">

Opstapje - Evaluation

Sie werden automatisch weitergeleitet...



Sollten sie nicht innerhalb weniger Sekunden zur Webseite des Deutschen Jugendinstitutes weitergeleitet werden, klicken Sie bitte hier


You will be redirected automatically...



If you will not be redirected to the webpage of the German Youth Institute within a few seconds, please click here
Kooperationen
ProjektstandorteProjektpartner der wissenschaftlichen Begleitforschung
DRK Kreisverband Bremen e.V.
Roswitha Schneider
Mathildenstr. 2
28209 Bremen
Tel.: 0421 / 706 070 15
e-mail: 'opstapje' beim DRK in Bremen
Universität Bremen
Fachbereich 11
Kerstin Lund
Postfach 330440
28334 Bremen
Tel.: 0421 / 218 905 7
e-mail: 'opstapje' Universität Bremen

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.
Angelika Hable
Gostenhofer Hauptstr. 63
90443 Nürnberg
Tel.: 0911 / 929 969 911
e-mail: 'opstapje' bei der AWO in Nürnberg

Universität Rgensburg
PD Dr. Peter Zimmermann
Institut für Psychologie
93040 Regensburg
Tel.: 09131 / 8524744
e-mail: 'opstapje' Universität Regensburg
Internationale Kooperationspartner NIZW Jeugd
Nederlands Instituut foor Zorg en Welzijn
Department Jeugd
Drs. Carolien Gelauff-Hanzon
Catharijnesingel 47
Postbus 19152
3501 DD Utrecht
Nederland
Tel.: 0031 / 30 / 2306 573
e-mail: 'opstapje' NIZW Jeugd
weitere Förderung
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Stiftung Deutsche Jugendmarke - Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen - Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales der Freien Hansestadt Bremen - Sozialreferat der Stadt Nürnberg
Im Projekt ging es darum, den Ersteinsatz des in den Niederlanden entwickelten Hausbesuchsprogramms für 2jährige Kinder aus sozial benachteiligten Familien in Deutschland zu evaluieren und wissenschaftlich zu begleiten. Als Modellprojekt wurde Opstapje am Standort Bremen durch das DRK Bremen und am Standort Nürnberg durch die AWO Nürnberg realisiert.
Mit dem Programm Opstapje gelang es, die anvisierte Zielgruppe der sozial benachteiligten deutschen und ausländischen Familien mit Kleinkindern zu erreichen und positive Effekte für die Entwicklung der Kinder und die Situation ihrer Familien zu erzielen.
Dabei erstreckte sich die Evaluation nicht nur auf die Auswirkungen des Modellprojekts bezüglich der kindlichen Entwicklung und des gesamten familiären Kontextes, d.h. auf Fragen der Veränderungen auf Seiten des Kindes, der Eltern und der Geschwister, sowie bezüglich der sozialen Einbettung der Familie, sondern auch auf die Erfahrungen der Maßnahmeträger mit der Implementierung und Durchführung des Programms.

