Migration und Flucht

Die wachsende Zahl junger Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung stellt die Fachpraxis und deren Netzwerke vor eine doppelte Aufgabe: Auf der einen Seite gilt es zu verhindern, dass diese jungen Menschen Opfer delinquenten Handelns werden. Auf der anderen Seite bedarf es angemessener kriminalitätspräventiver Angebote, um soweit als möglich zu verhindern, dass diese Jugendlichen selbst Straftaten begehen.
Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention sichtet amtliche Statistiken und Dunkelfelduntersuchungen zur Kriminalitätsbelastung sowie zur Viktimisierung junger Geflüchteter und Jugendlicher mit Migrationshintergrund, wertet diese aus und ordnet sie fachlich ein. Gleichzeitig recherchiert und beschreibt sie Angebote, die sich konkret an diese Zielgruppe richten, und vergleicht diese konzeptionell.

Haverkamp, Rita (2017): Kriminalität und Zuwanderung. Straftaten von, gegen und unter Geflüchteten. In: Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, 11. Jg., H. 4, S. 284–295.

Lechner, Claudia/Huber, Anna (2018): Ankommen nach der Flucht. Die Sicht begleiteter und unbegleiteter junger Geflüchteter auf ihre Lebenslagen in Deutschland. Projektbericht. Deutsches Jugendinstitut. München.

Walburg, Christian (2018): Angekommen und zugehörig? Migration, Integration und Jugenddelinquenz. In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform, 101. Jg., H. 1, S. 16–45.

Zum Thema

Publikation "Delinquenz junger Geflüchteter – Erkenntnisse aus Hell- und Dunkelfeld" von Thomas A. Fischer erschienen

Thomas A. Fischer hat zum Themenbereich Migration und Flucht einen Aufsatz mit dem Titel "Delinquenz junger Geflüchteter – Erkenntnisse aus Hell- und Dunkelfeld" veröffentlicht. In dem Aufsatz werden Daten amtlicher Statistiken (insbesondere der Polizeilichen Kriminalstatistik) sowie zentrale Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien zum Themenkomplex „Junge Geflüchtete und Delinquenz“ zusammengefasst und in ihrer Bedeutung für die Fachpraxis der Kriminalitätsprävention fachlich eingeordnet. Hierbei soll einerseits ein Beitrag zu einer Versachlichung und empirischen Fundierung der Diskussion geleistet werden, andererseits werden Leerstellen der Forschung zu diesem Themenkomplex herausgearbeitet und offene empirische Fragen benannt.


Publikation „Junge Geflüchtete zwischen Asyl-, Ausländer-, Aufenthalts-, Jugendhilfe- und Strafrecht: Ein Überblick über aktuelle Gesetzesänderungen und Verfahren“ erschienen

Zu dem Themenbereich „Migration und Flucht“ hat Annemarie Schmoll einen Aufsatz mit dem Titel „Junge Geflüchtete zwischen Asyl-, Ausländer-, Aufenthalts-, Jugendhilfe- und Strafrecht: Ein Überblick über aktuelle Gesetzesänderungen und Verfahren“ veröffentlicht. Die umfänglichen Gesetzesänderungen in diesen Rechtsgebieten haben (teilweise) zu Verunsicherungen bei den in der Sozialen Arbeit mit jungen Geflüchteten tätigen Fachkräften geführt. Die Broschüre bietet – entlang ausgewählter Schwerpunkte – für die Soziale Arbeit in diesem Feld notwendige Informationen.


Publikation "Viktimisierungserfahrungen junger Geflüchteter. Eine Annäherung an Größenordnungen und Herausforderungen" von Diana Willems erschienen

Zu dem Themenbereich Migration und Flucht hat Dr. Diana Willems einen Aufsatz mit dem Titel „Viktimisierungserfahrungen junger Geflüchteter. Eine Annäherung an Größenordnungen und Herausforderungen“ veröffentlicht. Dieser fasst zentrale Erkenntnisse amtlicher Statistiken sowie wissenschaftlicher Studien zu Art und Umfang von Viktimisierungserfahrungen geflüchteter junger Menschen zusammen und zeigt Herausforderungen für eine opferorientierte soziale Arbeit mit dieser oft mehrfachbelasteten Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener auf. Darüber hinaus ergeben sich offene Fragen, unter anderem dazu, ob sich Faktoren beschreiben lassen, die die Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Viktimisierung erhöhen bzw. senken oder wie die sehr unterschiedlichen biografischen Lebenserfahrungen adäquat aufgearbeitet werden können.


