Methodisches Vorgehen

Unter diesen Aspekten standen im Mittelpunkt der ersten Projektphase empirische Analysen
der Indikationen und der Verfahren und der ihnen zugrundeliegenden fachlichen und rechtlichen Prämissen und institutionellen Rahmenbedingungen bei der Entscheidung für eine freiheitsentziehende Maßnahme bzw. für mögliche Alternativen auf Seiten der Kinder- und Jugendhilfe (vor allem auf Seiten der fallführenden Instanzen in den Jugendämtern); sowie
des Zusammenwirkens zwischen Jugendämtern, freien Trägern und Familiengerichten bei der Entscheidung für bzw. gegen eine freiheitsentziehende Maßnahme nach § 42,3 KJHG bzw. §§ 27 und 34 KJHG i.V. mit § 1631 b BGB; Fokussiert wurden ebenfalls die Vorgeschichten und Hilfekarrieren von „besonders schwierigen“ Mädchen und Jungen und den (geschlechtsspezifischen) Indikationen, mögliche Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen sowie Entscheidungswege, Begründungen, strukturelle Bedingungen und Kooperationsformen zwischen Jugendhilfe, Justiz und ggf. auch Kinder- und Jugendpsychiatrie, die schließlich in zeitweise geschlossene Unterbringung führten.

Das an multiperspektivisch angelegte Forschungsprojekt basiert auf folgenden Projektmodulen:

Modul 1: Befragungen und Dokumentenanalysen in ausgewählten Jugendämtern
Modul 2: Befragungen in Einrichtungen, die freiheitsentziehende Maßnahmen durchführen.
Modul 3: Befragung von betroffenen Jugendlichen und deren Bezugspersonen
Modul 4: Befragungen von Fachkräften der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Modul 5: Vergabe von Expertisen zum Thema „Verfahrenspflege“
Das Modul 3 (Adressatenbefragung)wurde im Rahmen einer Projektverlängerung zum "Zusatzmodul Effekte" erweitert. Dessen Ziel war die Erfassung der kurz- und längerfristigen Effekte der Freiheitsentziehenden Maßnahmen aus der Sicht der betreuten Jugendlichen wie ihrer Bezugspersonen (Pädagogen und Eltern).

Der Bericht (2010) kann von dieser Webseite heruntergeladen werden.

Kontakt

+49 89 62306-267
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
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