Recherche zu Häusern für Kinder und Familien
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Recherchebericht Der Bericht kann auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1.018 kB) heruntergeladen werden.
Wonach wir gesucht haben In der dreimonatigen Recherche haben wir uns auf die Suche gemacht nach "Häusern für Kinder und Familien" in Deutschland. Damit sind Tageseinrichtungen gemeint, die über die Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder hinaus weitere familienorientierte Angebote und Dienste integriert haben. Es ging aber auch um solche Einrichtungen, in denen die Kinderbetreuung Teil eines umfassenderen kulturellen, sozialen oder Bildungsangebots für Familien ist (z.B. Mütterzentren). Ihnen gemeinsam ist, dass sie niedrigschwellige Angebote "aus einer Hand" machen.
Ziel war es, Standorte zu finden, an denen die Angebote über das hinausgehen, was in Regeleinrichtungen "üblich" ist.
Wie wir gesucht haben Wir haben auf die Datenbank ProKita und Projekte aus dem DJI zurückgegriffen und bei Expert/innen nachgefragt: bei den freien Trägern, bei Landesjugendämtern, Ministerien, Fachberater/innen und Verbänden. Dabei sind wir nach dem "Schneeballverfahren" vorgegangen. Außerdem wurde in der Zeitschrift Kindergarten heute ein Aufruf veröffentlicht, auf den hin sich nicht wenige Leiter/innen gemeldet haben.
Was wir über die Einrichtungen wissen wollten In einem Teil der Einrichtungen haben wir telefonisch genauer nachgefragt. Wir wollten erfahren, warum und unter welchen Rahmenbedingungen solche familienorientierten Angebote entwickelt oder gegründet worden sind, wie diese Angebote aussehen, wie sie finanziert werden und inwieweit sie eher auf sozial benachteiligte Familien ausgerichtet sind bzw. in "sozialen Brennpunkten" anzutreffen sind.
Ergebnisse Am Ende der Recherche steht - so der Auftrag des Ministeriums - eine Auswahl von 17 Standorten, die Beispiele für relativ ausgereifte und innovative Häuser für Kinder und Familien darstellen. Aber auch viele andere Einrichtungen haben das Interesse und die Motivation, sich in diese Richtung weiterzuentwickeln, und haben auch schon vieles umgesetzt.
Links zum Thema finden sich im Deutschen Bildungsserver unter Kindertagesstätten als Orte für Kinder und Familien.
Peucker, Christian; Riedel, Birgit Deutsches Jugendinstitut Häuser für Kinder und Familien Recherchebericht Der gesamte Bericht (168 Seiten, 592 KB) besteht aus einer Darstellung der Ergebnisse der Recherche (Teil A) und einer Auflistung und Beschreibung von Standorten (Teil B). Einrichtungen und Standorte, die auf diesem Weg schon recht weit sind, werden ausführlicher beschrieben. Dabei steht im Mittelpunkt, welche familienorientierten Angebote sie machen, wie sie organisiert und finanziert werden und welche Erfahrungen an den Standorten gemacht wurden. Nach einem Abschnitt zur Vorgehensweise bei der Recherche (Kapitel 1) befasst sich der Bericht in Teil A mit
- familienorientierten Angeboten und Organisationsformen (Kapitel 2)
Neben der Kinderbetreuung bieten diese Einrichtungen Treffpunkte und Freizeitangebote für Familien, es finden Beratung und Bildungsangebote statt. Nicht alles machen die Kindertageseinrichtungen alleine oder ausschließlich mit eigenem Personal. Es gibt unterschiedliche Arten, diese Vielzahl an Angebote zu organisieren, wobei wir das integrierte Modell (familienorientierte Angebote und die Zuständigkeit liegen bei der Einrichtung), das Kooperationsmodell (Zusammenarbeit mit Familienberatung und Familienbildung in der Einrichtung), das Zentrumsmodell (Kooperation mit anderen Diensten unter dem Dach eines Zentrums) und ein Mischmodell unterschieden haben.
- der Entwicklung familienorientierter Angebote und Einrichtung (Kapitel 3)
Die Einrichtungen, die heute ein breites Spektrum an zusätzlichen Angeboten für die Familien vorhalten, haben sich äußerst unterschiedlich entwickelt. Nur einige von ihnen sind von vorneherein mit diesem Anspruch (des Trägers) gegründet worden. Viele andere hingegen haben sich erst nach und nach aus "normalen" Kindertageseinrichtungen zu Häusern für Kinder und Familien entwickelt. Die Motivation, solche Angebote aufzubauen, kam aus der Orientierung am Bedarf der Eltern, aus der Einsicht, dass sie "anders gar nicht sinnvoll mit den Kindern arbeiten könnten", aus der Haltung heraus, den Eltern auf gleicher Augenhöhe zu begegnen, oder begründete sich durch das Konzept einer Öffnung der Tagesstätte zu ihrem Umfeld.
- den Bedingungen, die die Weiterentwicklung zu Häusern für Kinder und Familien begünstigt haben (Kapitel 4)
Als Schlüsselmomente für die Weiterentwicklung von Kindertagesstätten zu Häusern für Kinder und Familien haben sich folgende herauskristallisiert: Eine offene Grundhaltung bei Leiterinnen, Erziehe-rinnen und Trägern, geeignete Räumlichkeiten, zeitliche und personelle Ressourcen. Wichtig ist auch, dass jemand da ist, der sich dafür zuständig fühlt (Koordination).Weitere Punkte sind die Qualifikation und Qualifizierung von Erzieherinnen und Leiterinnen und die Finanzierung der familienorientierten Angebote.
- der Frage, ob Häuser für Kinder und Familien eher auf soziale Brennpunkte bzw. sozial benachteiligte Familien ausgerichtet sind bzw. ob sie hierfür besonders geeignet sind (Kapitel 5)
Besondere familienorientierte Angebote entstehen nicht nur in "sozialen Brennpunkten" und haben auch nicht nur dort ihre Berechtigung. Auch bei Mittelschichtsfamilien sehen viele Leiterinnen Bedarf; Erziehungsunsicherheiten und das Fehlen von Austausch- und Kontaktmöglichkeiten beschränken sich nicht auf eine kleine Minderheit von Familien in schwierigen sozialen Verhältnissen. Deutlich macht die Recherche aber auch, dass jeweils unterschiedliche Ansätze notwendig sind, um ein unterschiedliches Klientel zu erreichen.
2004-00-00 168 DJI München
Peucker, Christian; Riedel, Birgit Deutsches Jugendinstitut Kurzzusammenfassung des Rechercheberichts 2004 1 München
Peucker, Christian; Riedel, Birgit Deutsches Jugendinstitut Häuser für Kinder und Familien - Zusammenfassung des Rechercheberichts 2004 1 München
Peucker, Christian; Riedel, Birgit Deutsches Jugendinstitut Häuser für Kinder und Familien - Einleitung und Teil A: Ergebnisse der Recherche 2004 43 München
Peucker, Christian; Riedel, Birgit Deutsches Jugendinstitut Häuser für Kinder und Familien - Auswahl von Einrichtungen und Standorten Teil B des gesamten Berichts (123 Seiten, 313 KB) enthält die Auswahl von Einrichtungen und Standorten. 17 Standorte werden genauer beschrieben. Dabei steht im Mittelpunkt, welche familienorientierten Angebote unterbreitet werden, wie sie organisiert und finanziert werden und welche Erfahrungen gemacht wurden. 2004-00-00 123 DJI München
Diller, Angelika Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V. Alles unter einem Dach Als Kindertagesstätte auf dem Weg zum Familienzentrum 2005-01-13 Karlsruhe