Direktorin & Direktoren

Erster hauptamtlicher Direktor ist Prof. Dr. Werner Küchenhoff. Er wird zum 1. April 1964 berufen und führt das Deutsche Jugendinstitut bis 1966. Im Jahr 1966 kehrt er nach dem Ende seiner Beurlaubung wieder an die Pädagogische Hochschule Hannover zurück. In dieser Zeit hat das DJI noch keine eigenen Forschungsprojekte. Zu den Aufgaben des Instituts gehört das Sammeln und Dokumentieren wissenschaftlicher Literatur sowie die Vergabe und Förderung von Forschungsaufträgen.

Walter Hornstein (Jg. 1929) studiert katholische Theologie an der Universität Freiburg im Breisgau und später Erziehungswissenschaft, Psychologie, Germanistik und Philosophie in Tübingen. 1963 promoviert er mit einer Arbeit zur literarischen und pädagogischen Figur des „Hoffnungsvollen Jünglings“. Walter Hornstein wird 1967 Direktor des Deutschen Jugendinstituts. Er führt das DJI durch eine lebhafte Zeit, die durch Reformwillen und Diskussionsfreude gekennzeichnet ist und in der es sich von einer reinen Dokumentationsstelle zu einem Institut mit einem eigenen sozialwissenschaftlichen Profil entwickelt. Das DJI begleitet nun sozialpädagogische Modellprojekte und führt empirische Studien durch. Die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wächst von einem Dutzend auf 150 Personen. Nach zehn Jahren als DJI-Direktor wird Walter Hornstein als Professor für Sozialisationsforschung an die Universität der Bundeswehr in München berufen, 1995 geht er in den Ruhestand. Walter Hornstein stirbt im Jahr 2012.

Hanns Eyferth (Jg. 1901) studiert Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Psychologie und promoviert im Jahr 1924. Anschließend leitet er ein Heim für entwicklungsgeschädigte und -gestörte Kinder. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er Mitbegründer des Landesjugendamts in Brandenburg. Im Jahr 1951 wird Hanns Eyferth Rektor der Pädagogischen Hochschule Lüneburg, 1960 beginnt er als Referent für Lehrerbildung und Pädagogische Hochschule im niedersächsischen Kultusministerium. Ab 1961 ist er Vorsitzender des Trägervereins des Deutschen Jugendinstituts. Im Jahr 1977 übernimmt Prof. Dr. Hanns Eyferth für kurze Zeit die kommissarische Leitung des DJIs. Er stirbt im Jahr 1989.

Line Kossolapow wird 1935 im russischen Kropotkin geboren. Nach der Flucht ihrer Familie nach Deutschland studiert sie Erziehungswissenschaft, Anglistik, Slawistik, Geschichte, Philosophie, Geografie und Sport in Münster, München, London und Tübingen. Sie promoviert 1968 über „Musische Erziehung zwischen Kunst und Kreativität“. Seit dem Jahr 1970 lehrt sie in Münster Allgemeine Pädagogik und Vorschulerziehung. 1978 lässt sie sich beurlauben, um die Stelle als Direktorin des DJIs anzutreten. Ihr Amtsantritt fällt in eine Zeit, in der sich das DJI in einer schwierigen Lage befindet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen nach Orientierung und Motivation. Auf Anregung der neuen DJI-Direktorin findet eine außerinstitutionelle Lagebesprechung statt, die die Mitarbeiterschaft als hilfreich empfindet. Im Jahr 1981 folgt Line Kossolapow einem Ruf der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster auf den Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik/Vorschulerziehung. Im Jahr 2000 geht sie in den Ruhestand.

Lothar Böhnisch (Jg. 1944) studiert Geschichte, Soziologie und Ökonomie an den Universitäten Würzburg und München. Seit 1970 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am DJI übernimmt er später die Leitung der Abteilung „Jugend und Jugendhilfe“. Zwischen den Jahren 1981 und 1984 ist er kommissarischer Direktor des DJIs. Das DJI befindet sich zu dieser Zeit an einem Wendepunkt: Nach der Expansion in den 1970er-Jahren muss es sein wissenschaftliches Profil schärfen, sich in der Forschungs- und Praxislandschaft neu positionieren und profilieren. Im Jahr 1984 verlässt Lothar Böhnisch das DJI und geht an die Universität Tübingen. Dort baut er den Schwerpunkt Landjugend- und Regionalforschung (in Kooperation mit dem DJI) auf. Anschließend lehrt Lothar Böhnisch an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der TU Dresden und wird 1991 Gründungsprofessor für Sozialpädagogik und Sozialisation der Lebensalter. Im Jahr 2008 nimmt er eine Professur der Universität Bozen (Italien) an der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen an.

Hans Bertram (Jg. 1946) studiert Soziologie, Psychologie und Jura in Münster und Mannheim. Von 1981 bis 1984 lehrt er als Professor an der Bundeswehrhochschule in München Soziologie. Im Anschluss daran leitet er das Deutsche Jugendinstitut. Er übernimmt das DJI zu einer Zeit, in der die Finanzierung zunächst unsicher ist. Unter seiner Leitung wird eine Transformation vorgenommen, die den Umbau der Verwaltung ebenso einschließt wie die Neuausrichtung der Wissenschaft. Das DJI legt in seiner Zeit einen deutlich stärkeren Akzent auf die Empirie. Die Folgen dieser „quantitativen Wende“ sind der erste Familiensurvey und etwas später der Jugendsurvey des Deutschen Jugendinstituts. Durch regelmäßige Befragungen gewinnt das DJI detaillierte Informationen über die Lebenslagen und Orientierungen von Familien, Jugendlichen und Kindern. Zudem schärft das Institut durch den Aufbau der Regionaldatenbank den Blick auf die unterschiedlichen regionalen Lebensverhältnisse sowie – nach der Maueröffnung – auf den Ost-West-Vergleich. Hans Bertram verlässt das DJI im Jahr 1992 und folgt einem Ruf der Humboldt-Universität zu Berlin auf die Professur für Mikrosoziologie.  

Ingo Richter (Jg. 1938) studiert Jura an den Universitäten Göttingen, München, Hamburg und Paris. 1965 promoviert er an der Universität Hamburg, 1966 an der Université de Paris. Zwischen den Jahren 1967 bis 1979 leitet er die Abteilung Recht und Verwaltung des Bildungswesens des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. 1975 übernimmt er eine Professur für Staats- und Verwaltungsrecht an der FU Berlin. Ingo Richter wird im Jahr 1993 neuer Direktor des DJI. Während seiner Amtszeit wird unter anderem die Sozialberichterstattung ausgebaut und die Forschung auf die neuen Bundesländer ausgeweitet. Neben der Einrichtung neuer Arbeitsbereiche wird auch die Außenstelle Leipzig, die aus dem Zentralinstitut für Jugendforschung (ZIJ) der DDR hervorging, weiterentwickelt und später in die Frankeschen Stiftungen nach Halle verlagert.

Thomas Rauschenbach (Jg. 1952) studiert Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie an der Universität Tübingen. Nach seiner Promotion im Jahr 1981 bleibt er an der Universität, zunächst als wissenschaftlicher Angestellter, später als Akademischer Rat. Im Jahr 1989 wird er Professor und Lehrstuhlinhaber für Sozialpädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Universität Dortmund.

Thomas Rauschenbach übernimmt 2002 als Direktor die Leitung des Deutschen Jugendinstituts. In seiner Amtszeit wird der Forschungsverbund DJI/TU Dortmund gegründet, den er ebenso leitet wie die dort angesiedelte Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik. Unter seiner Leitung wird außerdem die DJI-Surveyforschung reformiert: Die einzelnen Befragungen finden Eingang in den neuen DJI-Survey AID:A (Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten). Darüber hinaus ist Thomas Rauschenbach nicht nur Mitglied der Kommissionen des 11. und 14. Kinder- und Jugendberichts, sondern auch Vorsitzender der Kommission des 12. Jugendberichts. Zudem gehört er von Beginn an zur verantwortlichen Autorengruppe für die nationale Bildungsberichterstattung.

 

 

Standorte

Im Jahr 1963 nimmt das Deutsche Jugendinstitut (DJI) als eingetragener Verein in der Leopoldstraße 7 in München seine Arbeit auf. Da die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wächst, wird schon einige Jahre später der erste Umzug notwendig.

Im Frühsommer 1968 bezieht das DJI ein rotes Backsteingebäude in der Infanteriestraße 13. Wegen des zunehmenden Platzmangels werden in den folgenden Jahren weitere Räume im Stadtteil Schwabing angemietet: In der Römerstraße für den „Vorschulbereich“ und am Bonner Platz für den Bereich „Familiale Sozialisation“.

Der starke Zuwachs an Personal macht im Jahr 1974 einen weiteren Umzug des DJIs nötig: Das Institut findet Platz in der Saarstraße 7 in die Nähe des Olympiaparks. Damit können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder an einem Ort zusammenarbeiten. Das Gebäude in der Saarstraße 7 war zuvor Sitz des „Olympischen Komitees“ für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DJIs profitieren vom Design des Künstlers Otl Aicher, der als Gestaltungsbeauftragter der Olympischen Spiele unter anderem ein bis heute international weit verbreitetes System von Piktogrammen als Wegweiser entwickelte.

