ADEPT
(Access for Disadvantaged Adults to Education and Employment through Portfolio Techniques - Zugang für Benachteiligte zu Bildung und Beschäftigung durch Portfolio Techniken)
Kompetenzen, die für den Beruf wichtig sind, werden nicht nur durch schulisches Lernen erworben. Für Qualifikationen, die man sich über informelles Lernen, z.B. in der Familienarbeit aneignet, werden bislang aber keine Zeugnisse oder Zertifikate ausgestellt. ADEPT hat es sich zum Ziel gesetzt, Instrumente, sogenannte Portfolios zu entwickeln, mit denen bestimmte Kompetenzen dargestellt werden können, was besonders gegenüber potenziellen Arbeitgebern oder Bildungsinstitutionen wichtig sein kann. Die Portfolios sollen auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten sein. Zum Beispiel lag der Beitrag des DJI in der Entwicklung einer solchen Kompetenzbilanz speziell für MigrantInnen.
EUYOUPART
(Political Participation of Young People in Europe - Development of Indicators for Comparative Research in the European Union)
Das neue, vergrößerte "europäische Haus" kann nur mit Leben gefüllt werden, wenn es auch vom überwiegenden Teil der Bevölkerung positiv bewertet wird. Wichtig ist es, in diesem Zusammenhang genauer über die Einstellungen der nachwachsenden Generationen in den europäischen Mitgliedstaaten Bescheid zu wissen. Wie sehr interessieren und engagieren sich Jugendliche heute für politische Fragen - auf nationaler wie internationaler Ebene?
Ziel von EUYOUPART ist es, ein gemeinsames Indikatorensystem zur empirischen Erforschung politischer Partizipation von jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren in Europa zu entwickeln. Das Projekt kooperiert mit dem DJI-Jugendsurvey und knüpft an die dort entwickelten Indikatoren und Forschungsergebnisse an.
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FATE
(Families and Transitions in Europe)
Wenn sie endlich das Abschlusszeugnis in der Hand halten, beginnt für die meisten Jugendlichen der "Ernst des Lebens" - mit dem Einstieg ins Berufsleben. Dramatisch steigende Zahlen der Jugendarbeitslosigkeit aber belegen, dass dieser wichtige Übergang für immer mehr Heranwachsende zum Problem wird. Werden sie bei dieser schwierigen Aufgabe von ihren Familien unterstützt oder werden ihnen sogar Steine in den Weg gelegt?
FATE untersucht, welche sozialen, kulturellen und ökonomischen Faktoren für die Jugendlichen in den EU-Ländern beim Eintritt in die Arbeitswelt von Bedeutung sind.
Informationsnetzwerk über Gesundheitsbezogene Präventionsprojekte für Jugendliche in der Europäischen Union
Aktuelle Untersuchungen zur gesundheitlichen Situation junger Menschen in der EU zeigen, dass Heranwachsende erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Die Bandbreite reicht von Unfällen, über Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum, Fehlernährung bis zur Suizidgefährdung. Angesichts bedrohlicher Befunde stellt sich zunehmend die Frage nach effektiven Präventionsmaßnahmen, die geeignet sind, das Gefährdungspotenzial für junge Menschen zu verringern.
Das Informationsnetzwerk aus 15 europäischen Kooperationspartnern hat die Aufgabe, einschlägige Projekte - im Sinne von "best practise", also mit Vorbildcharakter - zu sammeln, durch eine einheitliche Indikatorenstruktur vergleichbar zu machen und innerhalb der EU (auf verschiedenen Ebenen) zu disseminieren.
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Diskurs 2/92 In: DISKURS 2/92 - Europa und sein Nachwuchs, S. 2-10
René Bendit und Wolfgang Gaiser
Einführung in das Thema
Europa befindet sich gegenwärtig in einem Stadium beschleunigter Veränderungen. Man kann sogar von einem "epochalen Wandel" sprechen. Wir erleben heute eine Zeit des Übergangs, in der alte Konfliktlinien noch nicht verschwunden sind und sich bereits die neuen ankündigen. Der Prozeß der europäischen Vereinigung innerhalb der EG spielt sich in einem Kontext ab, in dem die überkommenen ideologischen Polaritäten an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig erweist es sich als außerordentlich schwierig, nationalstaatliches Denken und nationalistischen Populismus zu überwinden.
