In den letzten zwei Jahrzehnten wurden die Präventionsstrategien in Deutschland für Kinder und Jugendliche vielfältig ausgebaut. Dabei wurde vorrangig auf pädagogische Angebote gesetzt.

Seit 1997 begleitet die Arbeitsstelle diese Entwicklung und informiert Praxis, Politik, Medien und Forschung über Konzepte und Handlungsstrategien der Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention. Die in der Kinder- und Jugendhilfe, in den Schulen, in der Polizei und Justiz vorhandenen kriminalpräventiven Ansätze werden konzeptionell verglichen, auf ihre Voraussetzungen und Erfolgsbedingungen geprüft, ihre Zielgruppen und Zielsetzungen beschrieben und - soweit möglich - hinsichtlich ihrer Erfolge bewertet. Der zunehmend entgrenzte Präventionsbegriff wird kritisch hinterfragt und v.a. die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe im Blick auf ihre präventiven Effekte reflektiert. Ziel ist die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Fachdebatte und Fachpraxis.

Die Arbeitsstelle versteht dabei Delinquenz im Kindes- und Jugendalter vor allem als pädagogische Aufgabe - nicht nur für die Kinder- und Jugendhilfe, sondern ebenso auch für die anderen zuständigen Institutionen wie Schule, Polizei und Justiz.


Kontakt

+49 89 62306-195
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

Aktuelles

Angebote für junge Menschen mit Opfererfahrung(en)

Kriminalitätspräventive Angebote richten sich überwiegend an Täter oder potentielle Täter, weniger an Menschen mit Opfererfahrungen. Die opferorientierte Kriminalitätsprävention adressiert dagegen sowohl Menschen, die noch nicht Opfer wurden, aber gewissen Viktimisierungsrisiken ausgesetzt sind, als auch Menschen, die bereits Opfer einer Straftat wurden. Das Wissen über die Hilfebedarfe von Opfern und darüber hinaus das Wissen um die Ausgestaltung der dann für diese junge Menschen mit Opfererfahrung(en) pädagogisch ausgerichteten Angebote wird bislang zu wenig innerhalb der Kriminalitätsprävention näher betrachtet. Um die hier konstatierte Wissenslücke zu schließen, hat die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention am Deutschen Jugendinstitut e.V. eine Recherche zu opferbezogenen, pädagogischen Angeboten für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige durchgeführt.  Die Ergebnisse stellen Annemarie Schmoll und Dr. Diana Willems hier vor.

Zum Text


Jugendgewalt

Hier finden Sie eine aktuelle Zusammenstellung der Arbeitsstelle zu Gewalttaten, jugendlichen Tatverdächtigen, verurteilten Jugendlichen, verhängten Sanktionen, Verteilung nach Deliktgruppen etc. Stand: Juni 2016.

Am 22. Juli 2016 tötete ein 18-jähriger Schüler in München neun Menschen und sich selbst mit einer Schusswaffe. Nach anfänglichen Spekulationen über einen islamistischen Hintergrund der Tat, wird nach aktuellem Ermittlungsstand von einer Amoktat ausgegangen.

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat in einem Positionspapier den aktuellen Informationsstand zu dem Phänomen Amok, zu Tätern und Opfern, zur Bedeutung von (sozialen) Medien sowie Computerspielen, zu Handlungsansätzen und dem gesetzgeberischen Bedarf zusammengestellt.

Ambulante Maßnahmen für junge Flüchtlinge - eine Herausforderung für die Jugendhilfe?

Zum Thema Ambulante Maßnahmen für junge Flüchtlinge führt Bernd Holthusen ein Gespräch mit Erwin Schletterer, Geschäftsführer der Brücke e.V. in Augsburg. Die Brücke e.V. ist seit vielen Jahren im Bereich der Kriminalitätsprävention tätig.

zum Gespräch

Gewalt und Alkohol im Jugendalter - Eine Herausforderung für die Jugendhilfe?