Nach zwölf Jahren in der Saarstraße bezieht das DJI aus Platzmangel 1986 ein Bürohaus in der Freibadstraße im Münchner Stadtteil Untergiesing. Das Institut liegt nun direkt an der südlichen Bahnlinie, auf der die Züge nach Österreich und Italien vorbeifahren.

Am 1. Januar 1991 wird das Jugendforschungsinstitut der DDR, das „Zentralinstitut für Jugendforschung“ (ZIJ), in das Deutsche Jugendinstitut integriert. 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Hauptgebäude in Leipzig und das vorhandene Inventar gehören nun für eine Übergangszeit zum DJI. Die „Regionale Arbeitsstelle des Deutschen Jugendinstituts“ bringt neue wissenschaftliche Ansätze mit: Das ZIJ war stark entwicklungspsychologisch ausgerichtet, seine Längsschnittuntersuchungen sind einmalig in Deutschland. Die Außenstelle des DJI siedelt im Jahr 2003 über nach Halle (Saale).

1996 zieht das DJI in die Nockherstraße, die direkt unter dem berühmten Nockherberg und in der Nähe zur Isar im Münchner Stadtteil Au liegt. Vor dem Umzug haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Gelegenheit, das Innere des neuen Gebäudes zu begehen und die Aufteilung der Abteilungen und Zimmer zu planen, bevor die festen Wände eingezogen werden. Das DJI mit seinen mittlerweile fast 100 Angestellten hat hier auch heute noch seinen Sitz.

Da die DJI-Außenstelle in Leipzig zu klein und renovierungsbedürftig ist, wird im Jahr 2003 der Umzug nach Halle (Saale) beschlossen. Etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beziehen ihre neuen Büros in den frisch renovierten Franckeschen Stiftungen.

  • 1961

    Das DJI wird gegründet

    Der Deutsche Bundestag beschließt am 27. April 1961 die Gründung des Deutschen Jugendinstituts (DJI). In seiner Gründungsurkunde erhält das DJI den Auftrag, sich „mit Aufgaben der Jugendarbeit und der Jugendforschung, vor allem der Dokumentation, fachlicher Information für Forschungsarbeiten, Erteilung von Forschungsaufträgen und der Auswertung von wissenschaftlichen Arbeiten“ zu befassen. Das DJI vereinigt das seit 1949 bestehende „Deutsche Jugendarchiv“ in München und das 1956 errichtete „Studienbüro für Jugendfragen“ in Bonn zu einem Institut.

  • 1963

    Arbeitsbeginn des DJIs

    Im Jahr 1963 nimmt das Deutsche Jugendinstitut e.V. in der Leopoldstraße 7 in München seine Arbeit auf.

  • 1965

    Das DJI wirkt am ersten Jugendbericht mit

    Das DJI betreibt in seiner Anfangsphase noch keine eigene Jugendforschung. Bis etwa 1967 ist es in erster Linie für die Dokumentation von Literatur, die Beratung von Politik und Praxis sowie für die Vergabe von Überblicksarbeiten zuständig. Im Jahr 1965 gibt das DJI die 18-bändige Expertisen-Reihe „Überblick über die wissenschaftliche Jugendkunde“ heraus. Daran arbeiten viele bekannte Jugend- und Familienforscherinnen und -forscher mit. Die Reihe dient als Quelle für den ersten Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 1965. Die Bücher mit Titeln wie „Das Geschichtsbild der Jugend“ (1964) oder „Gesellungsformen der Jugend“ (1965) sind nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Öffentlichkeit gedacht.

  • 1967

    DJI-Direktor Walter Hornstein

    Ab etwa dem Jahr 1967 verlagern sich die Aufgaben des DJIs von der reinen Forschungsförderung hin zu eigenständiger Forschung. Unter Direktor Walter Hornstein (1967–1977) wandelt sich das DJI von einem Dokumentationszentrum zu einem der größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitute in der Bundesrepublik. Die ersten interdisziplinären Projekte finden im Bereich der Jugendarbeit und der Jugend- und Jugendhilfeforschung statt: Das DJI untersucht die Themen Heimerziehung, Heilpädagogik, die Situation von Mädchen und Mädchenbildung, die politische Erziehung und Fragen des Jugendrechts.

  • 1969

    Pädagogisches Programm für Modellkindergärten

    Zu den ersten Arbeitsgruppen, die sich am DJI bilden, gehört die „Vorschulerziehung“. Durch ihre Forschungsprojekte wird die Erziehung im Kindergarten modernisiert. Im Jahr 1969 erhält das DJI vom Bundesland Rheinland-Pfalz den Auftrag, ein pädagogisches Programm für Modellkindergärten zu entwickeln und seine Umsetzung wissenschaftlich zu begleiten. Bereits die ersten Bände mit den Arbeitsergebnissen, die der Arbeitsbereich Vorschulerziehung des DJIs veröffentlicht, finden große Resonanz. Es folgt das Curriculum „Soziales Lernen“, das die inhaltliche und strukturelle Entwicklung des Kindergartens in allen Bundesländern bestimmt. Die Arbeit des DJIs trägt dazu bei, dass sich der Kindergarten zu einer anerkannten Erziehungs- und Bildungseinrichtung entwickelt.

  • 1970

    Erster Bericht zur Bildungspolitik

    1970 veröffentlicht die Bundesregierung den „Bildungsbericht '70“. Darin wird die Entwicklung im Schul- und Hochschulbereich seit 1945 vorgestellt und mit den Verhältnissen in anderen Staaten verglichen. Der Bericht empfiehlt eine Reform des Bildungswesens durch den Ausbau der Elementarerziehung, die integrierte Gesamtschule, die Verkürzung der Schulzeit und durch Veränderungen bei der Lehramtsausbildung und der Gesamthochschule.

  • 1971

    Das DJI ist Vorreiter in der Familienforschung

    Familienforschung und Familienberichterstattung gehören von Anfang an zum Profil des Deutschen Jugendinstituts. Dies wird mit der Gründung der Arbeitsbereiche Familie und Jugendhilfe im Jahr 1971 deutlich. Eines der wichtigsten Themenfelder, zu denen am DJI geforscht wird, sind die Hilfesysteme für Familien. In den frühen 1970er-Jahren gibt es erste bundesweite Studien zur Familienbildung und Familienberatung, und auch das Thema häusliche Gewalt wird wissenschaftlich untersucht.

  • 1972

    Das DJI entwickelt den "Situationsansatz"

    Die Bildungsreform der 1970er-Jahre führt dazu, dass der Bildungsauftrag des Kindergartens erweitert und professionalisiert wird. Das im Arbeitsbereich „Vorschulerziehung“ des DJIs entwickelte Konzept des Situationsansatzes trägt stark zu dieser Diskussion bei. Mit dieser neuen Methode werden Erlebnisse von Kindern zum Ausgangspunkt des pädagogischen Geschehens. Das DJI-Curriculum „Soziales Lernen“ beschreibt eine Reihe von Ereignissen, die pädagogische Fachkräfte aufgreifen und mit den Kindern thematisieren können: Kinder kommen neu in die Gruppe, sie streiten miteinander, sie zeigen Ängste, sind krank oder behindert. Das Curriculum ist kein Lehrplan, sondern es bietet eine Fülle von Anregungen und Praxiserfahrungen. Diese können Erzieherinnen und Erzieher, Kinder sowie Eltern für ihr eigenes Handeln nutzen.

  • 1972

    Neuer Sonderforschungsbereich zur Berufs- und Arbeitskräfteforschung

    Die Bildungsreform-Debatte der 1970er-Jahre betrifft neben der Schule auch Fragen der Arbeitswelt. Um diesen nachzugehen, werben das Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung und das Deutsche Jugendinstitut im Jahr 1972 gemeinsam Mittel bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein. Der Sonderforschungsbereich 101 „Theoretische Grundlagen sozialwissenschaftlicher Berufs- und Arbeitskräfteforschung“ eröffnet dem DJI die Möglichkeit, seine Forschungskapazitäten auf dem Gebiet der Sozialisation und Arbeit im Jugendalter zu erweitern.

  • 1972

    Das DJI beteiligt sich am dritten Jugendbericht

    Im Jahr 1972 erscheint der dritte Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung über Bestrebungen und Leistungen der Jugendhilfe. Das DJI hat bei diesem Bericht erstmals die Geschäftsführung für die Arbeit der Sachverständigenkommission übernommen, nachdem es bereits am zweiten Kinder- und Jugendbericht mitgewirkt hatte. Von nun an begleitet das DJI die Jugendberichte nicht nur als Geschäftsstelle, sondern es arbeitet den Kommissionsmitgliedern auch inhaltlich zu, recherchiert und redigiert den gesamten Bericht. Ab dem fünften Kinder- und Jugendbericht sind alle DJI-Direktoren wiederholt Mitglieder beziehungswiese Vorsitzende der Sachverständigenkommissionen.

