Im Rahmen des Ausbaus der Kinderbetreuungslandschaft für Kinder unter 3 Jahren hat in den Jahren 2006 bis 2013 eine erhebliche Ausweitung des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen stattgefunden. Daran schließen sich derzeit Debatten um steigende Qualifikationsanforderungen an die dort tätigen pädagogischen Fachkräfte sowie Debatten um eine Professionalisierung der Pädagogik der frühen Kindheit hin zur Entwicklung einer eigenständigen Profession an. Im Zuge des in einigen Regionen zu beobachtenden Personalmangels finden gleichzeitig Diskussionen um die Ausbildung und Qualifizierung von Quereinsteigern sowie die Konzeption entsprechender Modelle statt. Nicht nur vor dem Hintergrund von weiteren Ausbauerfordernissen, sondern auch vor dem Hintergrund von geforderten Qualitätsverbesserungen sowie dem absehbaren Ersatzbedarf für die kurz vor der Nacherwerbsphase stehenden Fachkräfte ist in den nächsten Jahren von einer deutschlandweiten weiter steigenden Nachfrage nach pädagogischen Fachkräften und weiteren Debatten um die Fachkräftesicherung auszugehen.

Trotz vieler Studien zu pädagogischen Fachkräften in frühkindlicher Bildung fehlt es bisher noch an vertiefenden, längsschnittlich angelegten Forschungsarbeiten, die differenzierte Informationen über die Berufsbiografien und die Arbeitsmarktsituation dieser Beschäftigtengruppe liefern.

Die Studie Berufsverläufe von pädagogischen Fachkräften, die in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchgeführt wird, knüpft an eine Forschung zu berufsbiografischen und arbeitsmarktsoziologischen Fragestellungen an und untersucht, durch welche Merkmale die Berufsbiografien von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen gekennzeichnet sind. Dies umfasst Fragen nach Diskontinuitäten in den Berufsverläufen pädagogischer Fachkräfte, z. B. durch häufige Jobwechsel und Arbeitslosigkeit, sowie Fragen nach dem kurzzeitigen oder dauerhaften „Drop out“ aus dem Berufsfeld, z. B. durch horizontale und vertikale berufliche Mobilität zwischen verschiedenen Berufsfeldern. Daran anschließend werden längsschnittliche Analysen, unter anderem zum Weggang aus dem Beruf, der regionalen Mobilität der Fachkräfte sowie zum Verbleib von verschiedenen Typen von Quereinsteigern im Berufsfeld, durchgeführt.