Die Aufdeckung der NSU-Morde und der nach wie vor hohe Anteil fremdenfeindlicher Straftaten, aber auch Erhebungen zu rechtsextremen und fremdenfeindlichen Einstellungen in der Gesamtbevölkerung verweisen darauf, dass der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit eine unverändert hohe Relevanz zukommt. Neue Herausforderungen für die pädagogische Praxis ergeben sich zum einen aus neuen oder auch neu erstarkenden Phänomenfacetten wie Islam- bzw. Muslimfeindlichkeit, Ressentiments gegenüber Sinti und Roma oder neuen Varianten des Antisemitismus. Zum anderen resultieren sie aus der gewachsenen Relevanz Neuer Medien sowohl für das Kommunikations- und Informationsverhalten Jugendlicher als auch für die Werbe- und Rekrutierungspraxen rechtsextremer Akteure.

Seit einigen Jahren rücken zudem weitere demokratie- und menschenfeindliche Phänomene, aktuell insbesondere der (gewaltorientierte) Salafismus und Dschihadismus, in den Fokus der fachlichen Aufmerksamkeit. Vor allem die zuletzt genannten Entwicklungen stellen die Fachpraxis vor neue, spezifische Herausforderungen, zumal in Deutschland bisher nur wenig gesichertes Wissen zu diesen Phänomenen vorliegt.

Aufgabe der Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention ist es, fachliches Wissen zu diesen pädagogischen Handlungsfeldern für Wissenschaft, Fachpraxis und Politik zu generieren und aufzubereiten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf praxisrelevantem Wissen zu jugend(-phasen)spezifischen Dimensionen der Phänomene sowie auf der Sicherung und Systematisierung von Praxiserfahrungen, die in der pädagogischen Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen gewonnen wurden.

Dieser Aufgabe begegnet das Projekt durch

  • systematische Aufarbeitung vorliegender Erkenntnisse,
  • qualitative Erhebungen zu praxisrelevanten Fragestellungen,
  • Förderung des fachlichen, professionen- und disziplinenübergreifenden Austauschs im bundesweiten und internationalen Kontext,
  • praxisorientierte Wissensaufbereitung und Transmission von Erkenntnissen in die Fachpraxis und
  • Beratungstätigkeiten für Fachpraxis, Politik und andere themenrelevante Professionen.

Seit dem Jahr 2000 werden diese Aufgaben im Themenfeld Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bearbeitet. Seit 2011 nimmt die Arbeits- und Forschungsstelle, zunächst in einem eigenen Projektmodul, auch (gewaltorientierte) islamistische Radikalisierungsprozesse in den Blick. Ab 2015 werden beide Themenfelder in einem Projekt mit dem Namen Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention zusammengeführt.

Die Ergebnisse der Arbeits- und Forschungsstelle können als gedruckte Berichte bezogen werden und stehen als Download zur Verfügung. Unsere Projektpublikationen finden Sie hier, weitere themenbezogene Veröffentlichungen der Projektmitarbeiter/innen hier.


Aktuelle Veröffentlichungen

Aufsätze, Onlinebeiträge und andere Publikationen der Arbeits- und Forschungsstelle finden Sie hier


News

DJI Literaturliste Gewaltorientierter Islamismus im Jugendalter

Eine praxisorientierte Auswahl von Fachliteratur zum Phänomen und zur pädagogischen Auseinandersetzung in Deutschland.

Download


Neu erschienen - Band 12 der Schriftenreihe der AFS

„Einstiege verhindern, Ausstiege begleiten. Pädagogische Ansätze und Erfahrungen im Handlungsfeld Rechtsextremismus“ von Sally Hohnstein und Frank Greuel unter Mitarbeit von Michaela Glaser.