  • 1973

    Die Verabschiedung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes

    Die Reform des Jugendhilferechts löst im Jahr 1973 heftige Debatten aus. Eine Sachverständigenkommission legt einen Diskussionsentwurf für ein neues Jugendhilfegesetz vor, den das DJI in einer Veröffentlichung „Zur Reform der Jugendhilfe – Analysen und Alternativen“ scharf kritisiert. Das Gesetz scheitert zunächst und wird erst im Jahr 1988 in veränderter Form verabschiedet. Die Bilanz des Gesetzes zur Neuordnung des Kinder- und Jugendhilferechts (KJHG) fällt heute positiv aus – ohne das DJI als „Forum“ an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Praxis wäre das nicht möglich gewesen.

  • 1974

    "Tagesmütter": DJI untersucht umstrittene Betreuungsform

    Das „Bundesministerium für Familie, Frauen und Gesundheit“ (BMFFG) startet im Jahr 1974 das Modellprojekt „Tagesmütter“ (1974–1979). Die wissenschaftliche Begleitung wird dem Deutschen Jugendinstitut übertragen. In dem Projekt wird erforscht, welche Rahmenbedingungen sich als günstig für die Entwicklung der betreuten Babys und Kleinkinder erweisen und was Tagesmütter brauchen, um ihre pädagogische Tätigkeit optimal ausüben zu können. Vor allem Kinderärzte und andere Kritiker werfen dem Projekt vor, mit dem Wohl der Kinder zu spielen: Ihrer Ansicht nach ist es erwiesen, dass die Kinder Entwicklungsschäden davontragen, wenn sie durch andere Personen betreut werden als durch ihre Mutter. Das DJI kann durch seine Forschung nachweisen, dass sich die Betreuung von Kleinkindern bei Tagesmüttern keinesfalls schädlich, sondern positiv auf ihre Entwicklung auswirkt. Voraussetzung dafür ist, dass die Tagesmütter fachlich geeignet sind und gut geschult werden.

  • 1974

    Mitarbeit beim Familienbericht

    Das DJI übernimmt die Geschäftsführung für den zweiten Familienbericht der Bundesregierung. Er erscheint im Jahr 1974 unter dem Titel „Familie und Sozialisation: Leistungen und Leistungsgrenzen der Familie hinsichtlich des Erziehungs- und Bildungsprozesses der jungen Generation“.

  • 1975

    Die Kooperation zwischen DJI und AGJ

    Das DJI hat als ständiger Gast im AGJ-Vorstand seit dem Jahr 1975 einen Sitz und eine Stimme in der „Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe“ (AGJ). Dies dient dem Austausch und der Verknüpfung von Theorie und Praxis im Bereich der Jugendhilfepolitik: Die gegenseitig erstellten Ergebnisse, Empfehlungen oder Stellungnahmen werden aufgegriffen und in die Fachwelt weitergegeben.

  • 1975

    Kontroverse um die Heimerziehung

    Anfang der 1970er-Jahre leben 40.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland in Heimen. Die Bedingungen ihres Aufwachsens, die Arbeit des Personals sowie die Reformbemühungen sind Thema vieler Fachtagungen und Veranstaltungen. Ein Auftritt von DJI-Direktor Walter Hornstein bei einem Fernsehinterview löst im Jahr 1975 eine heftige Kontroverse aus – seine Aussagen werden als Pauschalangriff auf die Heimerziehung verstanden. Um die Kritik zu entkräften, lädt das DJI noch im selben Jahr zu einem Tag der offenen Tür ein, an dem es seine Forschungsprojekte vorstellt.

  • 1976

    Das DJI begleitet den Aufbau von Mütterzentren

    Das DJI entwickelt ab Mitte der 1970er-Jahre das Konzept der Mütterzentren. Ziel ist es, ein Angebot der Familienbildung zu schaffen, das ein breites Spektrum von Familien anspricht und auch von bildungsbenachteiligten Eltern angenommen wird. In den Jahren 1981 bis 1983 übernimmt das DJI für das Bundesfamilienministerium den Aufbau und die wissenschaftliche Begleitung der ersten Modellzentren. Heute gibt es mehr als 400 Mütterzentren in Deutschland, auch international hat sich die Idee durchgesetzt.

  • 1977

    Hanns Eyferth wird Direktor des DJIs

    Im Jahr 1977 übernimmt Prof. Dr. Hanns Eyferth, langjähriger Vorsitzender des Trägervereins des Deutschen Jugendinstituts, für kurze Zeit die kommissarische Leitung des DJIs. Walter Hornstein hatte nach zehnjähriger Amtszeit, in der er das DJI zum größten bundesdeutschen Forschungsinstitut im Bereich Jugend geführt hat, einen Ruf an die Hochschule der Bundeswehr angenommen. Hanns Eyferth leitet das Institut kommissarisch bis zum Amtsantritt von Prof. Dr. Line Kossolapow. Der Vorsitz im Vorstand des Trägervereins des DJI wird während dieser Zeit an Prof. Dr. Horst Schüler-Springorum von der Ludwig-Maximilians-Universität München übertragen.

  • 1978

    Line Kossolapow wird DJI-Direktorin

    Im Oktober 1978 wird Prof. Dr. Line Kossolapow Direktorin des DJIs. Die Professorin für Erziehungswissenschaft kommt von der Universität Münster. Sie führt das Institut in einer schwierigen Zeit. Im Rückblick sagt sie 2003: „Ich selber stand damals vor der schier unlösbaren Aufgabe, zwischen ministeriellen Anforderungen und Mitarbeitererwartungen einen Weg in abgesicherte institutionelle Verhältnisse zu finden, der es erlauben würde, Planungssicherheit mit der Kreativierung von interner Team-Arbeit und kommunikativer Außenrepräsentanz zu verbinden“.

  • 1978

    Der vierte Jugendbericht erscheint

    Der vierte Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung erscheint 1978 zum Thema „Sozialisationsprobleme der arbeitenden Jugend in der Bundesrepublik Deutschland. Konsequenzen für Jugendhilfe und Jugendpolitik“. Das DJI hat bei diesem Bericht die Geschäftsführung inne

  • 1979

    Erscheinen des dritten Familienberichts

    Der dritte Familienbericht erscheint im Jahr 1979 über „Die Lage der Familien in der Bundesrepublik Deutschland“. Das DJI hat die Geschäftsführung inne.

  • 1979

    Das DJI-Kuratorium wird gegründet

    Das Kuratorium des DJIs wird im Jahr 1979 endgültig einberufen, davor gab es seit 1978 bereits ein „vorläufiges Kuratorium“. Es hat die Aufgabe, den Vorstand – die Leitung des DJIs – zu beraten und sicherzustellen, dass er seine Arbeit satzungsgemäß ausübt. Das Kuratorium muss dem Forschungs- und Wirtschaftsplan des DJIs ebenso zustimmen wie der Ausweitung oder Einschränkung der Aufgaben des Instituts, etwa bei der Übernahme oder Verlängerung von Projekten. Die neun Mitglieder des Kuratoriums setzen sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Bundesministerien, der Obersten Landesjugendbehörden und des Sitzlandes sowie aus einer Wissenschaftlerin oder einem Wissenschaftler des DJIs und aus fünf Personen, die von der Mitgliederversammlung für zwei Jahre aus ihrem Kreis gewählt werden.

  • 1980

    Das DJI im Wörterbuch "Soziale Arbeit"

    Das Wörterbuch „Soziale Arbeit“ hat sich seit der ersten Auflage im Jahr 1980 zum Standardwerk für Ausbildung und Praxis entwickelt. Es informiert über Ziele, Aufgaben, Arbeitsfelder, Geschichte, Rechtsentwicklungen und Methoden der Sozialen Arbeit. Das Deutsche Jugendinstitut ist mit vielen Beiträgen zu unterschiedlichen Themen von Anfang an dabei.

  • 1981

    Lothar Böhnisch wird DJI-Direktor

    Im April 1981 wird Privatdozent Dr. Lothar Böhnisch kommissarischer Direktor des Deutschen Jugendinstituts. Er war bereits seit 1970 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am DJI tätig und inzwischen Leiter der Abteilung „Jugend und Jugendhilfe“. Zuvor war die DJI-Direktorin Line Kossolapow an die Universität Münster zurückgekehrt. Als Lothar Böhnisch das DJI kommissarisch übernimmt, befindet es sich an einem Wendepunkt: Nach der Expansion in den 1970er-Jahren muss es nun sein wissenschaftliches Profil schärfen.

  • 1982

    Die Brigitte-Studie des DJIs

    Im Jahr 1982 legt die Frauenzeitschrift „Brigitte“ als auflagenstärkste Frauenzeitschrift Europas die erste Repräsentativuntersuchung zur Lebenssituation und zum Lebensgefühl 15- bis 19-jähriger Mädchen in der Bundesrepublik vor. Hintergrund ist die erste Welle der Jugendarbeitslosigkeit, die in der öffentlichen Wahrnehmung aber vor allem junge Männer zu betreffen scheint. Die vom DJI durchgeführte Studie wird im Congresszentrum in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt und stößt auf unerwartet großes Interesse: Die Erwartungen, Wünsche und Schwierigkeiten von Mädchen, die in der Untersuchung detailliert aufgezeigt werden, regen eine gesellschaftliche Debatte über den weiblichen Lebensentwurf an.