Es ist also abzusehen, daß die Entwicklung der Lebenslagen Jugendlicher in Europa sowohl im positiven wie im negativen Sinne mit zunehmender europäischer Integration nicht mehr nur in nationalen und innerstaatlichen Bezügen gesehen werden können. Wir stellen heute schon fest, daß sich bestimmte Entwicklungen in den urbanen Zentren oder in den ländlichen Regionen, unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit, angleichen, und somit regionale soziale Räume entstehen, die strukturell gesehen mehr Ähnlichkeiten mit bestimmten Regionen anderer europäischer Nationalstaaten als mit denen des eigenen Landes haben. Auch diese Faktoren bleiben nicht ohne Einfluß auf die Entwicklung von Jugend und Jugendpolitik in den verschiedenen Ländern und Regionen Europas.
Vor dem Hintergrund solcher Entwicklungen läßt sich die zentrale Fragestellung skizzieren, um die es in diesem Europa-DISKURS gehen soll. Sie bezieht sich zum einen auf die Art und Weise, wie die Lebensphase Jugend in den verschiedenen Ländern und Regionen Europas gesellschaftlich strukturiert und organisiert wird, zum anderen auf die hier lebenden Jugendlichen, die mit ihrer "Jugend" umgehen müssen: Was wissen wir eigentlich über den europäischen "Nachwuchs", über die unterschiedlichen "Jugenden", die in diesem geographischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Raum neben und miteinander leben, und die sich in vielem sehr ähnlich sind, ohne es zu wissen? Wie steht es mit. den Bedingungen in Schule und Ausbildung, den Beschäftigungsmöglichkeiten, der Wohnsituation und der Freizeit? Wie steht. es mit den politischen und sozialen Interessen der Jugendlichen, welches sind die "Themen", die sie bewegen? Sind die jungen Europäer heute eher universalistisch oder partikularistisch, individualistisch oder gemeinschaftlich eingestellt? Sind sie vorwiegend auf Sicherheit und Konsum bedacht, oder sind sie auch bereit, Risiko und Ungewißheit als Preis der Freiheit in Kauf zu nehmen? Welches sind ihre Ziele und Zukunftsvisionen? Und von welchen Bedingungsfaktoren werden solche Orientierungen in den verschiedenen Ländern bestimmt? Gibt es überhaupt einen Typus des "europäischen Jugendlichen"? Und wenn ja, wie sieht. er/sie aus?
Zur Utopie des "europäischen Jugendlichen
Vor einigen Monaten erreichte auch die DISKURS-Redaktion ein Schriftstück, das an sozialwissenschaftliche Verlage adressiert war. Es handelte sich um ein klug ausgedachtes Vorstellungsschreiben, in dem eine junge Frau ihre professionellen Übersetzungsdienste anbot. Das Schreiben hatte etwas Außergewöhnliches an sich: Zur Begründung der Qualität der angebotenen Dienstleistungen wurde eine "interkulturelle" Biographie geschildert, wie sie sich Europa-Anhänger nicht besser hätten erträumen können. Unsere deutsch-französische Europäerin schrieb:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Auriez-vous un instant a me consacrer?
Sie dürften nur zu gut wissen, daß der gute Übersetzer nicht nur seine Sprachen perfekt beherrschen muß, sondern auch in den Ländern gelebt haben sollte, in denen diese Sprachen gesprochen werden und ihr Inhalt Alltag ist. Nur derjenige kann den Worten ihren Sinn geben, der ihn tatsächlich erfahren hat und aus Sprachhülle - den bloßen Worten - Sprachfülle macht, der eine eindeutige Übersetzung der Form und des Gemeinten vorlegen kann und, wenn es der Text erfordert, auch eine zweideutige.