Delinquenz und Viktimisierungserfahrungen von jungen Geflüchteten

Die wachsende Zahl junger Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung stellt die Fachpraxis und deren Netzwerke vor eine doppelte Aufgabe: Auf der einen Seite gilt es zu verhindern, dass diese jungen Menschen Opfer delinquenten Handelns werden. Auf der anderen Seite bedarf es angemessener präventiver Angebote, um soweit als möglich zu verhindern, dass sie selbst Straftaten begehen. Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat in einem Positionspapier ihre fachlichen Einschätzungen zur aktuellen Diskussion über Delinquenz und Viktimisierungserfahrungen von jungen Geflüchteten unter Berücksichtigung der Polizeilichen Kriminalstatistik, der Fallzahlen zur Politisch Motivierten Kriminalität sowie den entsprechenden Bundeslagebildern des Bundeskriminalamts zusammengestellt. Außerdem verweist sie auf drängende Forschungslücken im Themenkontext Junge Geflüchtete und Delinquenz und plädiert für mehr (und auch anderes) Wissen über junge Geflüchtete mit Delinquenzerfahrungen.


Ambulante Maßnahmen für junge Flüchtlinge - eine Herausforderung für die Jugendhilfe?

Zum Thema Ambulante Maßnahmen für junge Flüchtlinge führt Bernd Holthusen ein Gespräch mit Erwin Schletterer, Geschäftsführer der Brücke e.V. in Augsburg. Die Brücke e.V. ist seit vielen Jahren im Bereich der Kriminalitätsprävention tätig.

zum Gespräch

Delinquenzprävention in der Einwanderungsgesellschaft

Straffällige (männliche) Jugendliche mit Migrationshintergründen sind in den offiziellen Kriminalitätsstatistiken oft überrepräsentiert. Welche Rolle spielen diese Jugendlichen in der Jugendhilfe? Welche pädagogischen Strategien gibt es, sie zu erreichen – und, falls überhaupt, welche Bedeutung hat hier der Migrationshintergrund? Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat einmal genauer hingesehen und ist dabei auf ein schwieriges Arbeitsfeld mit vielen Fallstricken und Stolpersteinen gestoßen, wie in einem Aufsatz in den DJI-Impulse nachzulesen ist: Straffällige Jugendliche mit Migrationshintergründen

Weitere Veröffentlichungen der Arbeitsstelle

  • Hoops, Sabrina (2018): Junge Geflüchtete und Delinquenz. Ein Thema, zu dem wir dringend mehr (und auch anderes) Wissen brauchen. In: Forum Kriminalprävention. H. 4, S. 14-16. https://www.forum-kriminalpraevention.de/ausgabe-042018.html
  • Hoops, Sabrina/Holthusen, Bernd (2015): Unbekannt, unerreicht und unverstanden? Straffällige männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund als Adressaten der Kinder- und Jugendhilfe. In: Dollinger, Bernd/Oelkers, Nina (Hrsg.): Sozialpädagogische Perspektiven auf Devianz. Reihe: Verbrechen & Gesellschaft. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 241-261. Publikation
  • Hoops, Sabrina/Willems, Diana (2015): Straffällige Jugendliche mit Migrationshintergrund - und die Jugendhilfe? In: Kommission Sozialpädagogik (Hrsg.): Praktiken der Ein- und Ausschließung in der Sozialen Arbeit. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 265-274.
  • Beitrag der Arbeitsstelle zum BMJ-Symposium 2008: Das Jugendkriminalrecht vor neuen Herausforderungen. Download
  • Band 5 der Publikationsreihe der Arbeitsstelle (2002): "Die mitgenommene Generation. Aussiedlerjugendliche - eine pädagogische Herausforderung für die Kriminalitätsprävention". Download | Bestellung

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