  • 1984

    Der sechste Jugendbericht erscheint

    Der sechste Kinder- und Jugendbericht konzentriert sich auf die Lebenssituation von Mädchen. Er erscheint 1984 mit dem Titel „Verbesserung der Chancengleichheit von Mädchen in der Bundesrepublik Deutschland“. Die Geschäftsführung liegt beim DJI. In ihren Empfehlungen stellt die Sachverständigenkommission fest: „Der formalrechtlichen Gleichstellung von Mädchen und Frauen stehen die real ungleichen Chancen in Ausbildung und Beruf, in Politik und Öffentlichkeit gegenüber.“ Die Empfehlungen der Kommission richten sich nicht nur an die Jugendhilfe, sondern unter anderen auch an die Familien- und Arbeitsmarktpolitik. Sie fordert beispielsweise den Ausbau der Kinderbetreuung, damit Frauen Beruf und Familie besser vereinbaren können.

  • 1984

    Hans Bertram wird Direktor des DJIs

    Im April 1984 tritt Prof. Dr. Hans Bertram die Stelle des DJI-Direktors an. Er hatte zuvor an der Universität der Bundeswehr in München eine Professur für Soziologie inne. Mit ihm wird ein deutlich stärkerer Akzent auf die empirische Forschung gelegt: Er etabliert zunächst den Familiensurvey des DJIs und später den Jugendsurvey. Dadurch werden in regelmäßigen Befragungen Informationen über die Lebenslagen und Orientierungen von Familien, Jugendlichen und Kindern gewonnen. Bertram schärft durch den Aufbau der Regionaldatenbank auch den Blick auf die unterschiedlichen regionalen Lebensverhältnisse sowie – mit der Maueröffnung – auf den Ost-West-Vergleich.

  • 1985

    Der vierte Familienbericht erscheint

    Der vierte Familienbericht ist der erste Bericht, der sich der Situation der älteren Menschen in der Familie widmet. Das DJI hat die Geschäftsführung inne.

  • 1985

    Der Wissenschaftsrat begutachtet das DJI

    Im Jahr 1985 begutachtet der Wissenschaftsrat erstmals das Deutsche Jugendinstitut. Der Wissenschaftsrat ist ein im Auftrag der Bundesregierung agierendes Gremium, das die Regierungen von Bund und Ländern bei der Entwicklung von Hochschulen, Wissenschaft und Forschung berät. Er kommt zu dem Schluss, dass „das DJI eine wichtige Einrichtung für die Praxis- und Politikberatung in den Themenbereichen Kindheit, Jugend und Familie“ ist.

  • 1986

    Erstausgabe der Zeitschrift "DJI Bulletin"

    Mit einer Auflage von 1.150 Exemplaren startet im Jahr 1986 die Hauszeitschrift des Deutschen Jugendinstituts, das „DJI Bulletin“. Ab 1987 gibt es neben den vier jährlichen deutschen Ausgaben auch eine in englischer Sprache. Der Nachfolger des Bulletins, das Forschungsmagazin DJI Impulse, erscheint ab 2011 mit einem neuen inhaltlichen Konzept und einer modernen grafischen Gestaltung. Es hat eine Auflage von 13.000 Exemplaren.

  • 1987

    Medienforschung am DJI

    Im Jahr 1987 wird am DJI die Abteilung „Medien und Neue Informationstechnologien“ gegründet. Dabei steht die Erforschung der Medienerfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund. Das DJI geht dem Einfluss nach, den der Medienkonsum bei Kindern hinterlässt: Über Monate hinweg werden Kindergartengruppen mit Blick auf Spiel, Gespräch und soziale Beziehungen beobachtet. Ergebnis: Im Kindergartenalltag gibt es weniger „Medienspuren“ als vermutet. Ein Grund dafür ist, dass es den pädagogischen Fachkräften schwerfällt, sich auf die Medienerfahrungen der Kinder einzulassen. In einem Projekt untersucht die Abteilung zwischen 1986 und 1989 die Bedeutung des Computers für Kinder und Familien. Es wird deutlich, dass junge Menschen durch PC-Spiele Kompetenzen entwickeln können.

  • 1987

    Die Lebenslagenforschung des DJIs

    Im Jahr 1987 wird die Abteilung „Sozialberichterstattung“ am DJI gegründet. Sie besteht bis heute als „Zentrum für Dauerbeobachtung und Methoden“. Die Abteilung analysiert die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien auf der Basis vergleichbarer empirischer Untersuchungen. Dies ist Mitte der 1980er-Jahre außergewöhnlich, weil zu dieser Zeit über die Lebensrealität von Familien und die Einstellung zu Kindern kaum gesicherte Informationen vorliegen.

  • 1988

    Die Abteilung "Mädchen- und Frauenforschung" wird gegründet

    Das DJI reagiert auf die Veränderung des traditionellen Geschlechterverhältnisses und den Wandel des Lebensverlaufs von Frauen mit der Gründung der neuen Abteilung „Mädchen- und Frauenforschung“. Vorrangige Themen sind zunächst die Frage, wie sich Mädchen von ihren Familien ablösen und welche unterschiedlichen Lebensformen sie bis hin zur eigenen Familiengründung erproben. Darüber hinaus stehen Strategien zur Verwirklichung weiblicher Interessen im Mittelpunkt: Untersucht werden familienergänzende Einrichtungen der Jugendhilfe, strukturelle Veränderungen der Frauenerwerbsarbeit und die Prävention sexueller Gewalt gegen Mädchen.

  • 1988

    Das Familien-Handbuch des DJIs

    Im Jahr 1988 veröffentlicht das DJI das Buch „Wie geht’s der Familie? Ein Handbuch zur Situation der Familien heute“. Es erreicht eine breite Zielgruppe – nicht nur wegen seiner umfassenden Themenauswahl, sondern auch aufgrund seiner verständlichen Sprache und der lockeren Aufmachung. Es behandelt auf über 400 Seiten Themen, die moderne Familien beschäftigen, zum Beispiel Familie und Arbeit, Ehe und Sexualität, Emanzipation, veränderte Beziehungen zwischen den Generationen, Scheidung, alleinerziehende Eltern oder Betreuungsangebote für Kinder.

  • 1988

    Die Abteilung Jugend und Politik wird gegründet

    Ziel der 1988 gegründeten Abteilung „Jugend und Politik“ ist es zu untersuchen, wie sich die politische Orientierung junger Menschen entwickelt. Für diese auf Dauer angelegte Forschung ist das DJI besser geeignet als etwa Universitäten, deren Forschungsschwerpunkte stärker von einzelnen Personen und Drittmitteln abhängen. Die Abteilung führt den repräsentativen und auf Dauer angelegten Jugendsurvey durch: Die Befragung findet in den Jahren 1992, 1997 und 2003 statt und untersucht die Lebensverhältnisse, das Demokratieverständnis sowie die gesellschaftliche und politische Orientierung junger Menschen zwischen 16 und 29 Jahren. Mit etwa 7.000 bis 10.000 befragten Personen ist die Studie die größte bislang durchgeführte Umfrage in dieser Altersgruppe

  • 1990

    DJI am achten Jugendbericht beteiligt

    Im Jahr 1990 erscheint der achte Jugendbericht der Bundesregierung über die Bestrebungen und Leistungen der Jugendhilfe. Im Mittelpunkt stehen Kindheit und Jugend im Wandel sowie die Individualisierung der Jugendphase. Das DJI hat die Geschäftsführung inne, DJI-Direktor Prof. Dr. Hans Bertram ist Mitglied der Sachverständigenkommission.

  • 1990

    Die Zeitschrift "Diskurse" erscheint

    Aufgabe des DJIs ist es seit seiner Gründung, Forschungsergebnisse für die Politik, den Bildungsbereich, die Jugendhilfe, die Wissenschaft und die Medien sowie für die Öffentlichkeit verständlich aufzubereiten. Anfangs gibt es dafür Bücher und Literaturdokumentationen, die aber für einen Teil der Praktikerinnen und Praktiker und der Öffentlichkeit zu lang und manchmal schwer zu verstehen sind. Um die Komplexität und Fülle der Informationen zu reduzieren, gibt das DJI von 1990 bis 2005 die Zeitschrift „Diskurs“ heraus.

  • 1990

    Das DJI gründet einen wissenschaftlichen Beirat

    Im Jahr 1990 gründet das DJI auf Empfehlung des Wissenschaftsrates einen wissenschaftlichen Beirat. Seine Mitglieder beraten und begleiten das Institut wissenschaftlich, sie diskutieren das Forschungsprofil sowie die Forschungsplanung und unterstützen das DJI bei seinen regelmäßigen Abteilungsevaluationen. Der Wissenschaftliche Beirat besteht heute aus 18 Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland und. Er setzt sich zusammen aus den das DJI repräsentierenden Wissenschaftsdisziplinen und Themenfeldern. Die Mitglieder werden vom Direktor des DJIs im Einvernehmen mit dem Kuratorium jeweils für vier Jahre berufen. Der Beirat trifft sich in der Regel einmal jährlich zu einer zweitägigen Sitzung.