Ausgangssituation Familien, die unter belastenden Lebensumständen, wie Langzeitarbeitslosigkeit und Armut, mangelnde soziale Integration und geringe familiäre Ressourcen, Kinder großziehen, haben einen besonderen Unterstützungsbedarf, damit auch diese Kinder eine Chance auf Teilhabe und Erfolg im Bildungssystem haben. Doch jenseits der Vielfalt der Angebote an Familien zur Unterstützung ihrer Erziehungsleistung wird schnell deutlich: Gerade diejenigen Familien, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben, nutzen vorhandene Angebote wie Beratungsstellen oder Familienbildungsstätten kaum oder gar nicht. Ursachen für dieses „Präventionsdilemma“ liegen zum einen eben in den mangelnden Ressourcen der belasteten Familien, so dass keine aktive Suche nach Beratung und Unterstützung mehr möglich ist. Auf der anderen Seite fühlen sich sozial benachteiligte Familien durch die Art der Angebote und die Zusammensetzung des mittelschichtorientierten Klientels nicht in ihrer Lebenswirklichkeit angesprochen. In der Studie „Niederschwellige Angeboten der Elternbildung“ (Haug-Schnabel G., Bensel J., 2003) wird daher gefordert, zielgruppenspezifische und besonders niederschwellige Angebotsformen zu entwickeln, um auch diese Gruppe von Familien zu erreichen. Als besonders erfolgversprechend werden dabei Hausbesuchsprogramme eingeschätzt. Mit dem Modellprojekt „Opstapje – Schritt für Schritt“ wurde ein zielgruppenangepasstes Angebot für sozial benachteiligte Familien zur Unterstützung ihrer Erziehungsleistung und zur frühen Förderung ihrer Kinder erstmals in Deutschland eingesetzt. Opstapje ist als Hausbesuchsprogramm konzipiert und dauert zwei mal 30 Wochen. Das Konzept des Programms zielt auf „Empowerment“, also Nutzung und Erweiterung vorhandener Kompetenzen und Ressourcen der Familien. Schwerpunkt ist die Verbesserung der Mutter- bzw. Vater-Kind-Interaktion. Entwicklungsförderliche Verhaltensweisen der Eltern werden modellhaft angeleitet und im alltäglichen Kontext eingeübt. Altersgerechte, anregende Materialien und Bilderbücher werden in den Familien bereitgestellt. Auf diese Weise sollen sich die Spiel- und Lernerfahrungen der Kinder erweitern und ihre kognitive, motorische, sozio-emotionale und sprachliche Entwicklung gefördert werden. Die Eltern, und aufgrund ihrer Alltagspräsenz hierbei in erster Linie die Mütter, werden als wichtigste Partner des Kindes im Prozess der frühen Entwicklung und Bildung angesehen. Sie sollen für die alters- und entwicklungsspezifischen Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert werden und durch praktische Anleitung an erzieherischer Kompetenz gewinnen. Durch regelmäßige Gruppentreffen erhalten sie zudem Informationen über Entwicklung und Erziehung und Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen auszutauschen. Auch Geschwisterkinder können von den neuen Fähigkeiten der Eltern und den Angeboten des Programms profitieren. Um das Angebot möglichst niederschwellig zu gestalten und auch Familien in belasteten Lebenssituationen zu erreichen, die erfahrungsgemäß die gängigen Angebote der Familienbildung und Erziehungsberatung wenig oder gar nicht nutzen, wurde für Opstapje bewusst eine aufsuchende Form (Geh-Struktur) mit semiprofessionellen Kräften (Hausbesucherinnen) als zentralen Vermittlerinnen gewählt. Diese sind selbst Mütter mit hoher sozialer Kompetenz und eigener Erfahrung im Umgang mit kleinen Kindern, die aus dem soziokulturellen Umfeld der Zielgruppe stammen. Die Hausbesucherin soll so ein für die Familien akzeptables Modell darstellen, vor allem was Erziehung und Lebensführung anbelangt. Sie wird durch eine sozialpädagogische Fachkraft, die Koordinatorin, in das Programm eingewiesen und für ihren Aufgabenbereich geschult.
