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News
29.04.2016

Kinder, Jugendliche und Familien nach der Flucht: Kinder und Jugendhilfe gefordert

Die Flüchtlingsfrage stellt auch die Kinder- und Jugendhilfe vor immense Herausforderungen. Diese werden in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe der Hochschule München und der Katholischen Stiftungsfachhochschule thematisiert und diskutiert. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung, an der 300 Gäste aus bayerischen Ministerien, dem Bayerischen Landtag, Hochschulen und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege teilnahmen, wies Dr. Heinz Kindler (DJI) in seinem Fachvortrag „Schutz und Sicherheit als Aufgaben“ darauf hin, dass von vielen Fachkräften erhöhte Unsicherheiten im Umgang mit Kinderschutzfragen bei Migrationshintergrund geäußert werden. Bemerkenswert sei, dass es trotz einer Vielzahl von Belastungsfaktoren zu keiner Überrepräsentation bei Gefährdungsmeldungen gekommen sei. Die hauptsächlich wahrgenommen Gefährdungssituationen waren verschiedene Formen der Vernachlässigung, das Miterleben von Partnerschaftskonflikten und Partnerschaftsgewalt sowie geschlechtsspezifische Formen der Gefährdung wie der Verdacht auf Zwangsverheiratung, das Einsperren von Mädchen oder das Ausüben von sexueller Gewalt. Strukturelle Bedingungen in den Gemeinschaftsunterkünften und institutionelle Mängel trügen maßgeblich zu den Gefährdungen bei. Häufig gäbe es viel zu wenig Personal und keine verstetigte Präsenz von Unterstützungsangeboten vor Ort. Viele Eltern und Kinder erhielten nicht die Hilfen, die notwendig seien, um die Folgewirkungen psychischer Belastungen abzumildern. Daher bestehe ein hohes Chronifizierungsrisiko mit deutlichen Auswirkungen auf den weiteren Lebenslauf.

News
29.04.2016

Die Familienforscherin Dr. Angelika Tölke verabschiedet sich in den Ruhestand

Nach fast 30 Jahren am Deutschen Jugendinstitut geht Angelika Tölke in Rente. Sie studierte in den 1970er Jahren Soziologie an der Universität Frankfurt. Anschließend arbeitete sie an der Universität Mannheim als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Lebensverläufe und Wohlfahrtsentwicklung“, bevor sie nach Berlin an das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wechselte. Nach der Erlangung der Doktorwürde mit einer Arbeit überLebensverläufe von Frauen“ kam die Soziologin 1987 an das Deutsche Jugendinstitut. Von 2000 bis 2003 ließ sie sich beurlauben, um am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock zu arbeiten. Angelika Tölke untersuchte insbesondere das Zusammenwirken von Erwerbspartizipation, Berufskarriere und privater Lebensform – zunächst für Frauen, später verstärkt in männlichen Biografien. Mit ihrer Längsschnittperspektive auf die Entwicklung im Leben von Frauen sowie mit dem Blick auf die Rolle der Väter in der Familie gehörte sie zu den Vorreiterinnen für diese Themen. Im Rahmen des DJI-Surveys AID:A untersuchte sie die Erwerbsarrangements von Eltern und deren Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Angelika Tölke hat ihre wissenschaftlichen Arbeiten und die Familienstudien des DJI auch auf internationalen Kongressen vertreten. Als Mitglied des Sprechergremiums der Familiensoziologie (DGS), dem sie mehrere Amtsperioden angehörte, brachte sie nicht nur Studien des DJIs in die Forschungslandschaft ein, sondern hat auch Themen in das Institut rückvermittelt. Im DJI hat sie sich aktiv in die Gremienarbeit eingebracht, z.B. für mehrere Jahre als Mitarbeitervertreterin im DJI-Kuratorium.

News
28.04.2016

Auslandsadoption im Umbruch: Dritter EFZA-Workshop am DJI

Am dritten hochkarätig besetzten internationalen Workshop des Expertise- und Forschungszentrums Adoption (EFZA) nahmen 25 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Justiz, Familie und Kinderschutz teil. Dr. Ina Bovenschen, Leiterin des EFZA, stellte in ihrem Einstiegsreferat aktuelle Forschungsbefunde zu den veränderten Bedingungen dar, die sich mit Blick auf die Herkunftsstaaten und Profile der Kinder abzeichnen. Internationale Perspektiven eröffneten Paola Crestani als Vertreterin der italienischen Adoptionsvermittlungsstelle CIAI und Jan A. Th. Vroomans aus dem niederländischen Ministerium für Sicherheit und Justiz. Die Workshops am Nachmittag befassten sich mit der Gestaltung der zukünftigen Vermittlungspraxis und Beispielen guter Praxis für eine länderübergreifende Kommunikation und Kooperation.

DJI in den Medien
27.04.2016

Familienrecht: Wechselmodell statt Residenzmodell bei Trennungsfamilien als Regelfall?

In den meisten Fällen wohnen Kinder nach der Trennung ihrer Eltern überwiegend bei einem Elternteil (Residenzmodell). Mehr als die Hälfte aller Trennungskinder haben mindestens einmal pro Woche Kontakt zum anderen Elternteil. Knapp fünf Prozent der Eltern erziehen die Kinder mehr oder weniger paritätisch gemeinsam. In 20 Prozent der Fälle gibt es gar keinen Kontakt zum anderen Elternteil – so die Ergebnisse des DJI-Surveys AID:A (Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten). Die FDP möchte das Residenzprinzip kippen. Sie will die Betreuung durch beide Eltern im Wechselmodell als gesetzlichen Regelfall festschreiben. Unumstritten ist die paritätische Betreuung von Trennungskindern allerdings nicht. „Früher dachte man ja auch, das gemeinsame Sorgerecht würde viele Konflikte heilen. Das war nicht der Fall. Jetzt werden an das Wechselmodell ähnliche Erwartungen geknüpft", gibt die stellvertretende DJI-Direktorin Prof. Dr. Sabine Walper gegenüber der Zeitung DIE WELT zu bedenken. „Ich bin skeptisch, ob es zugelassen werden sollte, dass Gerichte dieses Modell auch gegen den Willen der Eltern anordnen dürfen.“ Gerade bei einem konflikthaften Verhältnis der Eltern würden die Kinder zu potenziellen Frontgängern.

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Letzte Änderung: 12.02.2016 19:12 Uhr