  • 1991

    Erste Ergebnisse des Familiensurveys

    Die Abteilung „Sozialberichterstattung“ führt als eine der ersten großen repräsentativen Befragungen des DJIs seit 1990 den Familiensurvey durch. Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle des Familiensurveys erscheinen im Jahr 1991 unter dem Titel „Die Familie in Westdeutschland – Stabilität und Wandel familialer Lebensformen“. Entgegen den in der Öffentlichkeit verbreiteten Befürchtungen über den drohenden Untergang der Familie zeigt die Studie, dass die Ehe nach wie vor die häufigste Lebensform darstellt. Ab dem Jahr 2000 wird zudem der Jugendsurvey in die Abteilung integriert. Die verschiedenen umfassenden Längsschnittstudien zu Kindern, Jugendlichen und Familien werden ab 2009 im neuen DJI-Survey „Leben in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A) zusammengefasst.

  • 1991

    Die institutionelle Entwicklung nach der Wiedervereinigung

    Nach der Wiedervereinigung stellt sich für die deutsche Politik die Frage, welches der beiden Jugendforschungsinstitute weitergeführt werden soll: das Institut der Bundesrepublik DJI oder das „Zentralinstitut für Jugendforschung“ (ZIJ) der DDR. Das ZIJ in Leipzig hat vor allem aufgrund seiner Längsschnittuntersuchungen auch im Westen ein hohes Renommee. Dennoch wird es mit dem Jahresende 1990 aufgelöst, 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden vom DJI für eine Übergangszeit übernommen. Mit dem Umzug der DJI-Außenstelle Leipzig nach Halle im Jahr 2003 ist diese abgeschlossen und damit die institutionelle Verankerung des DJIs im Westen und im Osten des wiedervereinten Deutschlands vollzogen.

  • 1992

    Erster Jugendsurvey des DJIs

    Der Jugendsurvey des DJIs startet im Jahr 1992 mit der ersten Befragung. Etwa 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren werden zu ihren politischen Orientierungen und Verhaltensweisen interviewt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Wiedervereinigung. Der Jugendsurvey ist als Wiederholungsbefragung konzipiert, die zweite und dritte Erhebung folgen in den Jahren 1997 und 2003.

  • 1992

    Das Projekt "Jugendhilfe und sozialer Wandel"

    In den späten 1980er-Jahren beschäftigt das DJI die Frage, inwiefern sich die Kinder- und Jugendhilfe auf den sozialen Wandel einlässt. Dies ist eine Voraussetzung dafür, Familien bei der Erziehung angemessen zu unterstützen und Angebote und Strukturen für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die ihnen den Weg ins Erwachsensein erleichtern. Um herauszufinden, ob die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und ihrer Familien entsprechen, wird eine bundesweite Befragung von Jugendämtern und Jugendlichen geplant und seit 1992 vom DJI-Projekt „Jugendhilfe und Sozialer Wandel“ durchgeführt. Damit sollen die großen Wissenslücken über die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe verkleinert und die Weiterentwicklung der Jugendhilfeforschung vorangetrieben werden.

  • 1993

    Ingo Richter wird DJI-Direktor

    Im Jahr 1993 tritt der Hamburger Jurist Prof. Dr. Ingo Richter die Nachfolge des an die Berliner Humboldt-Universität wechselnden DJI-Direktors Prof. Dr. Hans Bertram an. Unter seiner Leitung wird unter anderem die Sozialberichterstattung ausgebaut und die Forschung auf die neuen Bundesländer ausgeweitet. Neben der Einrichtung neuer Arbeitsbereiche wird auch die Außenstelle Leipzig, die aus dem „Zentralinstitut für Jugendforschung“ (ZIJ) der DDR hervorging, weiterentwickelt und später in die Frankeschen Stiftungen nach Halle verlagert.

  • 1994

    Fünfter Familienbericht erscheint

    Im Jahr 1994 erscheint der fünfte Familienbericht der Bundesregierung zum Thema „Familien und Familienpolitik im geeinten Deutschland“. Die Geschäftsführung liegt beim DJI.

  • 1994

    Kinder und Jugendliche auf der Straße

    Das DJI erhält vom Familienministerium den Auftrag, dem Phänomen der Straßenkinder- und jugendlichen nachzugehen. In dem Projekt „Straßenkarrieren von Kindern und Jugendlichen“ untersucht das Institut zwischen den Jahren 1994 und 1997 junge Menschen in Städten, die gerade erst mit diesem Thema konfrontiert wurden – beispielsweise Halle, Magdeburg, Leipzig oder Nürnberg. Die Ergebnisse des Projekts zeigen die Besonderheit der Einzelschicksale, die Probleme des Überlebens auf der Straße und wie schwierig es ist, aus dem Leben auf der Straße wieder auszusteigen.

  • 1994

    Erscheinen des neunten Jugendberichts

    Der neunte Jugendbericht, der kurz nach der deutschen Wiedervereinigung in Auftrag gegeben wird, konzentriert sich auf die Situation in den neuen Bundesländern. Die Sachverständigenkommission beschreibt die Folgen der Wiedervereinigung für Kinder und Jugendliche sowie für den Aufbau der Jugendhilfe in Ostdeutschland und erarbeitet umfangreiche Informationen zu den Lebensverhältnissen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in den neuen Bundesländern. Die Geschäftsführung liegt beim DJI.

  • 1996

    Das Recht auf einen Kindergartenplatz

    Im Jahr 1996 tritt der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung in Kraft. Die Umsetzung des Gesetzes wird im letzten Augenblick bis zum Jahr 1999 eingeschränkt. Heute wird dieses Angebot von fast allen Familien wahrgenommen: 96 Prozent aller vier- und fünfjährigen Kinder besuchen eine Kindertageseinrichtung.

  • 1997

    Gründung der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention

    Ab Mitte der 1990er-Jahre beunruhigen steigende Zahlen über Gewalttaten Jugendlicher in der polizeilichen Kriminalstatistik sowie Medienberichte über schwere Straftaten die Öffentlichkeit und die Politik. Kriminalitätsprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verspricht die Lösung der Probleme. Vor diesem Hintergrund wird am DJI im Jahr 1997 die Arbeitsstelle „Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention“ gegründet. Sie beobachtet die Entwicklung und beschreibt kriminalpräventive Ansätze und Strategien.

  • 1997

    Migrations- und Integrationsforschung am DJI

    Dem Thema Migration, Integration und interethnisches Zusammenleben wird in Deutschland lange Zeit keine oder nur geringe wissenschaftliche Aufmerksamkeit zuteil. Im DJI wird schon in den 1970er-Jahren ein Forschungsschwerpunkt „Ausländerforschung“ eingerichtet. Um zu klären, wie fragwürdig Stereotypen über Einstellungen, Werte und Handlungspräferenzen von Ausländerinnen und Ausländern sind, führt das Institut im Jahr 1997 den Ausländersurvey durch. Seine Ergebnisse zeigen u.a. eine hohe Ähnlichkeit der politischen Orientierung bei deutschen und nichtdeutschen jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren.

  • 1998

    Evaluierung des DJIs durch den Wissenschaftsrat

    Nach 1985 wird das DJI zum zweiten Mal vom Wissenschaftsrat evaluiert. Der Wissenschaftsrat ist ein im Auftrag der Bundesregierung agierendes Gremium, das die Regierungen von Bund und Ländern bei der Entwicklung von Hochschulen, Wissenschaft und Forschung berät. Er bescheinigt dem DJI, dass es sich positiv entwickelt hat, empfiehlt aber eine stärkere Wettbewerbsorientierung des Instituts. Die Evaluierung im Jahr 2008 ergibt, dass das DJI gute Forschungsleistungen erbringt, insbesondere im Bereich der Langzeitstudien.

  • 1999

    Der zehnte Kinder- und Jugendbericht

    Im August 1998 legt die Bundesregierung dem Parlament den zehnten Kinder- und Jugendbericht vor, bei dem das DJI erneut die Geschäftsführung übernimmt. Es ist der erste Bericht, der sich ausschließlich Kindern unter 14 Jahren widmet. Im Mittelpunkt stehen die Lebensbedingungen von Kindern und notwendige politische Strategien zur Verbesserung ihrer Lebenslage. Wichtige thematische Aspekte sind etwa die Kultur des Aufwachsens, die Rechtsstellung von Kindern, Geschlecht, Region, Migration, Behinderung sowie Kinderarmut und Gewalt gegen Kinder. In dem Bericht stehen wichtige Aussagen über die Offene Arbeit mit Kindern und über die Frage, ob Politik für Kinder oder mit Kindern gestaltet werden sollte.