Gewalttaten von Jugendlichen finden häufig unter zum Teil starkem Alkoholeinfluss statt. Auch die Kinder- und Jugendhilfe weiß um die Problematik dieser oft zusammen auftretenden Verhaltensweisen und ihre sich teilweise verstärkenden Wechselwirkungen, doch eine gleichzeitige Bearbeitung von beiden Problemfeldern erscheint derzeit schwierig. Bei manchen Präventionsansätzen stellt das eine Verhalten sogar ein Ausschlusskriterium für die Bearbeitung des anderen dar. Das an die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention angedockte Projektmodul „Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter – Herausforderungen für die Jugendhilfe“ untersucht, welche Angebotsstruktur in der Jugendhilfe bezüglich Gewalt und Alkohol vorhanden ist und welche Handlungsstrategien sich für die Jugendhilfe entwickeln lassen.

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Das Arbeitsfeld Schulsozialarbeit hat sich – unabhängig von unterschiedlichen Bezeichnungen und Ausgestaltungen in der Fachpraxis – in den letzten Jahren immer mehr etabliert und gewinnt auch durch den Ausbau der Ganztagesschulen zunehmend an Bedeutung. In einem Expertengespräch der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention mit Fachkräften aus der Praxis wurde die Rolle der Schulsozialarbeit für die Kriminalitätsprävention an Schulen herausgearbeitet. Zentral war die Frage, mit welchen Schwierigkeiten und Herausforderungen sich die Schulsozialarbeit im Hinblick auf die Bearbeitung von abweichendem Verhalten konfrontiert sieht. Auf Grundlage des Expertengesprächs hat die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention Thesen entwickelt, die erste wichtige Erkenntnisse zum Thema „Schulsozialarbeit und Kriminalitätsprävention“ aufzeigen.   

Zu den Thesen

Im Jugendstrafrecht gibt es viele Möglichkeiten (z.B. in Form von ambulanten Maß­nahmen), um auf straffälliges Verhalten der jugendlichen oder heranwachsenden Täter zu reagieren und damit vor allem auch erzieherisch auf sie einzuwirken.

Auch mit Freiheitsentzug können die Jugendlichen bestraft werden, zum einen in Form einer Jugendstrafe und zum anderen in Form eines Jugendarrests. Diese beiden For­men unterscheiden sich stark, doch häufig wird dies nicht deutlich und es kommt zu Verwechslungen. Selbst die Jugendlichen können oft nicht verstehen, ob sie gerade im „Knast“ oder im Jugendarrest sind. Die folgende Zusammenstellung soll dazu dienen, mehr Informationen über den Jugendarrest zu gewinnen, zumal diese Form des Frei­heitsentzugs die Kinder- und Jugendhilfe vor besondere Herausforderungen stellt, wenn man bspw. an den sogenannten bislang wenig beachteten Ungehorsamsarrest denkt.

Unter anderem wird auch auf eine bundesweite telefonische Befragung der Jugendarrestan­stalten zurückgegriffen, welche die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprä­vention Ende 2010 durchgeführt hat. Weiterhin werden rechtliche Grundlagen, statisti­sche Daten und eine Liste der derzeit vorhandenen Jugendarrestanstalten zur Verfü­gung gestellt.  Mehr dazu hier.

Peerbezogene Ansätze im Kindes- und Jugendalter in der Kriminalitäts- und Suchtprävention

Eine Recherche der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention, DJI

In der Jugendphase orientieren sich Jugendliche zunehmend an Gleichaltrigen. Viele Formen jugendtypischer Delinquenz geschehen aus einem Gruppenkontext heraus. Welche bedeutende Rolle Peers aber auch bei der Bewältigung und Bearbeitung dieser Delinquenz spielen, war Gegenstand einer Zeitschriftenrecherche der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention zu peerbezogenen Ansätzen in der Kriminalitäts- und Suchtprävention.  Die Ergebnisse der Recherche sowie Chancen und Grenzen solcher peerbezogenen Ansätze stellen Laura Liebscher und Thomas A. Fischer in dieser Publikation vor.

