Konzeption und Methode


Das Projekt baut auf dem Stand der Forschung zur Lebenslage Alleinerziehender auf und bezieht dabei die Armutsforschung (einschließlich der Forschungen zur Kinderarmut) mit ein. Dem weitwinkligen Lebenslagen-Ansatz entspricht ein Methoden-Mix, der standardisierte Befragungen mit qualitativen und Experten-Interviews sowie mit der Auswertung von Materialien und anderen Forschungsergebnissen verknüpft. Dabei ist eine Auseinandersetzung mit dem Hintergrund für die materiell-ökonomische Verletzlichkeit der Alleinerziehenden-Haushalte notwendig. Er besteht in der ungebrochenen Wirkmächtigkeit des Geschlechtervertrags, der weiterhin auf der modernisierten Versorgerehe (eineinhalb Erwerbstätige je Elternpaar) beruht. Nicht nur die soziale Sicherung von Ehefrauen und Müttern, sondern auch der Zugang zum Arbeitsmarkt ist über weite Strecken von der Einbindung in eine Ehe und den alltäglichen Rückhalt dort, z.B. bei der Überbrückung von Zeitlücken der institutionellen Kinderbetreuung abhängig. Diese Form der Geschlechter-Arbeitsteilung ist nicht nur in den sozialen Sicherungssystemen, dem Steuersystem und den Handlungsregeln der Institutionen verankert, sondern auch in den mentalen, kulturell überlieferten Werten und Einstellungen der Alleinerziehenden (wie anderer Eltern) in der Gesellschaft.
Fragen nach diesen mentalen Prägungen und Wertorientierungen spielen in der standardisierten Befragung wie in den qualitativen Intensiv-Interviews eine wichtige Rolle. Sie bilden den Hintergrund, vor dem die Erfahrungen der befragten Alleinerziehenden mit Institutionen des Hilfesystems, vom Sozialamt und der Arbeitsagentur über die verschiedenen Beratungsstellen bis zu den Kindertagesstätten aufzufächern sind.
Die Ergebnisse aller Arbeitsstränge werden unter der Leitfrage nach den wirksamsten Ansatzpunkten für eine Unterstützung Alleinerziehender bei der nachhaltigen Arbeitsmarktintegration – entsprechend ihrer Qualifikation und ihren Kompetenzen – zum Handlungskonzept zusammengeführt. Die Frage nach der relativen Wirksamkeit einzelner Bausteine des Handlungskonzepts wird im Dialog mit den Begleitgremien und ggf. mit Fokusgruppen aus der Zielgruppe „Alleinerziehende“ bearbeitet.

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Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
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