  • 2000

    Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus

    In den 1990er-Jahren verschärfen sich durch Übergriffe auf Ausländerinnen und Ausländer die Probleme mit dem Rechtsextremismus in Deutschland. Da die meisten dieser Gewalttaten von jungen Menschen verübt werden, entwickelt sich eine eigenständige Forschung und Fachdiskussion sowie eine ausdifferenzierte pädagogische Projektlandschaft. Die im Jahr 2000 gegründete „Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention“ begleitet die pädagogische Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

  • 2000

    Das Informationszentrum IzKK wird gegründet

    In den 1990er-Jahren machen Hilfsorganisationen auf das große Ausmaß der kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Mädchen und Jungen aufmerksam. Das im Jahr 2000 neu am Deutschen Jugendinstitut (DJI) angesiedelte „Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung“ (IzKK) wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit der Konzeption und Organisation einer nationalen Konferenz zu diesem Thema beauftragt. Es kann dabei an Projekte des DJIs anknüpfen, die sich bereits in den 1990er-Jahren mit der Prävention sexueller Gewalt gegen Mädchen und Frauen befasst haben. Das IzKK entwickelt sich in den folgenden Jahren zu einer interdisziplinären Fachstelle für Information, Beratung und Vernetzung für alle Institutionen und Berufsgruppen, die sich mit dem Schutz von Kindern vor Gewalt und Vernachlässigung befassen. Bis zum Projektende 2014 greift es mit seinen Veranstaltungen und den IzKK-Nachrichten Problemfelder der Kinder- und Jugendhilfe auf und macht auf Forschungsbedarf aufmerksam.

  • 2000

    Film-Projekt zur Ausbildung von Erzieherinnen

    Im Jahr 2000 läuft am DJI das Projekt „Filme als Curriculum-Bausteine für die Erzieherinnenausbildung“ an. Die Filme werden von der Kulturwissenschaftlerin und Bestseller-Autorin („Weltwissen der Siebenjährigen) Dr. Donata Elschenbroich in der Reihe „Wissen und Bindung. Filmcurriculum für die Ausbildung und Fortbildung von Erziehern“ produziert. Sie sollen einerseits zu einer besseren Kindererziehung anregen, andererseits die Erwartungen an die Qualität von Bildung steigern, da die Interessen und Fähigkeiten von Vorschulkindern oft unterschätzt werden. Die Filme beschäftigen sich mit Themen wie „Frühe Erfahrungen mit der Schrift“, „Elementare Naturforschung“ oder „Überraschende Begabungen im Kindesalter“.

  • 2000

    Sechster Familienbericht zu ausländischen Familien

    Der sechste Familienbericht widmet sich erstmals der Lebenssituation ausländischer Familien in Deutschland. Er wird unter dem Titel „Familien ausländischer Herkunft in Deutschland: Leistungen – Belastungen – Herausforderungen“ im Oktober 2000 von der Bundesregierung verabschiedet, die Geschäftsführung liegt beim DJI.

  • 2002

    Elfter Kinder- und Jugendbericht

    Im Jahr 2002 verabschiedet die Bundesregierung den Elften Kinder- und Jugendbericht. Unter dem Vorsitz von DJI-Direktor Prof. Dr. Ingo Richter fordert die Sachverständigenkommission ein neues Verständnis von öffentlicher Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern. Sie mahnt einen neuen Generationenvertrag und eine Reform der sozialstaatlichen Leistungen an, um die soziale Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu sichern. Die Geschäftsführung für diesen ersten Gesamtbericht nach der Wiedervereinigung, der einen Überblick über die Situation der Kinder und Jugendlichen sowie die Kinder- und Jugendhilfe gibt, liegt beim DJI.

  • 2002

    Thomas Rauschenbach wird DJI-Direktor

    Seit dem Jahr 2002 führt Prof. Dr. Thomas Rauschenbach das DJI. Er ist Professor für Sozialpädagogik an der Technischen Universität Dortmund. In seiner Amtszeit wird unter anderem der Forschungsverbund DJI/TU Dortmund gegründet, den er ebenso leitet wie die dort angesiedelte Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik. Außerdem wird unter seiner Leitung die DJI-Surveyforschung reformiert. Einzelne Befragungen wie der Familiensurvey oder das Kinderpanel werden in den neuen DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“, kurz AID:A, integriert. Dieser bietet eine breite Datenbasis, um soziale und sozialpolitische Fragestellungen zu beantworten. Thomas Rauschenbach ist Mitglied in zahlreichen Gremien, Kommissionen, Redaktionen und Beiräten. Er hatte den Vorsitz der Kommission des 12. Jugendberichts inne und ist Mitglied der Kommissionen des 11. und 14. Kinder- und Jugendberichts. Zudem gehörte er von Anfang an zur verantwortlichen Autorengruppe, die die Nationalen Bildungsberichte erstellt.

  • 2002

    Der Forschungsverbund DJI/TU Dortmund

    Mit seinem Amtsantritt als neuer Direktor des Deutschen Jugendinstituts initiiert Prof. Dr. Thomas Rauschenbach den Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/Technische Universität Dortmund. Die Zusammenarbeit zwischen München und Dortmund bezieht sich insbesondere auf die Themenbereiche der Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, die Kinder- und Jugendhilfestatistik, die Kindertagesbetreuung, die Qualifizierung von Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit sowie die Formen des Ehrenamts und des bürgerschaftlichen Engagements. Die Ergebnisse werden vor allem von der Fachpraxis und der Politik nachgefragt. Für großes öffentliches Interesse sorgen Projekte zum Platz- und Personalbedarf aufgrund des Ausbaus der Betreuungsangebote für unter Dreijährige in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Die Projekte des Forschungsverbundes werden von verschiedenen Bundesministerien, Stiftungen und Landesministerien gefördert – insbesondere dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

  • 2003

    Die DJI-Außenstelle zieht nach Halle/Saale

    Die „Regionale Arbeitsstelle des Deutschen Jugendinstituts“, die sich zunächst in Leipzig befand, war 1991 aus dem „Zentralinstitut für Jugendforschung“ (ZIJ) der DDR hervorgegangen. Ende der 1990er-Jahre waren die Räumlichkeiten in Leipzig renovierungsbedürftig und außerdem zu klein. Mit Unterstützung des BMFSFJ ergibt sich die Möglichkeit, in die Frankeschen Stiftungen nach Halle zu ziehen – ein Glücksfall für das DJI: In Halle gibt es in einer architektonisch herausragenden Arbeitsumgebung ausreichend Platz und zudem einen wissenschaftlichen Austausch mit benachbarten Einrichtungen – etwa dem Pädagogischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

  • 2003

    Sprachprojekte am DJI

    Das Thema Sprache, Sprachentwicklung und Sprach(en)aneignung wird am DJI seit dem Jahr 2003 in aufeinander aufbauenden Projekten untersucht. Ausgangspunkt ist das vom BMFSFJ finanzierte Projekt „Schlüsselkompetenz Sprache“. Es gibt einen Überblick über die in Deutschland vorhandenen Maßnahmen, Konzepte und laufenden Projekte zur sprachlichen Bildung und Sprachförderung in Tageseinrichtungen. Die Ergebnisse werden im Jahr 2006 im Buch „Sprachliche Förderung in der Kita“ präsentiert

  • 2004

    Die DJI-Kinderbetreuungsstudie

    Aus einem gefühlten „Betreuungsnotstand“ entsteht immer dringlicher der Bedarf nach empirisch belastbaren Daten, die vor allem die Sicht der Eltern wiedergeben. Das DJI führt daraufhin die Kinderbetreuungsstudie als erste bundesweite Elternbefragung durch. In den Jahren 2004 und 2005 werden aus einer repräsentativen Zufallsstichprobe mehr als 8.000 Haushalte mit Kindern unter sieben Jahren telefonisch zu ihren Betreuungsarrangements befragt: Deutlich wird, dass Eltern komplexe „Betreuungspuzzles“ organisieren – symptomatisch für die Zeit des Umbruchs. Die Untersuchung fällt zeitlich zusammen mit der Einführung des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG), das 2005 in Kraft tritt und den Platzausbau für Kinder unter drei Jahren einleitet. Ein bleibendes Fazit der Kinderbetreuungsstudie ist eine Zahl: der Bedarf an Betreuungsplätzen, den die Studie für 2005 mit circa 35 Prozent der unter Dreijährigen beziffert.

  • 2005

    Erster Genderreport wird veröffentlicht

    Im Jahr 2005 erscheint der „1. Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland“, den das DJI in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erstellt hat. Der Report dokumentiert den Stand der Gleichberechtigung von Männern und Frauen und ist ein Vorläufer des ersten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung, der im Jahr 2011 erscheint.

  • 2005

    Zwölfter Kinder- und Jugendbericht wird veröffentlicht

    Im Jahr 2005 wird der „Zwölfte Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung“ zum Themenfeld „Bildung, Betreuung und Erziehung vor und neben der Schule“ veröffentlicht. Er zeigt auf, dass in westlichen Flächenländern für nur 2,4 Prozent aller Kinder unter drei Jahren ein Platz in einer Tageseinrichtung zur Verfügung steht – in östlichen Flächenländern liegt die Quote bei 37 Prozent. Der Bericht konstatiert Westdeutschland einen „unübersehbaren Nachholbedarf“ bei der öffentlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Die Kommission des Berichts empfiehlt mehr Plätze für Kinder unter drei Jahren, aber auch für Drei- und Vierjährige, eine Abkehr vom westdeutschen Halbtags-Kindergarten bei strikter Beachtung der Qualität und den Ausbau der Ganztagsschulen.