Je me consacre à vous:
Als Kind einer deutschen Mutter und eines französischen Vaters verbrachte ich meine ersten sechs Lebensjahre in Paris. Anschließend kam ich nach Deutschland und besuchte dort zunächst die französische, dann die deutsche Schule bis zum Abitur. Deutsch wurde zu meiner zweiten Muttersprache.
Bald merkte ich, daß aus meinen binationalen Erfahrungen und meinen sprachlichen Neigungen eine Leidenschaft wurde, die ich als Studium am "lnstitut Superieur d' lnterprétation et de Traduction" in Paris fortsetzte: Übersetzung. Bevor ich mein Diplom als "Dreisprachige Übersetzerin und Terminologin mit Dolmetscher-Qualifikation" in der Sprachkombination deutsch-französisch-englisch erhielt, war ich bereits mehrere Jahre übersetzerisch tätig. Als neugieriger Mensch bin ich stets bemüht, neue Bereiche kennenzulernen. [. . .]
Analysiert man etwas genauer den Inhalt dieser Botschaft, so fällt auf, daß hier Momente einer besonderen Biographie geschildert werden, die zwar eher die Ausnahme als die Regel darstellen dürften, aber gleichzeitig etwas von dem vorwegnehmen, was sich in Europa in den nächsten Jahrzehnten abspielen könnte:
Die Direktheit, mit der unsere potentielle Übersetzerin sich mit diesen Qualitäten anpreist, führt natürlich zur Frage, inwieweit heute die Utopie "einer allseits gebildeten europäischen Identität" schon in Ansätzen existiert oder ob wir davon noch weit entfernt sind. Dabei wird bewußt, daß der 1. Januar 1993 diesbezüglich einen Wendepunkt in der Nachkriegsgeschichte Westeuropas darstellt.
Die neuen Rahmenbedingungen
Nach Beschluß der "Einheitlichen Europäischen Akte" soll bis Ende 1992 der europäische Binnenmarkt vollendet sein. "Die Gemeinschaft trifft die erforderlichen Maßnahmen, um bis zum 31.12.1992 den Binnenmarkt schrittweise zu verwirklichen. Der Binnenmarkt umfaßt einen Raum ohne Binnengrenzen, in dem der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital gemäß den Bestimmungen dieses Vertrages gewährleistet ist." Aus einer jugendpolitischen und jugendsoziologischen Perspektive erweist sich also die Herstellung des EG-Binnenmarkts als Erweiterung des Entfaltungsraums junger Menschen. Aus einer gesellschaftspolitischen Perspektive kann aber auch behauptet werden, daß die zukünftige politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Integration von einer gelingenden gesellschaftlichen Integration der Jugend bzw. der "Jugenden" abhängen wird.
Für "boomende" Regionen, die den Modernisierungsprozeß mehr oder wenigerer erfolgreich hinter sich gebracht haben, sowie für dort lebende junge Facharbeiter, mittel- und hochqualifizierte Hochschulabsolventen kann der europäische Binnenmarkt enorm verbesserte Chancen der beruflichen, kulturellen und persönlichen Entwicklung bewirken. Aber wie steht es mit den "Verlierern" des Modernisierungsprozesses, mit den Unqualifizierten oder Minderqualifizierten, denjenigen, die keine Arbeits- oder Ausbildungsplätze finden? Für diese Gruppen bzw. zurückgebliebenen Regionen könnte der Einigungsprozeß mit wachsenden Risiken verbunden sein: Verschärfung der Auslese und der Benachteiligung Minderqualifizierter und wachsender Auswanderungsdruck ("Push-Faktoren"); Anwachsen regionaler Disparitäten und Verstärkung der Anziehungskraft entwickelter Industrie- und Dienstleistungszentren (Intensivierung der Wirkung von "Pull-Faktoren"). Im Zusammenhang mit diesen neuen Mobilitäts- und Migrationstendenzen kann eine verschärfte Konkurrenz auf den lokalregionalen Arbeits- und Wohnungsmärkten erwartet werden, die natürlich auch neue Unsicherheiten schafft. Mit anderen Worten, der europäische lntegrationsprozeß ist auch voller Widersprüche, die es gilt, bewußt zu machen, um somit Lösungsmöglichkeiten diskutieren und initiieren zu können.
