KID 0–3

Zweite Welle der Befragung von Eltern mit Kleinkindern gestartet

16. Februar 2017 -

Wenn ein Kind geboren wird, ist dies in erster Linie ein Grund zur Freude. Aber viele junge Eltern fühlen sich in den ersten Monaten unsicher, manche auch überfordert, wenn das Kind zum Beispiel nicht durchschläft, viel schreit oder nicht essen mag. Wenn dann ein soziales Netzwerk fehlt, das Geld knapp ist oder Gewalt- und Suchterfahrung ins Spiel kommen, wächst das Risiko von Misshandlung oder Vernachlässigung der Säuglinge. Auch wenn die Eltern psychisch belastet, etwa besonders ängstlich oder depressiv sind, ergeben sich hier möglicherweise riskante Konstellationen, die Unterstützung notwendig machen.

Für die Studie KID 0-3 hat das Deutsche Jugendinstitut im Rahmen des Nationales Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) 8.063 Familien mit mindestens einem Kind im Alter bis drei Jahre zu ihrer Lebenslage befragt sowie dazu, welche Unterstützungsangebote sie kennen und welche sie in Anspruch nehmen oder genommen haben. Besonders gut informiert sind demzufolge ältere Mütter, die gut gebildet sind. Auf die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten hat dieser Informationsvorsprung aber keinen Einfluss. So werden beispielsweise die Schwangerschaftsberatung und die Unterstützung durch Familienhebammen deutlich häufiger von Müttern mit niedrigerem Bildungsgrad genutzt. Hoch belastete Familien scheinen Hilfe gern anzunehmen, wenn sie ihnen aktiv angeboten wird. Dieser Effekt ist besonders stark bei Migrantinnen zu beobachten. Anders sieht es bei Angeboten aus, die die Mütter selbst organisieren müssen wie Geburtsvorbereitungskurse oder allgemeine Hebammenhilfe. Unterstützung durch eine Hebamme holen sich 67% der Mütter mit niedrigem Bildungsgrad und 93% der besser Gebildeten. Noch deutlicher ist der Unterschied bei den Vorbereitungskursen: Hier stehen sich Nutzungsgrade von 27% (niedriger Bildungsstatus) und 72% (höherer Bildungsstatus) gegenüber. Eine erste ausführlichere Darstellung der Ergebnisse finden Sie hier.

Von den gut 8.000 befragten Familien hat sich ein Teil bereit erklärt, für eine zweite Befragung zur Verfügung zu stehen. Diese rund 1.700 Familien bekommen nun in der zweiten Welle einen 15-seitigen Fragebogen zugeschickt. Die Auswertungen hierzu werden voraussichtlich Ende des Jahres vorliegen.

Die gesamte Studienfolge wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Das NZFH wird getragen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI).

Weitere Informationen

http://www.fruehehilfen.de/bundesinitiative-fruehe-hilfen/forschung/versorgungsforschung/

Kontakt

Dr. Andreas Eickhorst
Deutsches Jugendinstitut
Fachgruppe Nationales Zentrum Frühe Hilfen
eickhorst@dji.de