  • 2005

    Die Ganztagsschul-Studie StEG

    Die „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) wird von einem Forschungsverbund durchgeführt, dem neben dem DJI das „Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung“ (DIPF), das Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund und die Universität Gießen angehören. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. In drei Befragungswellen (2005, 2007, 2009) werden in mehr als 300 Schulen die Perspektiven von Schulleitungen, Lehrkräften, pädagogischem Personal, Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie außerschulischen Kooperationspartnern erfasst und ausgewertet. Damit lassen sich erstmals empirisch abgesicherte Aussagen über die Einführung, Konzeption, Durchführung, Nutzung und Akzeptanz von Ganztagsangeboten in Deutschland und über deren Wirkung treffen.

  • 2005

    DJI gewinnt den XENOS-Preis

    PD Dr. Iris Bednarz-Braun (DJI-Mitarbeiterin von 1978 bis 2011) erhält stellvertretend für das DJI den mit 200.000 Euro dotierten XENOS-Preis als Projektförderung. Bei einem Festakt im Dezember 2005 nehmen Prof. Dr. Thomas Rauschenbach und PD Dr. Iris Bednarz-Braun den Preis aus den Händen des Staatsekretärs im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), Rudolf Anzinger, und der Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Dr. Heike Maria Kunstmann, entgegen. Das DJI wird für sein Projektkonzept „Förderung zur Selbsthilfe von Ausbildungsbetrieben zur Analyse und Verbesserung der interkulturellen Zusammenarbeit unter Auszubildenden“ ausgezeichnet.

  • 2006

    DJI-Mitarbeiterin mit dem ConSozial-Wissenschaftspreis geehrt

    Die Bayerische Sozialministerin, Christa Stewens, verleiht Annemarie Gerzer-Sass (DJI-Mitarbeiterin von 1986 bis 2006) im August 2006 den ConSozial-Wissenschaftspreis. Das Thema „Familienkompetenz-Transfer-Modell“ wird als die beste sozialwissenschaftliche Arbeit der eingereichten Vorschläge aus dem Bereich Sozialwirtschaft und Sozialmanagement prämiert. Bei diesem Modell geht es um die Implementierung von Alltagswissen aus Familie, Kindererziehung und Haushaltsführung in Wirtschaft sowie in berufliche professionelle Praxis – mit dem Ziel der innovativen Personalentwicklung in Beruf und Weiterbildung.

  • 2006

    Siebter Familienbericht vorgestellt

    Der Siebte Familienbericht mit dem Titel „Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit. Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik“ ist ein Bericht zur Gesamtsituation von Familien in Deutschland, der sich gemäß mit der Zukunft von Familie beschäftigt und familienpolitische Perspektiven für einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren aufzeigen soll. Damit reagiert das Familienministerium auf unübersehbare Veränderungen, wie zum Beispiel individualisierte und flexibilisierte Erwerbs- und Lebensbedingungen sowie vielfältigere Lebensverläufe. Insbesondere hinsichtlich der Beachtung egalitärerer Geschlechterverhältnisse, Lebensformen jenseits von Ehe und Normalfamilie sowie veränderter Generationenverhältnisse konstatiert der Siebte Familienbericht ein erhebliches Modernisierungsdefizit der (west)deutschen Familienpolitik.

  • 2006

    DJI-Mitarbeiter mit dem Verdienstorden ausgezeichnet

    Dr. Harald Seehausen (DJI-Mitarbeiter zwischen 1974 und 1998) erhält im Oktober 2006 im Frankfurter Römer durch die Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt, Jutta Ebeling, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In der Laudatio der Bürgermeisterin wurden insbesondere seine Verdienste für die jahrzehntelange Arbeit in den Bereichen der Kinderbetreuung und Geschlechterdemokratie hervorgehoben sowie seine wissenschaftlichen Impulse, die sich durch Praxisnähe und Durchführbarkeit auszeichnen.

  • 2006

    Ungleiche Chancen - der erste Bildungsbericht

    „Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration“ ist der erste nationale Bildungsbericht. Er analysiert Rahmenbedingungen, Verlauf und Ergebnis sowie die Nutzung von Bildung im gesamten Lebensverlauf: im Kindergarten, in der Schule, in der beruflichen Ausbildung und in der Hochschule sowie in der beruflichen Weiterbildung. Der Auftrag dafür kommt gemeinsam von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Erstellt wird der Bericht von dem Konsortium Bildungsberichterstattung, einem Zusammenschluss mehrerer Wissenschaftsinstitute sowie der Statistischen Ämter. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) bringt – zusammen mit der Dortmunder „Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik“ – in diesem Konsortium seine Expertise vor allem in den Themenfeldern der frühkindlichen, der non-formalen und der außerschulischen Bildung ein. Der Bericht fokussiert seinen Blick darauf, ob es deutschen Bildungseinrichtungen gelingt, allen Menschen die notwendigen Qualifikationen für den Arbeitsmarkt zu vermitteln.

  • 2006

    DJI-Mitarbeiterin erhält UN-Award

    Monika Jaeckel (verstorben 2009), DJI-Mitarbeiterin von 1976 bis 2006 und Gründerin der „Grassroots Women´s International Academy“ (GWIA), wird im Jahr 2006 als Preisträgerin des „UN Habitat Best Practice Programs“ sowie des „Dubai International Awards 2006 for the Transfer of Best Practices to Improve the Living Environment” geehrt. Die GWIA verfügt über einen einzigartigen Ansatz zum Aufbau von Wissen, Erfahrung und Bildung für Frauengruppen auf der ganzen Welt sowie über ein internationales Transferkonzept für Frauen bezüglich internationaler Netzwerke von Best Practice-Projekten.

  • 2007

    Das "Nationale Zentrum Frühe Hilfen" wird gegründet

    Das „Nationale Zentrum Frühe Hilfen“ (NZFH) wird 2007 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem DJI gegründet. Aufgabe des Zentrums ist es, die Länder und Kommunen beim Auf- und Ausbau von Frühen Hilfen für werdende Eltern sowie Eltern kleiner Kinder zu beraten und zu unterstützen und zugleich eine Kommunikations- und Informationsplattform für Fachkräfte und die allgemeine Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ziel Früher Hilfen ist es, die Erziehungskompetenz junger Eltern schon früh zu fördern – vor allem dann, wenn sie sich in belastenden Lebenslagen befinden. Durch eine bessere Vernetzung und Kooperation von Diensten des Gesundheitswesens mit der Kinder- und Jugendhilfe und anderen Sozialleistungssystemen sollen Eltern verstärkt Zugang zu Angeboten finden, die sie unterstützen und begleiten.

  • 2008

    Der zweite Bildungsbericht wird veröffentlicht

    Der Zweite Bildungsbericht erscheint im Jahr 2008. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DJIs gehören zum festen Stamm der Autorengruppe, die den Bildungsbericht im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet. Schwerpunktthema dieses Berichts sind die Übergänge nach der Schule in Ausbildung, Studium und Arbeitsmarkt.

  • 2008

    Studie zu Wegen in die Vaterschaft

    Die Studie „Wege in die Vaterschaft: Vaterschaftskonzepte junger Männer“ ist eine 2008 von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegebene Studie des DJIs. Dafür befragte das DJI bundesweit 1.803 junge Väter und Männer zwischen 15 und 42 Jahren. Mehr als 90 Prozent der befragten kinderlosen jungen Männer wünschen sich später Kinder – aber erst, wenn die Rahmenbedingungen stimmen: Eine gefestigte Partnerschaft, ein ausreichendes Einkommen, um eine Familie ernähren zu können, und ein sicherer Arbeitsplatz stehen dabei an der Spitze. Der Wunsch und die Realisierung von Elternschaft fallen daher häufig auseinander.

  • 2008

    Das Kinderförderungsgesetz KiFöG

    Im Dezember 2008 tritt das Kinderförderungsgesetz (KiFöG) in Kraft (Gesetz zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege). Es soll den Ausbau der Kinderbetreuung gezielt vorantreiben. Unter anderem wird von August 2013 an ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle ein- und zweijährigen Kinder eingeführt. Für Kinder ab drei Jahren besteht bereits seit 1996 beziehungsweise 1999 ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz.

  • 2008

    Evaluierung des DJIs durch den Wissenschaftsrat

    Nach 1985 und 1998 wird das DJI zum dritten Mal vom Wissenschaftsrat evaluiert. Der Wissenschaftsrat ist ein im Auftrag der Bundesregierung agierendes Gremium, das die Regierungen von Bund und Ländern bei der Entwicklung von Hochschulen, Wissenschaft und Forschung berät. Die Evaluierung ergibt, dass das DJI gute Forschungsleistungen erbringt, insbesondere im Bereich der Langzeitstudien.

  • 2009

    Aufwachsen in Deutschland: Der AID:A-Survey

    Das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ist zu einer Herausforderung der Gesellschaft geworden, die den privaten Raum der Familie längst verlassen hat. Auf diesen Wandel reagiert das Deutsche Jugendinstitut (DJI) mit dem umfassenden Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A). Er wird im Jahr 2009 im Auftrag des DJIs erstmals erhoben. AID:A löst die einzelnen Lebenslagensurveys des DJIs ab – etwa die Kinderbetreuungsstudie, das Kinderpanel oder den Jugend- und Familiensurvey. AID:A umfasst zudem erstmals den gesamten Zeitraum des Aufwachsens von der Geburt bis ins Erwachsenenalter im Kontext der individuellen Entwicklung, des familiären und regionalen Umfelds sowie der verfügbaren oder in Anspruch genommenen wohlfahrtsstaatlichen Leistungen. In der ersten AID:A-Befragung werden rund 25.000 Personen zwischen 0 und 55 Jahren befragt.