Zum Inhalt des Bandes:

Die Arbeit mit rechtsextrem orientierten und rechtsextremen Jugendlichen ist seit gut 25 Jahren Bestandteil pädagogischer Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im Jugendalter. In diesem Zeitraum wurden im Handlungsfeld verschiedene Arbeitsformate entwickelt, die Hinwendungs- und Radikalisierungsprozesse bei Jugendlichen aufhalten bzw. Prozesse der Abkehr von rechtsextremen Szenen und/oder Ideologien unterstützen sollen. Diese Publikation präsentiert die Ergebnisse einer Studie, in der existierende Ansätze recherchiert sowie Fachkräfte zu ihren Praxiserfahrungen befragt wurden. Es werden erfolgsversprechende Vorgehensweisen und Gelingensbedingungen diskutiert sowie Herausforderungen und Grenzen der Arbeit aufgezeigt. Außerdem werden Entwicklungsbedarfe und -perspektiven herausgearbeitet.

Der Band ist kostenlos zu beziehen über Renate Schulze (schulze@dji.de). Eine digitale Version steht hier zum Download bereit.


Fachgespräch "Politische Extremismen im Netz - Herausforderungen für die Jugendhilfe"

Unter dem Titel „Politische Extremismen im Netz – Herausforderungen für die Jugendhilfe“ lud die Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention im November 2015 Expertinnen und Experten aus Fachpraxis und Wissenschaft zu einem zweitägigen Fachgespräch nach Berlin. Auf der Veranstaltung wurden Anforderungen an pädagogische Akteure diskutiert, die aus rechtsextremen und (gewaltorientiert) islamistischen Aktivitäten im Netz resultieren, erste Gegenstrategien vorgestellt und zukünftige Handlungs- und Entwicklungsbedarfe definiert.

Erste Ergebnisse finden Sie hier


DJI Impulse 109 (1/2015) - Jung und radikal. Politische Gewalt im Jugendalter

Die Ausgabe der DJI Impulse widmet sich dem Thema „ Politische Gewalt im Jugendalter“. Die Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention ist mit mehreren Beiträgen vertreten. Sie präsentieren Erkenntnisse dazu, warum junge Menschen sich extremistischen Ideologien und Gruppierungen zuwenden und stellen Ansätze der pädagogischen Arbeit mit gefährdeten und mit distanzierungswilligen jungen Menschen vor.

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DJI TOP THEMA März 2015: #SeitgesternbinichbeiAlKaida! Jugendliche, Radikalisierung und Prävention

Hilfsangebote für gefährdete und betroffene Jugendliche konsequent ausbauen und besser vernetzen.

Michaela Glaser im Interview


Interview: "Sie werden zu heroischen Kriegern hochstilisiert"

Michaela Glaser und Maruta Herding im Gespräch mit dem österreichischen "derStandard" am 27. Januar 2015 über die jugendliche Faszination für den radikalen Islamismus

zum Interview


Fachgespräch „Gewaltorientierter Islamismus – Herausforderungen für die pädagogische Praxis“ am 15.01.2015

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, pädagogischer Fachpraxis und anderen problemrelevanten zivilgesellschaftlichen und staatlichen Institutionen diskutierten am 15. Januar 2015 im Bundesfamilienministerium über pädagogische Strategien, um Jugendlichen, die für gewaltbereiten Islamismus anfällig sind, demokratische und gewaltfreie Alternativen aufzuzeigen. Ergebnisse des Fachgesprächs

zur Veranstaltung


"Die deutsche Forschung steht noch relativ am Anfang"

Dr. Maruta Herding im DJI-Online-Gespräch zu gewaltorientiertem Islamismus.


"Salafisten: Mit simplen Botschaften auf Mitgliederfang"

Fachtagung: Salafismus als Herausforderung für Demokratie und politische Bildung:

Bei der Tagung in 2014 wurden neue Ansätze vorgestellt: u.a. die Übertragbarkeit etablierter Präventionsansätze aus dem Bereich des Rechtsextremismus. "Wenn man den jungen Menschen erst einmal zuhört und versucht zu verstehen, warum sie sich für solche Ideologien und Szenen interessieren, ihnen also Vertrauen schenkt, dann kann man häufig einen guten Zugang zu ihnen bekommen", sagt Michaela Glaser, Soziologin an der Forschungsstelle Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit des Deutschen Jugendinstituts.

Veranstaltungsdokumentation

Kontakt

+49 345 68178-20
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
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Haus 12/13 06110 Halle