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„Keine Medien unter Drei!“ – Dieser medienpädagogische Slogan, historisch angesiedelt in der Kinderfernsehdiskussion der 1970er und 1980er Jahre, ist auch heute unter den veränderten Bedingungen des medialen Aufwachsens von Kindern noch vielfach zu hören. Doch trifft diese kritische Perspektive die Realitäten? Relativ viele Eltern ermöglichen heute ihrem Kind, bereits im jungen Alter mit dem Smartphone und Tablet zu spielen. So ergab die DJI-Studie zum Informationsbedarf der Eltern zur Medienerziehung ihres Kindes, dass 9 % der Zweijährigen Zugang zum Internet haben und 26 % von ihnen mit Apps spielen dürfen. Von den Fünfjährigen sammeln bereits 24 % Internet- und 35 % Apperfahrungen. Allerdings ist für die Eltern die Mediennutzung ihres Kindes – und dies ist typisch für Deutschland – mit gemischten Gefühlen verbunden. Eine Mutter merkt im Interview zum frühzeitigen Umgang von Kindern mit digitalen Medien an:

„Ich glaube, dass man Kinder nicht steinzeitlich halten sollte, weil sie ja nachher irgendwann in der Schule und dann im Beruf oder halt im Studium gucken müssen, wie sie damit zurechtkommen. Von daher glaube ich, ihnen das zu verwehren, ist eine schlechte Idee, aber den Umgang damit – ja, fördern würde ich ihn nicht.“ (Mutter, Tochter 2;4, Sohn 5;6 Jahre)

Die ambivalente Haltung der Eltern zum Medienumgang ihrer Kinder ist geprägt von der Förderung der Zukunftschancen der Kinder einerseits und den für die Entwicklung der Kinder so wichtigen dinglichen Erfahrungen andererseits. Sie tritt noch deutlicher zutage, wenn es um die praktische Medienarbeit in der Kindertagesstätte geht. Nur 4 % der Eltern von Klein- und Kindergartenkindern befürworten, dass ihr Kind die neusten digitalen Medien in der Kindertageseinrichtung kennenlernen sollte. Allerdings machen auch nur 12 % der Kindertageseinrichtungen Eltern Angebote zur Medienerziehung ihrer Kinder. Familie und Kindertageseinrichtung stellen sich demnach als disparate mediale Erfahrungsräume für Kinder dar, was eine Erziehungspartnerschaft in puncto aktive Medienbildung erheblich erschwert.

Im Rahmen der Fachtagung werden Ergebnisse aus empirischen Studien zum Medienhandeln und zur Medienerziehung von Klein- und Kindergartenkindern vorgestellt. Auf dieser Grundlage möchten wir gemeinsam mit Ihnen erörtern, welche Wege zu einer zeitgemäßen, aber altersgerechten Medienbildung in Familien und Kindertageseinrichtungen führen.

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