  • 2009

    Start der "Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte" (WiFF)

    Die „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte“ (WiFF) des DJIs beginnt im Jahr 2009 in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Hintergrund ist die gestiegene öffentliche Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern: Kinder werden immer länger und immer früher in Kindertageseinrichtungen gefördert. Dementsprechend steigen auch die Anforderungen an die Fachkräfte. Die Initiative sammelt durch umfangreiche Befragungen erstmals empirisch fundierte Erkenntnisse über die Aus-und Weiterbildung. Das WiFF-Team erhebt nicht nur Daten, sondern entwickelt Konzepte und beschreibt Qualitätsstandards. Dabei arbeitet es auf breiter Ebene mit Expertinnen und Experten sowie Institutionen der gesamten frühpädagogischen Aus-, Fort- und Weiterbildung zusammen. Mit seinen Ergebnissen trägt WiFF dazu bei, die Transparenz in der Qualifizierungslandschaft zu erweitern, die Qualität zu steigern und die Durchlässigkeit der Bildungswege zu verbessern.

  • 2009

    Babyklappen und anonyme Geburt

    Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) führt zwischen 2009 und 2011 das Projekt „Anonyme Geburt und Babyklappen in Deutschland – Fallzahlen, Angebote, Kontexte“ als Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durch. Anonyme Geburten in Krankenhäusern und Babyklappen sind in Deutschland seit 1999 möglich, um Kindstötungen und Aussetzungen vorzubeugen und schwangere Frauen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Bis zu der DJI-Studie gab es keine gesicherten Daten darüber, wie oft und von wem die Angebote genutzt werden. Für die Untersuchung werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 591 Jugendämtern und 344 Betreiber von Babyklappen und Anbietern von anonymer Geburt befragt. Zum ersten Mal werden auch sechs Frauen interviewt, die eines dieser Angebote genutzt haben. Die Studie findet heraus, dass zwischen 2000 und 2010 in Deutschland 973 Kinder anonym abgegeben wurden und dass sowohl die Nutzerinnen der Angebote als auch ihre Motive sehr heterogen sind.

  • 2009

    Der 13. Kinder- und Jugendbericht wird veröffentlicht

    Im Jahr 2009 erscheint der 13. Kinder- und Jugendbericht mit dem Titel „Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen“, für den das Deutsche Jugendinstitut (DJI) die Geschäftsführung innehat. Zentrales Thema sind die Angebote und Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe in den Bereichen gesundheitsbezogener Prävention und Gesundheitsförderung.

  • 2010

    Sexuelle Gewalt in Institutionen

    Das Projekt „Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen“ wird im Jahr 2010 von Dr. Christine Bergmann, der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, in Auftrag gegeben und vom DJI durchgeführt. Die empirische Studie ist die erste, die den Umgang mit sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen genauer untersucht. Hintergrund sind zahlreiche Fälle von Misshandlungen in Heimen und kirchlichen Einrichtungen, die Anfang 2010 bekannt wurden. Für die Studie werden 1.128 Schulleiterinnen und Schulleiter, 702 Lehrkräfte, 97 Internatsleitungen, 77 (ehemalige) Schülervertreterinnen und -vertreter sowie 324 Heimleiterinnen und -leiter befragt. Die Ergebnisse der Studie lösen deutschlandweit eine intensive Debatte aus: An fast jeder zweiten deutschen Schule gibt es zwischen 2007 und 2010 mindestens einen Missbrauchsverdacht, in Heimen und Internaten liegen die Zahlen der Verdachtsfälle noch höher.

  • 2012

    Der DJI-Forschungsschwerpunkt "Übergänge im Jugendalter"

    Die Themen Jugend, Berufsausbildung und Erwerbsarbeit sind bereits seit 1978 ein Schwerpunkt am DJI. Im Jahr 1998 ging die 1986 gegründete Abteilung „Jugend und Arbeit“ im neu gegründeten Forschungsschwerpunkt (FSP) „Übergänge in Arbeit“ auf. Sie fokussierte sich auf die Gruppe der benachteiligten Jugendlichen und deren soziale und berufliche Integration. Eine zentrale Fragestellung war etwa, welche Angebote der arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit jungen Frauen und Männern helfen und ihnen den Weg in Ausbildung und Arbeit ebnen. Im Jahr 2012 wird die inhaltliche Ausrichtung erweitert und der FSP umbenannt in „Übergänge im Jugendalter“.

  • 2012

    Buch "AID:A - Der neue DJI-Survey" erscheint

    Der DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A), gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), erhebt Daten zum Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie zu den Lebenslagen von Erwachsenen und Familien in Deutschland. Der bei Beltz-Juventa erschienene Band stellt Ergebnisse der ersten Erhebung zum Aufwachsen junger Menschen im Kindesalter, im Jugendalter, in der Familie und in der Gesellschaft vor. Herausgeber sind DJI-Direktor Prof. Dr. Thomas Rauschenbach und der Leiter des „Zentrums für Dauerbeobachtung und Methoden“ am DJI, Dr. Walter Bien.

  • 2012

    Sabine Walper wird Forschungsdirektorin des DJIs

    Am 1. Februar 2012 nimmt Prof. Dr. Sabine Walper ihre Arbeit als Forschungsdirektorin am DJI auf. Mit der Erweiterung des Direktoriums durch die neu geschaffene Stelle der Forschungsdirektorin will das DJI sein wissenschaftliches Profil nach innen und außen stärken. Die studierte Psychologin und Psychotherapeutin kam über Stationen in Berlin und Berkeley (USA) nach München, wo sich die gebürtige Düsseldorferin 1999 an der LMU München mit einer Arbeit über Jugendliche in Konflikt-, Trennungs- und Stieffamilien habilitierte. 2001 trat Sabine Walper eine Professur für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Jugendforschung am Institut für Pädagogik der LMU München an. Sie ist Mitherausgeberin einschlägiger Zeitschriften und Buch-Reihen sowie seit 2002 Präsidentin der „International Academy of Family Psychology“.

  • 2012

    Der vierte Bildungsbericht wird veröffentlicht

    Mit „Bildung in Deutschland 2012“ legt die Autorengruppe Bildungsberichterstattung, zu der auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DJI gehören, den vierten Bildungsbericht vor. Neben der indikatorengestützten Bestandsaufnahme des Bildungswesens analysiert der Bericht in seinem Schwerpunktteil die Bedeutung der kulturellen Bildung im Lebenslauf. Erstmalig wird auch das Thema Bildung in der Familie aufgenommen.

  • 2012

    DJI bringt den ersten Jungendmigrationsreport heraus

    Unter dem Titel „Gleiche Chancen für alle? Der erste Jugendmigrationsreport des DJI“ stellen Mitarbeiterinnen des DJIs zum ersten Mal verstreut vorliegende Daten zur Bildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zusammen und werten sie aus. Die Autorinnen kommen zu dem Schluss, dass sich für Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland ungünstige Zukunftschancen abzeichnen: Sie sind an Gymnasien deutlich unter-, an Hauptschulen überrepräsentiert und verlassen die Schule – verglichen mit ihrem Anteil an allen Schulabgängerinnen und Schulabgängern – unverhältnismäßig selten mit einem Abitur und häufig ohne Schulabschluss oder mit einem Hauptschulabschluss. Auch der Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder in Arbeit falle ihnen schwerer als Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.

  • 2013

    14. Kinder- und Jugendbericht

    Der 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung über „Die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland“ erscheint im Jahr 2013. Er gibt einen Überblick über die Gesamtsituation der Jugendhilfe. DJI-Direktor Prof. Dr. Thomas Rauschenbach ist Mitglied der Sachverständigenkommission, die Geschäftsführung für den Bericht liegt beim DJI.

  • 2013

    Deutsches Jugendinstitut feiert sein 50-jähriges Bestehen

    Am 26. Juni 2013 lädt das DJI Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Förderer sowie Kooperationspartner, die das DJI auf seinem Werdegang durch ein halbes Jahrhundert begleitet haben, zur Jubiläumsveranstaltung in das Münchener HVB-Forum. DJI-Direktor Prof. Dr. Thomas Rauschenbach dankt allen, die mit ihrem Engagement zur Profilierung des Instituts beigetragen haben. Regina Kraushaar, Leiterin der Abteilung „Kinder und Jugend“ im Bundesfamilienministerium, würdigt das DJI in ihrer Ansprache als wichtigen Impulsgeber für die wissenschaftliche Erforschung und politische Gestaltung des Landes. Die rund 450 Gäste folgen mit großem Interesse den informativen Vorträgen und prominent besetzten Polittalks über „Die wilde Jugend“ in den 1960er- und 1970er-Jahren, die „Familie zur Zeit der deutschen Einheit“ sowie zur „Bildung und Kindheit heute“.