Über 500.000 junge Menschen beginnen in Deutschland jedes Jahr nach der Schule eine duale Ausbildung. Einerseits haben Betriebe zunehmend Schwierigkeiten, ihre Lehrstellen zu besetzen. Andererseits gibt es viele junge Menschen, denen der Einstieg in eine Ausbildung nicht unmittelbar gelingt. Dies trifft überproportional häufig auf Jugendliche mit einer Zuwanderungsgeschichte zu – einer zum Teil sehr hohen Bildungsaspiration zum Trotz. Anhand ausführlicher Interviews hat ein Forscherteam des DJI untersucht, wie Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund ihre Berufsbiografie gestalten, wer sie unterstützt und wie sie das Hilfesystem einschätzen.


TABEA SCHLIMBACH (DJI-Forschungsschwerpunkt Übergänge im Jugendalter)

Den Übergang schaffen: aber nicht allein

In einer qualitativen DJI-Längsschnittstudie wurden Handlungsstrategien von Haupt- und Realschulabsolventen mit und ohne Migrationshintergrund über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht. Dabei wurde vor allem das Wechselspiel von Ressourcen und Handlungsstrategien betrachtet. Die Längsschnittperspektive ermöglicht einen Blick auf die Dynamiken individueller Orientierungen und Entscheidungen im Übergangsverlauf von der Schule in das Arbeitsleben. Die Ergebnisse zeigen, dass Unterschiede im Handeln von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund nicht per se bestehen, sondern als Resultat des Umgangs mit unterschiedlich verfügbaren Ressourcen zu bewerten sind.

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URSULA BEICHT/GÜNTER WALDEN (Bundesinstitut für Berufsbildung - BIBB)

Einmündungschancen in duale Berufsausbildung und Ausbildungserfolg junger Migranten und Migrantinnen

Jugendliche mit Migrationshintergrund (MH), die am Ende ihrer Schulzeit eine duale Ausbildung beginnen wollen, bringen im Schnitt deutlich schlechtere Voraussetzungen mit als junge Menschen ohne MH: Sie stammen aus ungünstigeren sozialen Verhältnissen und weisen geringere schulische Qualifikationen auf. Aber selbst unter gleichen Voraussetzungen (gleiche soziale Herkunft, gleiche schulische Qualifikationen, gleiches Suchverhalten und gleiche Ausbildungsmarktlage) sind ihre Einmündungschancen in eine duale Ausbildung geringer als die von Nicht-MigrantInnen. Dieser Übergang in die duale Berufsausbildung stellt für Migrantinnen und Migranten die größte Hürde auf dem Weg ins Erwerbsleben dar. Haben sie diese genommen, sind ihre Chancen, die duale Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen und anschließend in eine qualifizierte Erwerbstätigkeit einzumünden, unter gleichen Voraussetzungen ähnlich gut wie bei Jugendliche ohne MH. Jugendliche mit ausländischen Wurzeln werden mit 70 gegenüber 61 Prozent sogar häufiger von ihrem Ausbildungsbetrieb in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen.

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LINKS UND LITERATUR

Hintergrundmaterial und Lektüretipps aus DJI-Forschungskontexten


Kontakt

Susanne John

DJI Online Redaktion

E-Mail: John

Letzte Änderung: 20.01.2016 16:19 Uhr