Viktimisierung(en) im Jugendalter

Sowohl die Erkenntnisse aus dem Hellfeld als auch die Befunde aus Dunkelfeldstudien weisen darauf hin, dass junge Menschen ein hohes Risiko haben, Opfer von Straftaten zu werden. Dabei sind männliche Kinder und Jugendliche ungefähr doppelt so häufig gefährdet, Opfer einer Gewaltstraftat zu werden wie weibliche Kinder und Jugendliche (Birkel u.a. 2019). Wenn junge Menschen Opfer einer Straftat geworden sind, dann stellt sich die Frage, wie das Erlebte bewältigt werden kann und an wen sie sich hierfür wenden. Eine fehlende Bewältigung des Erlittenen kann folgenreich für die Betroffenen sein. Bei der Bewältigung spielt vor allem das soziale Umfeld eine gewichtige Rolle, aber auch die institutionelle Unterstützung (Leuschner 2014).

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention will mit diesem Themenschwerpunkt dazu beitragen, das Wissen über die Hilfebedarfe von jungen Menschen mit Opfererfahrungen und das Wissen um die Ausgestaltung der pädagogisch ausgerichteten Angebote innerhalb der Kriminalitätsprävention zu verbessern.

Birkel, Christoph/Church, Daniel/Hummelsheim-Doss, Dina/Leitgöb-Guzy, Nathalie/Oberwittler, Dietrich (2019): Der Deutsche Viktimisierungssurvey 2017. Opfererfahrungen, kriminalitätsbezogene Einstellungen sowie die Wahrnehmung von Unsicherheit und Kriminalität in Deutschland. Wiesbaden.

Leuschner, Fredericke (2014): Ein Überblick über die deutsche Opferhilfelandschaft. In: Leuschner, Fredericke/Schwanengel, Colin (Hrsg.): Hilfe für Opfer von Straftaten. Ein Überblick über die deutsche Opferhilfelandschaft. Wiesbaden, S. 15–50.

Zum Thema

Angebote für junge Menschen mit Opfererfahrung(en)

Kriminalitätspräventive Angebote richten sich überwiegend an Täter oder potentielle Täter, weniger an Menschen mit Opfererfahrungen. Die opferorientierte Kriminalitätsprävention adressiert dagegen sowohl Menschen, die noch nicht Opfer wurden, aber gewissen Viktimisierungsrisiken ausgesetzt sind, als auch Menschen, die bereits Opfer einer Straftat wurden. Das Wissen über die Hilfebedarfe von Opfern und darüber hinaus das Wissen um die Ausgestaltung der dann für diese junge Menschen mit Opfererfahrung(en) pädagogisch ausgerichteten Angebote wird bislang zu wenig innerhalb der Kriminalitätsprävention näher betrachtet. Um die hier konstatierte Wissenslücke zu schließen, hat die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention am Deutschen Jugendinstitut e.V. eine Recherche zu opferbezogenen, pädagogischen Angeboten für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige durchgeführt.  Die Ergebnisse stellen Annemarie Schmoll und Dr. Diana Willems hier vor.

Zum Text

Forschungsaustausch mit der Universität von Örebro/Schweden: Viktimisierungserfahrungen von jungen Menschen und Unterstützungsbedarfe (1)

von links: Diana Willems, Sara Thunberg, Annalena Yngborn

Diana Willems und Annalena Yngborn von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention wurden vom 17. bis 20.04.2018 von der „School of Law, Psychology and Social Work“ an der Universität Örebro eingeladen, um über gemeinsame Forschungsthemen und Forschungsmethoden zu diskutieren und sich auszutauschen. Im Zentrum des Austauschs standen Forschungsarbeiten zum Themenbereich der Viktimisierung junger Menschen in Deutschland und Schweden sowie einer geeigneten Unterstützungsstruktur für jugendliche Opfer von Straftaten. Zudem stellten Diana Willems und Annalena Yngborn im Rahmen des Austauschs für die „Institutionen för Juridik, Psykologi och Socialt Arbete“ (Abteilung für Jura, Psychologie und Soziale Arbeit) die Arbeitsstelle vor.


Forschungsaustausch mit der Universität von Örebro/Schweden: Viktimisierungserfahrungen von jungen Menschen und Unterstützungsbedarfe (2)

von links: Bernd Holthusen, Annemarie Schmoll, Sara Thunberg, Diana Willems, Annalena Yngborn

Die Wissenschaftlerin und Doktorandin Sara Thunberg von der Universität Örebro war vom 6.11. bis zum 9.11.2018 Gast in der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention. Die bereits bestehende Forschungskooperation wurde vertieft und Sara Thunberg stellte in einem Vortrag ihre empirische Studie zu Unterstützungsbedarfen junger Menschen mit Opfererfahrungen in Schweden vor. Diana Willems und Annalena Yngborn von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention waren bereits im April diesen Jahres zu Besuch in der School of Law, Psychology and Social Work an der Universität Örebro.

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Deutsches Jugendinstitut
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