Die widersprüchliche Dynamik ist zusätzlich von vielen offenen Fragen, insbesondere im sozialen Bereich, gekennzeichnet. So zum Beispiel ergeben sich bei vielen Bevölkerungsgruppen der eher moderneren EG-Mitgliedsstaaten berechtigte Ängste, ob nicht existierende Standards verlorengehen könnten, ob nicht eine solche Integration zu Einbuße von Stabilität oder zu einer Angleichung an die niedrigsten Standards führen könnte. In anderen Ländern bzw. bei deren führenden Wirtschaftskreisen und RegIerungen kursiert die Angst, ob sich nicht durch Angleichung an die höheren sozialen Leistungen der moderneren Wohlfahrtsstaaten indirekte Lohnkostenerhöhungen ergeben würden, die wiederum Vorteile der eigenen Volkswirtschaft, z. B. Niedriglohnkosten als Anreiz für ausländische Investoren, zunichte machen könnten. Andere wiederum befürchten, daß eine solche Europa-Integration zu einer übermäßigen Delegation nationaler Kompetenzen an übergeordnete bürokratische Instanzen führen könnte und somit die Distanz zwischen der örtlichen Problemebene und der Entscheidungsdistanz noch größer würde.
Zentralisierung und Regionalisierung
Mit der Vereinigung Europas verschwinden natürlich nicht die nationalen Interessen und Identitäten und auch nicht die regionalen-lokalen Besonderheiten; vielmehr geht es um eine sinnvolle Balance der auf diesen verschiedenen Ebenen sich artikulierenden Interessen und Konfliktsituationen. Dieser Prozeß der europäischen Integration wird von einer doppelten und sich teilweise widersprüchlichen Dynamik getragen. Einem Abtreten von Entscheidungskompetenz von der nationalen auf die europäische Ebene -vorwiegend im wirtschaftlichen und administrativen Bereich - steht eine Regionalisierung mit der Betonung soziokultureller Eigenständigkeit gegenüber. Daß im Rahmen der Modernisierungsprozesse und gesellschaftlichen Umbrüche, die sich zur Zeit in ganz Europa abspielen, aus diesen Widersprüchen große Verunsicherungen entstehen, ist daher eine Selbstverständlichkeit; daß die Menschen im Europa der EG noch nicht so richtig wissen, was das vereinte Europa für sie konkret bedeuten wird, daß Maastricht zum Symbol eher von Abwehr als von Europa-Optimismus geworden ist, muß nicht überraschen. Eine im europäischen Rahmen zu entwickelnde Jugendpolitik braucht also Wissen und Kenntnisse über den Wandel der Lebensverhältnisse der Menschen in den verschiedenen Regionen sowie über deren Ängste, Erwartungen, Einstellungen und Zukunftsvorstellungen, um so - ausgehend von den verschiedenen möglichen Optionen - einen solchen Informationszuwachs voranzubringen, der für die Interpretation der Vielfalt nützlich ist, gleichzeitig aber auch die strukturellen Gemeinsamkelten verdeutlicht.
Jugend in Europa: Einheit und Vielfalt
Wie aber steht es mit denjenigen, die die eigentlichen Bürger eines vereinten Europas sein werden, den heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen? Wie sieht das Spannungsverhältnis von "Einheit" und "Vielfalt" in der europäischen Jugend aus?
In den verschiedenen Industriegesellschaften Westeuropas hat sich im Rahmen der Entwicklungsprozesse hin zur Dienstleistungs- und Technologiegesellschaft auch die "Jugend" als gesellschaftlich organisierte Lebensphase gewandelt. Es gibt eine Tendenz der Angleichung innerhalb der verschiedenen Nationalstaaten bzw. Regionen Europas an den Typus der modernen Jugend, wie er sich dort herauskristallisiert hat, wo diese Entwicklung am fortgeschrittensten ist. Daß sozialstrukturell eine solche Tendenz zur Angleichung auszumachen ist, dies verdeutlichen auch die in diesem Heft versammelten Beiträge -, steht aber nicht im Widerspruch zu der These der Vielfalt der europäischen Jugend.
