Die Fachgruppe F2 „Familienpolitik und Familienförderung“ untersucht, welche Rahmenbedingungen Staat, Markt und Gesellschaft für Familien setzen und wie Familien in ihrer Lebensführung unterstützt und gefördert werden können. Das Forschungsinteresse richtet sich vor allem auf die Ausgestaltung familien- und sozialpolitischer Leistungen und Förderangebote, deren Inanspruchnahme durch Familien sowie Weiterentwicklungsbedarfe und -möglichkeiten. Auch die Wirkungen bestehender Leistungen auf das Generationen- und Geschlechterverhältnis, auf partnerschaftliche Vereinbarkeit, auf materielle und zeitliche Handlungsspielräume und das Wohlergehen von Müttern, Vätern und Kindern stehen im Fokus. Die Fachgruppe untersucht diese Fragen entlang des im Siebten Familienbericht (BMFSFJ 2006) eingeführten „Dreiklangs“ einer nachhaltigen Familienpolitik, bestehend aus Geldpolitik, Infrastrukturpolitik und Zeitpolitik. Wichtige theoretische Bezüge sind in diesem Zusammenhang die Lebensverlaufsforschung mit ihren Konzepten der „linked lives“ und der institutionellen Steuerung von Lebensverläufen (vgl. u.a. Krüger 2010; Moen 2003; Bertram/Deuflhard 2014) sowie praxeologische Ansätze, die Familie und ihre Bewältigung interner wie externer Anforderungen als alltägliche „Herstellungsleistung“ (Schier/Jurczyk 2007) begreifen. Als relevante Akteure von Familienpolitik hat die Fachgruppe Bund, Länder und Kommunen, öffentliche und freie Träger, zivilgesellschaftliche Akteure, die Arbeitswelt und nicht zuletzt die Familien selbst im Blick.

Normativer Bezugspunkt für die Fragestellungen der Fachgruppe ist die Feststellung, dass Familien unverzichtbare Bildungs-, Erziehungs- und Care-Leistungen für die Gesellschaft erbringen. Ziel einer nachhaltigen Familienpolitik sollte sein, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Frauen und Männern gleichermaßen ermöglichen, ihren Kinderwunsch zu realisieren, ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern und partnerschaftlich die Fürsorgeverantwortung für Kinder und pflegebedürftige Angehörige zu teilen. Dabei ist Familienpolitik eng mit Fragen der Gleichstellung und der Integration von Kinderrechten verknüpft.

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