Europa

Die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung gab einen weiteren Anstoß, dass das Ziel einer gemeinsamen Bildung, Betreuung und Erziehung von jungen Menschen mit und ohne Behinderung in Deutschland auf der politischen Agenda nach vorne geschoben wurde. Deshalb erscheint es sinnvoll, systematisch auf Strategien und Erfahrungen damit, wie eine inklusive Bildung, Betreuung und Erziehung von jungen Menschen mit und ohne Behinderungen sichergestellt werden kann, in anderen Mitgliedsstaaten der EU zu schauen. So eröffnen sich Lernchancen für die Ausgestaltung inklusiver Angebote in Deutschland.

Angeboten aus der Kindertagesbetreuung kommt eine Schlüsselrolle bei der Inklusion von behinderten und nicht-behinderten Kindern zu. Schließlich ermöglichen diese es Kindern bereits in jungen Jahren, "Anders-sein" in pädagogisch begleiteten alltäglichen Lebenswelten zu erleben. Der im fachlichen Austausch mit ExpertInnen aus dem europäischen Ausland gewonnene Blick auf eine andere Praxis wird zu Empfehlungen für eine weitere Entwicklung der Angebote der Kindertagesbetreuung zusammengefasst werden.
Die Ergebnisse unserer in den letzten Erhebungswellen durchgeführten Europastudie haben gezeigt, dass ein Austausch mit verschiedenen europäischen Ländern interessante Anstöße für die Fachdiskussion in Deutschland geben kann.

In der Studie der fünften Projektphase unternahmen wir den Versuch, von der Ebene des Austauschs von Konzepten auf die Ebene des Austauschs über konkrete Handlungs- und Umsetzungsstrategien von Elternarbeit im Rahmen stationärer Hilfen zur Erziehung zu kommen. Ziel der Studie war es, die Erfahrungen mit Elternarbeit in anderen europäischen Ländern aufzubereiten, indem die Arbeitsmethoden hinsichtlich der Förderung und Stabilisierung des Familiensystems verglichen wurden. Es wurde geprüft, ob aus den Erfahrungen in anderen europäischen Staaten Rückschlüsse und Anregungspotential für eine Weiterentwicklung der Elternarbeit im stationären Kontext im deutschen Jugendhilfesystem gezogen werden können.

In einer früheren Erhebungswelle haben wir aufgrund des bisher nur wenig systematisierten Wissens über Hilfeformen für Kinder und Jugendliche in den Ländern der Europäischen Union zwei Fallbeispiele erarbeitet, die in jedem europäischen Land vorkommen könnten und Experten gebeten, anhand der dazu gestellten Fragen die Reaktionen der Hilfe- und Unterstützungssysteme in ihrem Land zu beschreiben. Die Forschungsergebnisse haben den ersten europäischen Kinder- und Jugendbericht ergänzt, der von der EU in Auftrag gegeben wurde, und wurden in englischer und deutscher Sprache publiziert.


Eine Darstellung der Ergebnisse findet sich in:

Projekt "Jugendhilfe und sozialer Wandel" (Hrsg.) (2010): Zusammenarbeit mit Eltern in stationären Hilfen zur Erziehung - Ein Blick abroad. Internetrecherche und Expertise. Download

Pluto, Liane/Santen, Eric van (2007): Was können wir von anderen lernen? Denkanstöße zur Gestaltung erzieherischer Hilfen aus anderen europäischen Ländern. In: Sozialpädagogisches Institut im SOS-Kinderdorf e.V.(Hrsg.): Wohin steuert die stationäre Erziehungshilfe. Dokumentation zur Fachtagung. München, S. 188-207

Mamier, Jasmin/Pluto, Liane/Santen, Eric van/Seckinger, Mike/Zink, Gabriela (2003). Hilfen zur Erziehung im europäischen Vergleich. Eine vergleichende Auswertung sozialstaatlicher Reaktionen auf zwei Fallbeispiele aus der Kinder- und Jugendhilfe Download

Mamier, Jasmin/Pluto, Liane/Santen, Eric van/Seckinger, Mike/Zink, Gabriela (2003). Comparative Analyses of Educational assistance in Europe. A Comparative evaluation of the reactions of the welfare state based on two case studies taken from the Child and Youth Welfare System Download

Kontakt

+49 89 62306-169
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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