). 3., aktualisierte und erweiterte Auflage München: Ernst Reinhardt.

Santen, Eric van/Seckinger, Mike (2018): Netzwerke und Kooperation im Kinderschutz. Professionelle Herausforderungen bewältigen. In: Böwer, Michael/Kotthaus, Jochem (Hrsg.): Praxisbuch Kinderschutz. Herausforderungen bewältigen. Weinheim Basel: Beltz Juventa, S. 298-313

Santen, Eric van/Seckinger, Mike (2017): Kooperation und Konflikt. In: Kessl, Fabian/Kruse, Elke/Stövesand, Sabine/Thole, Werner (Hrsg.): Soziale Arbeit - Kernthemen und Problemfelder. Reihe: Soziale Arbeit GRUNDLAGEN. Band 1. 1 Aufl. Opladen & Toronto: Verlag Barbara Budrich, S. 194-201

Seckinger, Mike (2012): Kooperation trotz Konkurrenz. Zusammenarbeit von freien Trägern in widrigen Umwelten. Oder: das Marktprinzip ist nicht geeignet, ein System wie die Kinder- und Jugendhilfe zu steuern. In: Sozialmagazin. Die Zeitschrift für soziale Arbeit. 37. Jg., H. 10, S. 26-32

Santen, Eric van/Seckinger, Mike (2011): Die Bedeutung von Vertrauen für interorganisatorische Beziehungen ‑ ein Dilemma für die soziale Arbeit. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik, 9. Jg., H. 4, S. 387‑404

Seckinger, Mike (2010): Kooperation zwischen Kindergarten und Schule: kein einfaches Unternehmen. In: Diller, Angelika/Leu, Hans Rudolf/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.): Wie viel Schule verträgt der Kindergarten? Annäherung zweier Lernwelten, München, Verlag Deutsches Jugendinstitut, S. 201‑213

Santen, Eric van/Seckinger, Mike (2005): Fallstricke im Beziehungsgeflecht – die Doppelebenen interinstitutioneller Netzwerke. In: Petra Bauer/Ulrich Otto (Hrsg.), Institutionelle Netzwerke in Sozialraum- und Kooperationsperspektive. Tübingen: dgvt-Verlag, S. 201-220

Seckinger, Mike (2001): Kooperation eine voraussetzungsvolle Strategie in der psychosozialen Arbeit. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 50 Jg., Heft 4, 279-292

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