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Jugendgericht und Jugendhilfe – eine Kooperation die funktioniert

… das ist der gemeinsame Befund zweier empirischer Studien zur Kooperation der Jugendhilfe im Strafverfahren mit den Jugendgerichten. Im Jugendgerichtshilfeb@rometer hat die Arbeitsstelle und das Projekt „Jugendhilfe und sozialer Wandel“ 2009 bundesweit alle Jugendhilfen im Strafverfahren online befragt. Die Ergebnisse wurden in der Publikationsreihe der Arbeitsstelle veröffentlicht.

Anknüpfend an diese Untersuchung startete 2013 in Kooperation mit der Universität Kassel unter der Leitung von Theresia Höynck eine weitere Befragung mit dem Namen Jugendgerichtsbarometer, die als Adressaten alle in Deutschland tätigen Jugendrichterinnen und Jugendrichter sowie Jugendstaatsanwältinnen und Jugendstaatsanwälte in den Blick genommen hat. Somit konnten nun die Sichtweisen beider kooperierender Berufsgruppen aufeinander bezogen werden.

Mehr Informationen zu beiden Befragungen finden sie hier.

Jugendliche im WWW – Eine Herausforderung für die Kriminalitätsprävention?

Das Internet eröffnet nicht nur viele Möglichkeiten, sondern birgt gerade für junge Menschen Risiken, sowohl Opfer einer Straftat zu werden, als auch selbst gegen Strafnormen zu verstoßen. Stellen sich hier neue Herausforderungen für die Prävention von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter? Auf der Basis einer Recherche einschlägiger empirischer Studien wird diese Frage in einem Aufsatz von Dr. Diana Willems diskutiert.

ausgewählte Links zum Themenfeld

Delinquenzprävention in der Einwanderungsgesellschaft

Straffällige (männliche) Jugendliche mit Migrationshintergründen sind in den offiziellen Kriminalitätsstatistiken oft überrepräsentiert. Welche Rolle spielen diese Jugendlichen in der Jugendhilfe? Welche pädagogischen Strategien gibt es, sie zu erreichen – und, falls überhaupt, welche Bedeutung hat hier der Migrationshintergrund? Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat einmal genauer hingesehen und ist dabei auf ein schwieriges Arbeitsfeld mit vielen Fallstricken und Stolpersteinen gestoßen, wie in einem Aufsatz in den DJI-Impulse nachzulesen ist: Straffällige Jugendliche mit Migrationshintergründen

Weitere Veröffentlichungen der Arbeitsstelle

  • Hoops, Sabrina/Holthusen, Bernd (2015): Unbekannt, unerreicht und unverstanden? Straffällige männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund als Adressaten der Kinder- und Jugendhilfe. In: Dollinger, Bernd/Oelkers, Nina (Hrsg.): Sozialpädagogische Perspektiven auf Devianz. Reihe: Verbrechen & Gesellschaft. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 241-261 Publikation
  • Hoops, Sabrina/Willems, Diana (2015): Straffällige Jugendliche mit Migrationshintergrund - und die Jugendhilfe? In: Kommission Sozialpädagogik (Hrsg.): Praktiken der Ein- und Ausschließung in der Sozialen Arbeit. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 265-274
  • Beitrag der Arbeitsstelle zum BMJ-Symposium 2008: Das Jugendkriminalrecht vor neuen Herausforderungen. Download
  • Band 5 der Publikationsreihe der Arbeitsstelle (2002): "Die mitgenommene Generation. Aussiedlerjugendliche - eine pädagogische Herausforderung für die Kriminalitätsprävention" (Abgabe kostenlos). Band bestellen

Mehrfach auffällige Kinder und Jugendliche/ Institutionen übergreifende Kooperation

Mehrfach auffällige und belastete Kinder und Jugendliche – in anderen Kontexten auch als „Mehrfach- und Intensivtäter“ kategorisiert – sind Kristallisationspunkte für die öffentliche Diskussion.

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat mit Blick auf diese zentrale Herausforderung für die Kriminalitätsprävention im Rahmen des Modellprojektes „Kooperation im Fall von jugendlichen 'Mehrfach- und Intensivtätern'“ (2004) und des Projektes „Polizeilich mehrfach auffällige Strafunmündige" Kooperationsstrukturen untersucht, um einen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zu leisten.

Delinquenz im Jugendalter - ein Indikator für Gefährdung?

