Das Kompetenzteam "Erwachsene/Familie" beschäftigt sich mit den Lebenslagen und der Lebensführung von Familien. Die theoretische Rahmung des familienbezogenen Fragebogenmoduls in AID:A erfolgt durch das Konzept der familialen Lebensführung, welches sich mit der Verschränkung individueller Lebensführungen innerhalb einer Familie beschäftigt. Dabei werden Aktivitäten, Alltagsorganisation und -praxen von und in Familien in den Blick genommen. Das Hauptziel des familienbezogenen Fragemoduls ist es, die Alltagspraktiken von Familien und ihre Situierung in spezifischen Lebenslagen besser beschreiben zu können. Was wird in Familien getan – gemeinsam, aber auch von jedem für sich? Wie verschränken die Akteure ihre individuellen Lebensführungen zu einer gemeinsamen, familialen Lebensführung? Und wie zufrieden sind sie mit diesen Arrangements? Dabei soll

  • der Alltag von Familien in spezifischen Konstellationen, Lebens- und Risikolagen abgebildet
  • und die Leistungen und Bedürfnisse von Familien herausgearbeitet werden.

Das für Mütter und Väter entwickelte Modul enthält Fragen zu wesentlichen Bereichen familialer Lebensführung: Partnerschaft, Elternschaft/Erziehung, Beruf, Freizeit, Arbeitsteilung, darunter eigens für die zweite Welle entwickelte Indikatoren zur Praxis und Bedeutung von Familienroutinen, zur individuellen und familialen Lebensqualität sowie zur Verschränkung der individuellen Lebensführungen zu einer gemeinsamen, familialen Lebensführung.

Darüber hinaus wird die Standarddemografie um einige, für aktuelle familienwissenschaftliche Fragestellungen relevante Themen ergänzt (z.B. zum Sorgerecht, zur familialen Multilokalität, zum externen Elternteil etc.).

Derzeit werden im Kompetenzteam Familie folgende Themen bearbeitet:

2015 und 2016 sind im Rahmen einer Dissertation zahlreiche Analysen zum Coparenting in Stieffamilien entstandenen. Unter anderem konnte anhand der Daten von AID:A II gezeigt werden, dass Eltern in Stieffamilien und komplexen Familien etwas häufiger mit Problemen bei der Zusammenarbeit in der Erziehung konfrontiert sind als Eltern in Kernfamilien. Erste Ergebnisse sind verfügbar unter: Erste Ergebnisse sind verfügbar unter: „DJI- Impulse“ und „Aufwachsen in Deutschland heute“. Weitere Analysen zum Thema sind in Planung.

Die Rolle der Väter in der familialen Lebensführung wurde anhand der Daten von AID:A II eingehend im Rahmen des Projekts „Väterreport 2015“ (Förderung: BMFSFJ) untersucht. In 2016 und 2017 liegt der Schwerpunkt der Analysen und Publikationen bei dem Thema „Das Vereinbarkeitsdilemma moderner Väter“. Erste Ergebnisse sind verfügbar unter: „DJI-Impulse“ und „Aufwachsen in Deutschland heute“. Weiterhin sind prospektive Analysen von AID:A I und II zur Entwicklung väterlichen Engagements mit steigendem Alter der Kinder geplant.

Das Thema „Egalitäre Partnerschaften“ wird im Rahmen einer Dissertation bearbeitet. Nachdem 2016 der theoretische Rahmen, die Definition und Operationalisierung egalitärer Partnerschaften erarbeitet wurden, sind für 2017 prospektive Analysen zu AID:A I und II geplant. Diese sollen Aufschluss über Veränderungen im Erwerbsarrangement und bei der Aufteilung der Familienarbeit während des Aufwachsens der Kinder geben. Bisherige Querschnitt-Analysen mit AID:A II zeigen, dass nur sehr wenige Eltern eine egalitäre Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit praktizieren.

Abteilungsübergreifend zwischen den Abteilungen Z und F wird derzeit (2016) ein Index familialen Well-Beings operationalisiert. Zur Untersuchung der nahräumlichen Lebensbedingungen von Familien wurden bereits erste Analysen der mit AID:A II verknüpften georeferenzierten Daten durchgeführt. In 2017 sollen Auswirkungen von Veränderungen räumlicher Gegebenheiten auf das Family Well-Being untersucht werden.

Das Thema wurde bis Februar 2017 von Patrick Schanz bearbeitet.

In Kooperation mit dem Kompetenzteam Sozialberichterstattung wurden 2016 Analysen zum Zusammenhang von Migrationshintergrund und Bildungserfolg unter Einbezug der Großelterngeneration durchgeführt. Erste Ergebnisse sind verfügbar unter „Aufwachsen in Deutschland heute“.  Ab 2017 wird das Thema im Kompetenzteam Sozialberichterstattung in Zusammenarbeit mit dem FSP weiter bearbeitet.

2014 wurden Analysen zur sozioökonomischen Lage sowie der Alltagsgestaltung und dem Wohlbefinden von Kindern und ihren Eltern in Familien mit drei und mehr Kindern durchgeführt. Deutlich wurde, dass kinderreiche Familien durch die hohen Ausgaben finanziell häufig unter Druck stehen, aber dennoch über ein hohes Maß an Wohlbefinden verfügen.

Das Thema wurde durch Josefine Klinkhardt und Claudia Zerle-Elsäßer bearbeitet. Erste Ergebnisse sind verfügbar unter „DJI- Impulse“.

Während für eine Familiengründung zahlreiche Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen, scheint eine Familienerweiterung oft selbstverständlich. Anhand prospektiver Analysen von AID:A I und II-Daten konnte gezeigt werden, dass der Kinderwunsch der Mutter der entscheidende Prädiktor für eine erfolgte Familienerweiterung zwischen den beiden Erhebungszeiträumen ist. Dies gilt für zweite Kinder deutlich stärker als für geplante dritte und vierte Kinder.

Das Thema wurde 2014 und 2015 durch Angelika Tölke bearbeitet. Erste Ergebnisse sind verfügbar unter „Aufwachsen in Deutschland heute“.

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