Es zeigt sich nämlich innerhalb der einzelnen Länder Europas bzw. zwischen den einzelnen Regionen ein Spektrum von "Jugenden", das von "auf dem Weg in die Moderne" bis zur "Postmoderne" reicht, jeweiIs mit aIl ihren Brüchen, Widersprüchlichkeiten, Konflikten, aber auch den konstruktiven Formen der Gestaltung des Lebens nach eigenen Maßstäben und Orientierungen.
Folgende gemeinsame Merkmale einer modernen Jugend, einer sich europäisierenden Jugend - wie sie auch in den hier präsentierten Beiträgen immer wieder thematisiert werden - lassen sich ausmachen:
Vergleicht man den Alltag Jugendlicher in verschiedenen Regionen, so scheint die Frage berechtigt zu sein, was den arbeitslosen Schulabgänger in Lissabon mit den zum Wegzug gezwungenen Handwerker einer "ausblutenden" ländlichen Region in Finnland oder dem 28jährigen Mailänder "mit den Füßen unter dem Tisch" seiner wohlsituierten Eltern oder mit der jungen Bankkauffrau,
die sich über die Vereinbarkeit von Kind und Beruf in München Gedanken macht, als europäische Jugendliche verbindet.
Während sich die These von der Vielfalt sehr lebensnah und anschaulich an den Erscheinungsformen, d. h. an der Sprache, am Ambiente und an den realen Konsummöglichkeiten festmacht, rückt eine tiefergreifende, sozialstrukturelle Betrachtungsweise die Lebensverhältnisse und Lebensbewältigungsaufgaben in den Mittelpunkt und verweist auf generelle Nöte, Themen und Wertorientierungen der Jugendlichen, die frappierende strukturelle Ähnlichkeiten und Gleichheiten zwischen Jugendlichen bestimmter Regionen aufzeigen. Vereinheitlichungstendenzen in Medien, Mode, Konsum und jugendkulturellen Ausdrucksformen verstärken diesen Eindruck der Angleichung.
Das Spannungsverhältnis "Einheit - Vielfalt" kann aber nicht in erster Linie auf nationalstaatlich unterschiedliche Bedingungen zurückgeführt werden, sondern eher auf eine andere Logik, bei der schichtspezifische, geschlechtsspezifische sowie bildungs- und qualifikationsmäßige Faktoren auf dem Hintergrund lokalregionaler Gegebenheiten eine wichtige Differenzierungsrolle spielen. Man kann feststellen, daß die unterschiedlichen Lebensverhältnisse, Lebensstile und Jugendkulturen in den verschiedenen Regionen sich auf der Folie der erwähnten Strukturmuster entwickeln (Übergangsprobleme vom Bildungs- ins Beschäftigungssystem, schwierige Ablösungsprozesse und Konstitutionsprobleme neuer Familien, Mangel an Ressourcen zum Erreichen des Erwachsenenstatus: fehlende Arbeitsplätze und Wohnungen etc.).
Diese einheitlichen Strukturmuster werden sowohl sichtbar bei den konstruktiven Formen der Lebensbewältigung und sozialen Integration (Ausbildungs- und Mobilitätsbereitschaft, Umgang mit der Elterngeneration, Freizeitorientierungen, Feriengestaltung, Umgang mit Leistungsanforderungen usw.) als auch bei den desintegrativen und regressiven Formen der Auseinandersetzung mit Entwicklungsaufgaben und widrigen gesellschaftlichen Bedingungen, wie sie am Beispiel der Ausgrenzung von Minderheiten bzw. Gewaltanwendung zum Ausdruck kommen, wie sie aber auch in den Lebensumständen minderjähriger Mütter, der Prostitution von Jungen und Mädchen sowie Drogenmißbrauch und Kriminalität deutlich werden.
Gleichzeitig haben die verschiedenen Jugenden Europas als gemeinsamen Nenner, daß sie sich alle im Entwicklungsmodell der demokratischen Industriegesellschaft konstituiert haben - mit dessen immanentem Widerspruch zwischen dem Streben nach Wohlstand durch Wachstum und damit verbundener Zerstörung der Umweltressourcen. Es ist deshalb nicht erstaunlich, daß Themen wie Frieden, Ökologie, Dritte Welt und Menschenrechte eine wichtige Rolle im Bewußtsein eines großen Teils dieser Jugenden spielt.
