Nationales Zentrum Frühe Hilfen am DJI

Prävalenzforschung: Vorträge zur Analyse des elterlichen Misshandlungsrisikos

v.l.n.r. Prof. Dr. Sabine Walper (stellv. DJI-Direktorin), Dr. Franziska Meinck (Universität Oxford), Dr. Katrin Lang (ehemals DJI), Christoph Liel (DJI/NZFH)

19. Dezember 2016 -

Wie groß ist in dieser Familie das Risiko einer Kindesmisshandlung? Dies ist eine der entscheidenden und schwierigen Fragen, vor der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe häufig stehen. Im Bereich Versorgungsforschung der Fachgruppe Nationales Zentrum Frühe Hilfen sind am DJI zwei Analysen zur Selbsteinschätzung der Eltern erarbeitet worden, deren Ergebnisse die Referentinnen Mitte Dezember zur Diskussion stellten. Im Mittelpunkt dieser Analysen steht das selbstberichtete Kindesmisshandlungsrisiko in unterschiedlich belasteten Familien, das erstmals in Deutschland mit der Kurzform des Child Abuse Potential Inventory (BCAPI; Ondersma et al., 2005) erhoben wurde.

In der von Christoph Liel (DJI) organisierten und moderierten Veranstaltung berichtete zunächst Dr. Franziska Meinck (Universität Oxford) über Befunde zum Thema „The German short form of the Child Abuse Potential Inventory (BCAPI): Psychometric properties and gender differences in parents of young children in Germany”. Sie widmete sich der dyadischen Analyse des Kindesmisshandlungsrisikos von Müttern und Vätern in den Familien und wirft Validierungsfragen auf, die erst im Rahmen von explanatorischen und konfirmatorischen Faktorenanalysen sichtbar wurden.

Anschließend referierte Dr. Katrin Lang (ehemals DJI) zum Thema „Child Abuse Potential in young German Parents: Predictors, Association with self-reported maltreatment and use of intervention”. Im Mittelpunkt ihrer Analysen stehen Zusammenhänge des Misshandlungsrisikos der Hauptbezugsperson des Kindes, i.d.R. der Mutter, mit anderen Risikofaktoren – insbesondere in Bezug auf die Vorhersage von selbstberichteten Gefährdungen und der Inanspruchnahme von Hilfen.