… Dieser Frage gehen Dr. Sabrina Hoops und Bernd Holthusen in einem Beitrag in den IzKK-Nachrichten nach, das dem Themenschwerpunkt Gefährdungen im Jugendalter gewidmet ist. Häufig wird in den aktuellen Diskussionen zu Kindeswohlgefährdungen übersehen, dass sich die Frage der Gefährdung auch im Jugendalter stellt. Mögliche Gefährdungen können unter anderem durch Delinquenz entstehen. Die Jugendhilfe ist auch aus diesem Grund gefordert.
Zum Beitrag

Prävention - ein Konzept auf dem Prüfstand

Programme zur Prävention von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter haben sich etabliert. Im Bulletin des Deutschen Jugendinstituts "DJI-Impulse" zum Schwerpunktthema "Mythos Prävention" hat die Arbeitsstelle auf die Notwendigkeit einer fachgerechten und reflektierten Prävention aufmerksam gemacht.

Zwischen Mogelpackung und Erfolgsmodell
Über die Notwendigkeit einer fachgerechten und reflektierten Prävention

In diversen Veröffentlichungen werden die Vorverlagerung des Präventionsbegriffs und dessen zunehmende Entgrenzung diskutiert und v.a. die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe im Blick auf ihre präventiven Effekte reflektiert.

Freiheitsentziehende Maßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe

Das Thema der „Geschlossenen Unterbringung in Heimen“ ist seit vielen Jahren Gegenstand in den Fachdebatten. Immer wieder führt es auch zu heftigen Kontroversen, zuletzt auch ausgelöst durch die Vorkommnisse in einer Brandenburger Einrichtung. Gefragt wird: „Eine Erziehung zur Freiheit durch Freiheitsentzug – wie kann das gehen? Für welche Kinder und Jugendlichen kommt eine solche Unterbringung in Betracht? Welche Standards gelten, welche Bedingungen müssen erfüllt sein? Und was sind überhaupt die Effekte?“

Das DJI befasst sich seit vielen Jahren mit diesen Fragen und geht ihnen auch empirisch nach. Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention nimmt die aktuellen Entwicklungen in den Blick und stellt Sachinformationen, z.B. zu Platzzahlen, Indikationsstellungen etc. zur Verfügung.

Liste der Jugendhilfe-Einrichtungen mit der Möglichkeit der Unterbringung nach § 1631b BGB

DJI-Publikationen

Erziehung zur Freiheit durch Freiheitsentzug? (Permien 2010)
"Mildere Maßnahmen sind nicht möglich!" (Hoops/Permien).

Dr. Hanna Permien und Dr. Sabrina Hoops diskutieren über aktuelle Fragen zum Thema. Zum Gespräch

Eine Zwischenbilanz in sechs Handlungsfeldern

Im Jahr 2007 wurde im Auftrag der Regierungschefs der Länder unter Federführung der Arbeitsstelle ein ausführlicher Bericht zum Stand der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter in sechs Handlungsfeldern erstellt (Band 11 der Publikationsreihe - Abgabe kostenlos).
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Publikationen zum Download

mehr Informationen

Instrument: Logisches Modell

Eine zentrale Herausforderung zur Weiterentwicklung des Handlungsfeldes der Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention besteht in der Evaluation der Präventionsstrategien. Wenn Ergebnisse bewertet und Wirksamkeiten überprüft werden sollen, sind auch neue methodische Wege erforderlich. In einem Projektmodul hat die Arbeitsstelle das Instrument des Logischen Modells zur Evaluation kriminalpräventiver Projekte erprobt. Zentrale Ergebnisse.

Weitere Publikationen der Arbeitsstelle zur Evaluation in der Kriminalitätsprävention

  • Band 7 der Publikationsreihe der Arbeitsstelle: "Evaluierte Kriminalitätsprävention in der Kinder- und Jugendhilfe. Erfahrungen und Ergebnisse aus fünf Modellprojekten" (Abgabe kostenlos). Band bestellen
  • Band 9 der Publikationsreihe der Arbeitsstelle: "Evaluation in der Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention. Eine Dokumentation" (Abgabe kostenlos). Band bestellen




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