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Projekt

Strategien und Konzepte externer Evaluation in der Kinder- und Jugendhilfe, eXe

Laufzeit: 01.01.2004 - 30.06.2010

Fachtagung 02.-04.12.2009 in Fulda


 

„Visuelle Modelle und Programmtheorie –
Instrumente der Programmplanung und Evaluation
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<u7:p></u7:p>Logische Modelle, Wirkmodelle und Programmtheorie haben seit den 1990er Jahren in der internationalen Evaluationsdebatte eine erstaunliche Konjunktur erfahren. Programmtheorie und ihre Repräsentation über die unterschiedlichsten Formen von „Programm-Modellen“ sind so weit verbreitet, dass man leicht vergessen könnte, dass es auch einmal eine Welt ohne sie gab. Als „better strategies for great results“ preist ein kürzlich erschienener Leitfaden (Knowlton/ Phillips 2009) logische Modelle als Werkzeuge der Evaluation an. Doch was können sie wirklich leisten? Welche Erfahrungen wurden mit ihrem Einsatz im deutschsprachigen Raum gemacht? Wann sind sie hilfreich und wann sollte man besser auf sie verzichten? Was ist bei der Verwendung von Programmtheorie und logischen Modellen zu beachten? Und welche unerwünschten „Nebenwirkungen“ können auftreten?

Mit diesen Fragen setzen sich die Referentinnen und Referenten im Rahmen der Fachtagung „Visuelle Modelle und Programmtheorie“ im Dezember 2009 in Fulda auseinander. Ihre Beiträge decken ein breites Spektrum an Einsatzformen von Programmtheorie und logischen Modellen ab. Thomas Widmer  eröffnet die Tagung mit seinem Beitrag über „anagogische Vexierbilder“ (also Bildern in einer unmöglichen Perspektive, die noch dazu auf etwas „Höheres“ verweisen). Er gibt einen Überblick über Formen und Funktionen von „Programmbildern“ und berichtet anhand eigener Studien über Erfahrungen mit ihrem Einsatz. Jan Hense  unterscheidet systematisch vier Funktionen von Programm-Modellen – kommunikativ, edukativ, designsteuernd, interpretationsleitend –  und illustriert diese zum einen anhand selbst durchgeführter Evaluationen. Zum anderen wählt er die Programmtheorie, die den Standards für Evaluation zugrunde liegt, als Beispiel und schlägt so die Brücke zu Fragen der Professionalisierung von Evaluation.

Die Verwendung von Programm-Modellen in komplexen Programmen mit vielen Akteuren nehmen Karin Haubrich und Susanne Giel in den Blick. Karin Haubrich  stellt ihren rekonstruktivenAnsatz der Programmtheorie-Evaluation am Beispiel von Modellprogrammen des Bundes vor. Susanne Giel berichtet aus einer laufenden Evaluation des Bundesprogrammes „Vielfalt tut gut“ und stellt Validierungsstrategien der Evaluation dar, um übertragbare „Wirkstränge“ innovativer Projekte rekonstruieren zu können. Sie verwendet dabei den Programmbaum von Univation, der von Melanie Niestroj  in seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von der Planung über die Designentwicklung bis hin zur Auswertung in Evaluationen vorgestellt wird. 

Zwei Werkstattberichte nehmen den Einsatz von logischen Modellen in der Evaluation von Regelpraxis in den Blick. Annalena Yngborn und Berit Haußmann  berichten über ihre systematische Erprobung des logischen Modells als ein Instrument der Evaluation kriminalpräventiver Projekte in zwei Fällen. Sie stellen Weiterentwicklungen des logischen Modells vor, die besser geeignet erscheinen, ko-produktive Prozesse abbilden zu können. Stefan Cinkl berichtet gemeinsam mit Thomas Marthaler über erste Erfahrungen des Einsatzes logischer Modelle in der Evaluation sozialpädagogischer Familiendiagnose und involviert die Tagungsteilnehmenden in einen Mini-Workshop zum eigenen Evaluationsvorgehen.

Holger Ziegler schlägt abschließend den Bogen zur „realistischen Evaluation“. Er referiert über die Anwendung der „realistic  evaluation“ in der „Evaluation sozialer Frühwarnsysteme in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein“. Nach kritischer Auseinandersetzung mit dem sukzessionistischen Wirkungsbegriff (quasi-)experimenteller Designs, berichtet er über sein praktisches Beispiel zur Umsetzung eines „realistischen“,  generativen Wirkungsverständnisses in dem Design zur Evaluation „Früher Hilfen“.

Die Fachtagung ermöglichte einen breiten Überblick zu Programmtheorie und Programm-Modellen und bot den Rahmen für intensive Diskussionen. Für die weitere Arbeit des Projekts eXe sollen die gewonnenen Einsichten genutzt werden, um eine Handreichung für den Einsatz logischer Modelle, Wirkmodelle oder Programm-Modelle in Evaluationen zu erarbeiten.

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Letzte Änderung: 20.01.2016 16:19 Uhr
Bearbeitet von: Berg-Lupper