Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird in einer jährlichen, bundeslandrepräsentativen Elternbefragung die Betreuung von Kindern im Alter unter fünfzehn Jahren (daher: U15) in Deutschland untersucht.

Die DJI-Kinderbetreuungsstudie U15 schließt an die von 2012 bis 2015 am Deutschen Jugendinstitut durchgeführte KiföG-Länderstudie an, welche die Betreuungsbedarfe sowie die aktuelle Betreuungssituation von unter dreijährigen Kindern auf Länder- und Bundesebene aus der Perspektive der Eltern untersuchte. Die DJI-Kinderbetreuungsstudie U15 geht über ihre Vorgängerstudie hinaus, indem sie zum ersten Mal auch Kinder von drei bis unter fünfzehn Jahren in den Fokus nimmt.

Untersuchungsschwerpunkte sind die aktuelle Betreuungssituation, die Betreuungswünsche der Eltern, die Erwartungen an die Qualität der Betreuung sowie die Gründe der Nichtinanspruchnahme von Betreuung.

Jährlich erscheinende Berichte:

- In Planung: DJI-Kinderbetreuungsreport

- Kindertagesbetreuung Kompakt

- fruehe-chancen.de: interaktive Karten

Buchveröffentlichungen:

- In Planung: Inanspruchnahme von Kindertagesbetreuung vor dem Hintergrund sozialer und regionaler Disparitäten (Aufsatzsammlung)

Zeitschriftenartikel:

- Diskurs Kindheits- und Jugendforschung

Weitere Veröffentlichungen:

- Gleiche Chancen durch frühe Bildung

Eine gute Kinderbetreuung sowie frühe Förderung für alle Kinder gehören für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben in Deutschland. Dabei ist die Schaffung von bedarfsgerechten Betreuungsangeboten eine wichtige Voraussetzung, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für junge Familien zu ermöglichen.

Neben der Abbildung des quantitativen Ausbaus durch Auswertungen der amtlichen Statistik sind es daher vor allem die Wünsche der Eltern, die Auskunft darüber geben, inwieweit das derzeitige Angebot in der Kindertagesbetreuung den tatsächlichen Bedarfen entspricht. Diese elterlichen Bedarfe bzw. Wünsche sind Gegenstand der DJI-Kinderbetreuungsstudie U15.

Die Ausweitung des Altersranges bei den Zielkindern ist vor dem Hintergrund, dass es bislang für Schulkinder keinen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gibt, besonders wichtig und innovativ. Durch die Elternbefragung kann untersucht werden, welche Eltern bei der Suche nach einem Betreuungsplatz besonders erfolgreich sind und sich durchsetzen. Dies gilt umso mehr, da der Betreuungsbedarf beim Übergang der Kinder zur Schule nicht mit einem Mal wegfällt, sondern fortbesteht. Bisher steht die Bedarfsdeckung, durch den dort geltenden Rechtsanspruch, lediglich bei den Nicht-Schulkindern (U3-Kinder und U6-Kindern) auf relativ sicherem Terrain.

Die Studie befasst sich mit der Betreuung von Kindern im Alter von unter fünfzehn Jahren aus der Perspektive der Eltern. Folgende Themen werden dabei untersucht:

- Betreuungssituation und Betreuungsbedarfe, einschließlich informeller Betreuungsarrangements mit beispielsweise den Großeltern oder Geschwistern

- Zufriedenheit mit den Angeboten

- Erwartungen an die Qualität einer Betreuung sowie die Bewertung deren Umsetzung

- Gründe der Nichtinanspruchnahme von institutioneller Betreuung

- Schwierigkeiten mit der Organisation der Betreuung

- Vereinbarkeit von Familie und Beruf

- Regionale Kontexte und Unterschiede in der Inanspruchnahme von Betreuung

Die DJI-Kinderbetreuungsstudie U15 wird seit 2016 als bundeslandrepräsentative Befragung von ca. 36.800 Eltern von Kindern unter fünfzehn Jahren durchgeführt. Auf Basis von Einwohnermeldeamtsstichproben werden pro Bundesland etwa 2.300 Interviews geführt. Dabei wird die jüngste Altersgruppe, die Kinder im Alter von unter einem Jahr, jährlich neu gezogen, während die älteren Kinder als Panelbefragung weitergeführt werden. Nicht erfüllte Fallzahlen bei den Panelfällen werden durch sog. Auffrischer-Fälle aufgefüllt.

Alle Interviews werden als Proxy-Interviews mit dem hauptsächlich betreuenden Elternteil (in über 90 Prozent der Fälle die Mutter des Kindes) geführt. Die Befragungsdauer beträgt bei CATI etwa 20 Minuten pro Interview.

Kontakt

+49 89 62306-239
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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