Zielsetzung Ziel der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation des Modellprojektes Opstapje ist es zum einen, Aussagen zur Wirksamkeit des Programms zu machen. Zum anderen soll die Implementierung des Programms in Deutschland in der Zielgruppe der sozial benachteiligten Familien unterstützt und dokumentiert werden. Im Folgenden die Fragestellungen im einzelnen und die dazugehörigen Erhebungsverfahren (W = Untersuchungen der Werkvertragspartner, FFB = Familienfragebogen, FE = Fremdeinschätzung durch die Hausbesucherin): 1. Entwicklung der Kinder: • Kognitive, psychomotorische und sozio-emotionale Entwicklung der Kinder : Bayleys Entwicklungstest (W) • Psycho-soziale Entwicklung und Verhalten der Kinder: California-Child-Q-Sort (W) 2. Eltern-Kind-Beziehung: • Qualität der Mutter-Kind-Interaktion: Videographierte Spielszene, Auswertung mit Kategoriensystem (W) • Erziehungskompetenz der Eltern: Skalen zu gemeinsamen Aktivitäten und Erziehungszielen (FFB), adaptierte Skala „Entwicklungsförderliches Elternverhalten“ nach Peterander (FFB und FE) 3. Elternebene: • Selbstwahrnehmung der Eltern und Lebenszufriedenheit: adaptierte Skalen aus „Gesundheit und Stress“ nach Schneewind und Weiß (FFB) 4. Paarebene: • Partnerschaftsqualität: Skalen zur Partnerschaftszufriedenheit und zur Aufteilung der Familienaufgaben (FFB) 5. Familiensystem: • Erreichen der Zielgruppe: soziodemografische Daten (FFB) • Belastung der Familien: psychosoziales Belastungsniveau (FFB und FE), Skalen zur Ressourcenanalyse (FFB), Kurzfassung „Familienklimaskalen“ nach Schneewind (FFB) 6. Programmebene: • Akzeptanz, subjektive Wirksamkeit, Veränderungen durch die Programmteilnahme bei den TeilnehmerInnen: Skalen zu Erwartungen an und Erleben des Programms aus der Sicht der Eltern (FFB) • Beurteilung des Programms durch die Hausbesucherinnen: Einschätzung der Erfüllung der Anforderungen und der Wirksamkeit des Programms bei den Familien aus der Sicht der Hausbesucherinnen (FE) • Erfahrungen mit der Implementierung und Durchführung des Programms: Strukturierte Interviews und Gruppendiskussionen mit den Hausbesucherinnen und Koordinatorinnen Sämtliche kinderpsychologischen Untersuchungen wurden von den Werkvertragspartnern Universität Bremen, Prof. Baumgärtel, und Universität Regensburg, PD Dr. Zimmermann, durchgeführt. Die Familienfragebögen, Fremdeinschätzungen und strukturierten Interviews mit den Mitarbeiterinnen wurden durch das Projektteam im DJI durchgeführt.
Konzeption und Methode Für die Evaluation von „Opstapje – Schritt für Schritt“ wurde ein längsschnittliches Untersuchungsdesign mit Kontrollgruppe gewählt. Zum Einsatz kommen dabei sowohl standardisierte Tests und quantitative Fragebögen, als auch qualitative Interviewmethoden. Insgesamt werden zu drei Zeitpunkten alle 85 Familien (in zwei zeitversetzten Kohorten) aus dem Modellprojekt und die 18 Familien der Kontrollgruppe, die nicht an Opstapje teilnimmt, befragt und die Kinder entwicklungspsychologisch untersucht. Um längerfristige Effekte des Programms feststellen zu können, wird ein Teil der Projektfamilien (30 Familien) noch einmal neun Monate nach Programmende untersucht. Die Erfahrungen mit der Einführung und Praxis des Programms werden durch strukturierte Interviews mit den Hausbesucherinnen und Koordinatorinnen erhoben. • Messzeitpunkt 1: zu Programmbeginn (Projekt- und Kontrollgruppe) • Messzeitpunkt 2: nach dem ersten Programmjahr (Projektgruppe, Mitarbeiterinnen) • Messzeitpunkt 3: nach Programmende (Projekt- und Kontrollgruppe, Mitarbeiterinnen) • Messzeitpunkt 4: 9 Monate nach Programmende (Teilstichprobe der Projektgruppe) Dieser Multimethodenansatz unter Einbezug der Perspektiven sämtlicher am Programm beteiligter Personengruppen erlaubt eine umfassende Darstellung und Bewertung des Modellprojekts. Dazu zählen, • ein Vergleich der Untersuchungs- und Kontrollgruppe bezüglich der Effekte des Programms auf die Entwicklung der Kinder, auf die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion, auf die Selbstwahrnehmung der Eltern und auf das Familiensystem als Ganzes; Ziel ist die Ermittlung einer Programm spezifischen Effektstärke. • ein Kohortenvergleich und Follow-Up bezüglich der zeitlichen Kontingenz und Stabilität der Programmeffekte. • sowie die Dokumentation der Erfahrungen der Mitarbeiterinnen bei der Implementierung und Umsetzung des Programms; Ziel ist hier die Ableitung von Empfehlung für künftige Realisierungsvorhaben. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung werden vom Projektteam Opstapje zusätzlich folgende Aufgaben wahrgenommen: • die Koordination des Gesamtprojekts (Zusammenarbeit mit den Trägern DRK Bremen und AWO Nürnberg, mit den Universitäten Bremen und Nürnberg-Erlangen, sowie mit den Auftraggebern Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen) • die Übersetzung und Adaptation der Programmmaterialien aus dem Niederländischen ins Deutsche, • und die Fortbildung der Koordinatorinnen und Hausbesucherinnen. Die Durchführung des Modellprogramms an den Standorten Nürnberg und Bremen wurde Ende Mai 2003 abgeschlossen, die begleitenden Datenerhebung inklusive eines Follow-Up einer Teilstichprobe dauert noch bis Frühjahr 2004 an. Erste Ergebnisse wurden bereits auf einem Fachtag des DJI im Februar 2003 in Freising präsentiert. Die Ergebnisse der Evaluation zur Wirksamkeit des Programms werden sukzessive ab Herbst 2003 bis Sommer 2004 vorliegen und im September 2004 auf einem bundesweiten Fachtag vorgestellt.
Ergebnisse Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung: - Mit Opstapje gelingt es, sozial benachteiligte und bildungsferne Familien für ein Angebot der Familienbildung zu gewinnen und kontinuierlich zu begleiten: nur 16,5% Programmabbrüchen über zwei Programmjahre. Die wichtigsten Faktoren dabei sind die Gehstruktur mit Hausbesuchen, und dass die Hausbesucherinnen aus dem Umfeld der Zielgruppe stammen. - Die Mitarbeiterinnen und die Familien beurteilen das Programm weitgehend positiv, die Akzeptanz ist sehr hoch. Nach der subjektiven Einschätzung der TeilnehmerInnen und Mitarbeiterinnen entwickeln sich die Kinder gut, wird die Eltern-Kind-Beziehung gestärkt und gewinnen die Eltern an Selbstsicherheit in Bezug auf ihr Erziehungsverhalten. - Die kinderpsychologischen Tests bestätigen diese Aussagen: die teilnehmenden Kinder, die sich zu Beginn des Programms zu beinahe 50% in ihrer Entwicklung unterhalb des Normbereichs befanden, bewegen sich positiv in Richtung eines altersgerechten Entwicklungsstandes. Ergebnisse aus der Praxis: - Mehrfach belastete Familien können erfolgreich in das Programm einbezogen werden. - Die Mütter gewinnen zunehmend an Sicherheit in ihrem Verhalten gegenüber ihren Kindern. - Bei den Gruppentreffen ergeben sich Kontaktmöglichkeiten zu den anderen Müttern. - Das Interesse der Väter ist während des Programms gestiegen. - Das Programm bietet Unterstützung für die Integration von Migrantenkindern und ihren Familien.
Veranstaltungen des Projekts Fortbildung der Projektkoordinatorinnen mit den Themenschwerpunkten: Didaktik/Präsentationstechniken für die Arbeit mit Gruppen; Gewalt in der Familie; Zweisprachige Erziehung. München: 24. bis 27. Juli 2002, DJI Potenziale und Grenzen von Opstapje – Frühförderung zwei- bis vierjähriger Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Fachtagung des Projekts Opstapje, Abteilung Familie und Familienpolitik. Freising: 27. und 28. Februar 2003, DJI Abschlussworkshop mit den Projektkoordinatorinnen mit den Themenschwerpunkten: Reflektion über das abgeschlossene Projekt; Perspektiven der weiteren Arbeit mit Opstapje. München: 15. bis 17. Juli 2003, DJI Expertenforum zu den Themenschwerpunkten: Erreichbarkeit von sozial benachteiligten Familien für Programme wie Opstapje; Schulung von Laienmitarbeiterinnen für die Arbeit mit sozial benachteiligten Familien und ihren Kindern. München: 11. Dezember 2003, DJI

Gefördert durch:
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung

Sann, Alexandra; Thrum, Kathrin; Uzun-Raming, Renate Eine Kultur des Aufwachsens Tagungsdokumentation 2003 86 München
Sann, Alexandra; Thrum, Kathrin Opstapje - Schritt für Schritt. Abschlussbericht des Modellprojekts 2005-00-00 DJI München