Zum Konzept des Europa-Heftes
Der Gestaltung dieses Europa-Heftes liegt ein Konzept zugrunde, das zugleich ein "Gemeinschaftsunternehmen" zum Ausdruck bringt: Um eine künftige Kooperation und Verständigung im Bereich der Jugendforschung zu potenzieren, haben sich verschiedene europäische Forschungsinstitute bzw. Zeitschriften und nationale Experten der Jugendforschung entschieden, das Thema "Jugend und Europa" mit länderspezifischen Beiträgen zu behandeln und diese parallel im jeweiligen Land zu veröffentlichen. So erscheint Anfang 1993 ein Sonderheft des Journal of Education Policy zum Thema Jugend und Bildung in Europa. In den Niederlanden wird die Zeitschrift Jeugd en Samenleving im Jahresablauf Einzelbeiträge der anderen europäischen Länder wiedergeben. Für Italien publiziert das CENSIS Institut einen Sammelband. Ähnlich sind Veröffentlichungen in Frankreich, Portugal und Spanien vorgesehen. Zur Erarbeitung der länderspezifischen Beiträge einigte man sich auf einige gemeinsame Leitfragen, die auf dem Hintergrund der jeweils unterschiedlichen Forschungstradition und institutionellen Rahmenbedingungen nach dem Prinzip "Einheit in Vielfalt" beantwortet werden sollten. Gleichzeitig mußten komplizierte Übersetzungen der länderspezifischen Terminologien geleistet werden, die teilweise auch auf Besonderheiten der Sichtweise der jeweiligen Jugend verweisen. Deshalb entschlossen wir uns bei der Erstellung der deutschen Textversionen in gewissem Grade die Spezifik der jeweiligen Darstellungsweisen und Begrifflichkeiten beizubehalten, damit nicht die Vielfalt durch eine fragwürdige Angleichung an die deutsche Darstellungsweise und deutscher Fachterminologie verlorengeht. Aus Platz- und organisatorischen Gründen konnten wir kein breiteres Spektrum von Beiträgen als das hier gewählte erreichen, und gleichzeitig mußten teilweise erhebliche Kürzungen vorgenommen werden. Da in den jeweiligen Beiträgen auch die aktuelle Literatur berücksichtigt ist, haben wir in diesem Heft auf einen eigenständigen Literaturreport verzichtet. Immerhin konnten so Länderbeiträge aus Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Finnland, Portugal und Spanien versammelt werden. Bei der Auswahl der unterschiedlichen Beiträge zum Thema Jugend in Europa wurde angestrebt, sowohl die "Zentren" als auch die "Peripherie" des Modernisierungsprozesses aufzunehmen. Da die europäische Vereinigung am fortgeschrittensten im EG-Europa ist, lag es auch aus diesem Grund nahe, sich auf diesen Teil Europas zu .konzentrieren, so daß der Beitrag aus Finnland als skandinavischem Land nur exemplarisch Einblicke in die Jugendsituation eines EG-Nachbars bieten kann. Hinsichtlich der Entwicklungen im weiteren Europa außerhalb der EG, insbesondere in den osteuropäischen Ländern, kann hier nur hingewiesen werden auf zwei Publikationen, die gleichzeitig mit diesem DISKURS-HEFT erscheinen: den Kongreßbericht "Jugend - Wirtschaft - Politik" (Deutsches Jugendinstitut 1992 a) sowie den Reader zu einer deutsch-polnischen Tagung (Deutsches Jugendinstitut 1992 b).
Es bleibt zu hoffen, daß hieraus exemplarische Impulse für eine Vertiefung von Kooperationen dieser Art ausgehen, die in Zukunft zu einer gemeinschaftlichen und vergleichenden europäischen Kinder- und Jugendforschung führen.
