KARIN JURCZYK IN „DIE ZEIT“

Wir müssen die Lebensläufe entzerren!

Dr. Karin Jurczyk; Foto: David Ausserhofer

27. März 2017 -

„Wir stecken in einer schweren Sorgekrise. Wer sich jenseits der Norm eines kontinuierlichen Erwerbslebens um andere kümmert, wird diskriminiert. Meistens trifft es die Frauen“, so umreißt Dr. Karin Jurczyk (DJI) das Dilemma, in dem viele Familien heute stecken und bei zahlreichen Frauen, die ihren Berufsverlauf planen oder in den kommenden Jahren in die Rente eintreten, zu einem bösen Erwachen führen wird.

Die Leiterin der Abteilung Familie und Familienpolitik am Deutschen Jugendinstitut hat in einem Interview für die Wirtschaftsseiten der ZEIT mögliche Wege aus der Krise skizziert. Um der berüchtigten Rushhour des Lebens zu entkommen, in der Familiengründung, Karriereschritte und eventuell die Pflege älterer Familienangehöriger zusammentreffen, plädiert Karin Jurczyk gemeinsam mit dem Rechts- und Politikwissenschaftler Ulrich Mückenberger für das Konzept der „atmenden Lebensläufe“.

Ein grundlegender Baustein ist die Idee der Geschlechtergerechtigkeit. Denn meistens unterbrechen Frauen ihr Berufsleben im Schnitt für 8,3 Jahre, um dann häufig Teilzeit zu arbeiten. Stünde beiden Partnern ein (durch öffentliche Mittel kompensiertes) Care-Zeit-Budget von ungefähr fünf bis acht Jahren zur Verfügung, bestünde ein Anreiz, sich die Sorgearbeit gerecht zu teilen und die Erwerbsarbeit zu gesellschaftlich relevanten Zwecken – wie etwa auch die immer wichtiger werdende Weiterbildung – zu unterbrechen oder die Arbeitszeit zu reduzieren.

Neues Projekt zu Optionszeiten startet in Kürze

Dass diese Idee zu einem konkreten Modell weiterentwickelt wird, ist Ziel eines Kooperations-Projekts, für das das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gerade Fördermittel bereitgestellt hat. Das Forschungsprojekt „Selbstbestimmte Optionszeiten im Erwerbsverlauf“, das die Universität Bremen gemeinsam mit dem Deutschen Jugendinstitut durchführt, kann nun seine Arbeit aufnehmen.

Das vollständige Interview aus der ZEIT vom 16. März 2017 können Sie hier nachlesen (kostenpflichtiges Angebot):
zum Interview 

Weitere Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik