Der Elfte Kinder- und Jugendbericht - Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland - ist ein Gesamtbericht und trägt den Titel: "Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung".

Die Kommission übergab den Elften Kinder- und Jugendbericht im Juli 2001 an Frau Bundesministerin Christine Bergmann. Zusammen mit der Stellungnahme des Bundesregierung wurde der Bericht im Februar 2002 der Presse vorgestellt.

Der Vorsitzende der Sachverständigenkommission des 11. Kinder- und Jugendbericht und damaliger Direktor des DJI, Prof. Dr. Ingo Richter, hob bei der Übergabe des Berichtes an das zuständige Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Januar 2002 folgende Kernaussagen der Kommission hervor:
- Kinder und Jugendliche leben in einer tendenziell "kinderlosen Gesellschaft". Kinder und Jugendliche werden zu einem "knappen Gut", zur "Mangelware". Die Kommission fordert einen Neuen Generationenvertrag durch einen Systemwechsel bei den sozialen Leistungen und zwar eine Umverteilung der Belastungen zwischen den Generationen durch eine familienfreundliche Gestaltung der Arbeitswelt und den Ausbau einer bedarfsgerechten sozialen Infrastruktur - "Dienste vor Geld" lautet die Kurzformel.
- "All animals are equal, but some animals are more equal than others" (Georg Orwell 1945): Die Kommission hat festgestellt, dass sich die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen nach Geschlecht, Bildung, Schicht/Klasse, Region und Migrationshintergrund deutlich unterscheiden. Die Sozialpolitik der vergangenen Jahre hat zwar allen gedient; sie hat jedoch einen sogenannten Fahrstuhleffekt gehabt: Alle kommen weiter nach oben, aber einige schneller und höher als andere.
- Gefahren der "Ghettoisierung" einiger Städte und der "Entvölkerung" einiger ländlicher Gebiete: Die Kommission bekennt sich zu einem sinnvollen Konzept der Regionalisierung, das den Entwickungsbedarf dieser Gebiete deutlich berücksichtigt. Sie sieht im Programm "Soziale Stadt" der Bundesregierung und dem Begleitprogramm des BMFSFJ "Entwicklung und Chancen" einen richtigen Ansatz zur Lösung dieser Probleme, denn es ist nach wie vor die Aufabe der Politik, für die Herstellung gleicher Lebensbedingungen in allen Teilen des Landes zu sorgen.
- Stärkung des sozialen und kulturellen Kapitals: Die Kommission fordert ... die Familien- und Jugendpolitik als Lebenslagenpolitik und damit auch als Bildungspolitik zu begreifen. Sie fordert mehr Zeit für Bildung ... im Sinne einer Förderung und Anerkennung auch der außerschulisch erworbenen Kompetenzen.
Mit dem Motto "Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung" meint die Kommission, dass in allen Lebensbereichen durch politische Gestaltung chancengleiche und nachhaltig förderliche Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen geschaffen und gewährleistet werden müssen. Öffentliche Verantwortung heißt nicht "Verstaatlichung von Erziehung und Bildung", sondern im Gegenteil die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern und der Bildungskompetenzen der Kinder und Jugendlichen. Mit diesem Begriff der öffentlichen Verantwortung will die Kommission die ideologische Auseinandersetzung "Staat versus Eltern" überwinden und auf die Ebene der Erfüllung der Aufgaben heben, die die Gesellschaft den Kindern und Jugendlichen schuldet.



Im Rahmen der Erarbeitung des Elften Kinder- und Jugendberichts wurden von der Sachverständigenkommission Expertisen zu zentralen Themen in Auftrag gegeben. Ihre Veröffentlichung erfolgte in fünf Materialienbänden.

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