Michaela Glaser im ORF

Gemeinsamkeiten zwischen Rechtsextremismus und gewaltorientiertem Islamismus

Michaela Glaser, Leiterin der Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention am DJI in Halle; Foto: David Ausserhofer

09. Februar 2017 -

Auch wenn Rechtsextremismus und (gewaltorientierter) Islamismus unterschiedliche Phänomene mit ganz eigenständigen Herausforderungen sind, ist Jugendforscherin Michaela Glaser (DJI) überzeugt: Menschen, die in Deutschland mit Jugendlichen im noch recht jungen Bereich der Islamismusprävention arbeiten, können durchaus von den Erfahrungen profitieren, die über viele Jahre im pädagogischen Feld der Rechtsextremismusprävention gesammelt wurden. In verschiedenen Forschungsarbeiten werden neben Unterschieden auch Ähnlichkeiten erkennbar, wenn es darum geht zu erklären, warum und welche Jugendlichen anfällig werden für extremistische Ideologien. In der Phase der Ablösung vom Elternhaus und der Selbstfindung zeigt sich hier ein spezifisches Zusammenspiel von Anerkennungs- und Zugehörigkeitsdefiziten, die aus benachteiligten Lebenslagen, Diskriminierung oder sozialen Anschlussproblemen resultieren können, mit krisenhaften Lebensereignissen und fehlenden individuellen Bewältigungsmitteln. Dies kann dazu führen, dass junge Menschen sich für ideologisierte „sinnstiftende“ Orientierungs- und Vergemeinschaftungsangebote begeistern, erklärte die Leiterin der Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention am DJI in Halle gegenüber dem ORF in der Sendung „Ziemlich beste Freunde“.

Am 15. Februar ist Michaela Glaser als Sachverständige in die "Kinderkommission" des Deutschen Bundestages geladen.

zur ORF-Sendung

Beitrag von Michaela Glaser in Infodienst Radikalisierungsprävention der Bundeszentrale für politische Bildung: Was ist übertragbar, was ist spezifisch? Rechtsextremismus und islamistischer Extremismus im Jugendalter und Schlussfolgerungen für die pädagogische Arbeit