Der Blick auf die ersten Lebensjahre von Kindern hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Ergebnisse jüngerer Forschung haben das Verständnis über frühkindliche Entwicklungs- und Lernprozesse sowie über die Potenziale von deren Förderung vertieft. Die Frage, wie mit diesen Potenzialen umzugehen ist, beschäftigt heute Wissenschaft und Politik gleichermaßen.

Sowohl auf internationaler Ebene als auch in Deutschland wurden in den letzten Jahren die frühkindlichen Bildungssysteme zum Gegenstand politischer Gestaltung und Steuerung. Ähnlich wie Deutschland, das seit 2005 durch eine Reihe von Maßnahmen eine breite quantitative und qualitative Entwicklung angestoßen hat, bemühen sich auch andere Länder um die Reform ihrer Systeme frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung. Dabei gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte u. a. in Bereichen der Zielsetzung, der Bildungskonzepte, der Qualitätssicherung und -steuerung. Mit dieser Vielzahl einher geht ein erhebliches Bedürfnis nach Orientierung, Austausch und evidenzbasierter Politik.

ICEC-Flyer DownloadAn dieser Schnittstelle agiert das Internationale Zentrum (ICEC): Das Zentrum verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Expertise sowie Auskünfte zu zentralen (Qualitäts-) Fragen und Themengebieten der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) aus internationaler Perspektive bereit zu stellen und sich als Ansprechpartner auf nationaler und internationaler Ebene zu profilieren. Eine zentrale Aufgabe des Zentrums ist es, Erkenntnisse aus der internationalen Forschung sowie die Erfahrungen mit frühkindlichen Bildungs- und Betreuungssystemen und deren Weiterentwicklung in anderen Ländern systematischer und intensiver für Deutschland aufzuarbeiten und zu nutzen.

In Zusammenarbeit mit Bund, Ländern und Verbänden sollen die Besonderheiten des deutschen Systems, drängende fachliche Fragen und die vorhandene Expertise aus Deutschland in internationale Gremien und Prozesse transportiert sowie zielgerichtete Kooperationen unterstützt werden. Die Präsenz Deutschlands bzw. bundesdeutscher Expertise wird durch die Beteiligung an internationalen fachpolitischen Gremien sowie fachwissenschaftlichen Netzwerken gestärkt. Auf diese Weise soll der Anschluss an internationale Diskussionen und Entwicklungen gewährleistet werden.

Die Aufgaben des Internationalen Zentrums

Wissensplattform

Das Internationale Zentrum wertet die internationale Forschung im Bereich frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung aus und bereitet die Erkenntnisse u. a. auf der Webseite oder in Veröffentlichungen für Politik und Praxis auf.

Kommunikation

Das Internationale Zentrum ist sowohl Ansprechpartner für nationale wie für internationale Akteure, die Fragen zur FBBE in Deutschland beziehungsweise in anderen Ländern haben.

Internationale Vernetzung

Das Internationale Zentrum beteiligt sich an internationalen Gremien und Netzwerken zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung, wie beispielsweise an dem OECD-Netzwerk zur Frühkindlichen Bildung und Betreuung oder der Thematischen Arbeitsgruppe „Frühkindliche Bildung und Betreuung“ der Europäischen Kommission. Zusätzlich berät es das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und andere Akteure bei der internationalen Zusammenarbeit und strebt den Aufbau eines länderübergreifenden Netzwerks an Expertinnen und Experten an.

Forschung

Das Internationale Zentrum führt vergleichende Analysen zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung durch, beteiligt sich an der Entwicklung von Indikatoren und fördert länderübergreifende Forschung.

Wissenstransfer

Das Internationale Zentrum fördert bi- und multinationale Zusammenarbeit, organisiert fachlichen und wissenschaftlichen Austausch und verbreitet ‚Beispiele guter Praxis‘ auf Tagungen, Expertenhearings und Veröffentlichungen.

Kontakt

+49 89 62306-196
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München