Literatur
Commission of the European Communities: Young Europeans in 1990. Luxemburg 1991
Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Jugend - Wirtschaft - Politik. Richtung Europa 2000. München 1992 a
Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Jugend und Wertewandel in Polen und der Bundesrepublik Deutschland. Forschungsergebnisse aus verschiedenen Gesellschaftssystemen. München 1992 b
Glaab, Manuela: Neugierig auf Europa? Die junge Generation in den neuen Bundesländern. Bonn 1992
Henschel, Thomas: Europabewußtstein Jugendlicher in West- und Ostdeutschland 1992. Band 1 der Materialien der Forschungsgruppe Jugend und Europa. Mainz 1992
Hradil, Stefan: Sozialstruktur und gesellschaftlicher Wandel. In: Gabriel, Oscar W. (Hrsg.): Die EG-Staaten im Vergleich. Opladen 1992
Institut für Empirische Psychologie (Hrsg.): Die selbstbewußte Jugend. Köln 1992
Kommission der Europäischen Gemeinschaften: Beschäftigung in Europa. Luxemburg 1992
Kommission der Europäischen Gemeinschaften: Soziales Europa. Luxemburg 1991
Piepenschneider, Melanie: Die europäische Generation. Europabilder der Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 1992
Inhalt
THEMA
Gérard Mauger
Jugend in Frankreich: Reproduktion sozialer Ungleichheit im gesellschaftlichen Wandel
Hat die Bildungsexpansion die sozialen Gegensätze entschärft? Wer sind die Gewinner?
Maurizio Sorcioni, Fabbrizio Arasio, Andrea Fehr
Die Horizontalisierung der Lebenswelt italienischer Jugendlicher
Wurden die ideologischen Polarisierungen durch eine neue Harmonisierungstendenz abgelöst? Verbinden sich damit auch negative Entwicklungen?
René Bendit, Wolfgang Gaiser, Ursula Nissen
Aufwachsen in Deutschland. Risiken und Chancen im modernen Sozialstaat
Das Spannungsverhältnis zwischen Integration und Ausgrenzung markiert die zwei Ebenen der politischen Vereinigung: Deutschland und Europa.
Ineke van der Zande
Jugend und Jugendpolitik in den Niederlanden
Offenheit und Flexibilität kennzeichnen nicht nur die holländischen Jugendlichen, sondern auch den politischen Umgang mit ihren Problemen.
Lynne Chisholm
"Youth transitions" in Großbritannien an der Schwelle zur Europäisierung
Schwierige Lebensumstände können durchaus auch eine Vorbereitung auf einen komplexer werdenden politischen Rahmen darstellen.
Lasse Siursala
Modernisierung und Jugendpolitik in Finnland
Die Dynamik einer raschen Entwicklung von einer agrarischen zu einer industrialisierten Gesellschaft bringt hohe Anforderungen an die Jugend mit sich.
José M. Pais
Erwachsenwerden in einer sich wandelnden Gesellschaft: Das Beispiel Portugals
Das Nebeneinander von Aufbruch und Rückständigkeit führt zur Ausgrenzung vieler Jugendlicher.
Ferrán Casas Aznar, Juán Sáez Marin
Kindheit und Jugend in Spanien
Die Gleichzeitigkeit von Tradition und Moderne kommt in den veränderten Lebensweisen der Kinder und Jugendlichen zum Ausdruck.
INTERVIEW
Die Regionen brauchen Europa und Europa braucht die Regionen
Der Minister für Kultur, Bildung und Wissenschaft des Landes Valencia, Andreu Lopez Blasco, skizziert Aspekte eines Europa der Regionen.
VARIA
Hans Bertram, Clemens Dannenbeck, Sarina Keiser, Henrike Löhr, Elisabeth Schlemmer, Alois Weidacher
Die Familie in Deutschland-Ost und -West
Aktuelle Ergebnisse aus dem repräsentativen DJI-Survey zum Wandel und der Entwicklung familialer Lebensformen
Das Heft kann kostenlos bestellt werden:
vontz@dji.de oder 089-62306-311 (Stephanie Vontz)
Editorial von René Bendit und Sibylle Hübner-Funk
Seit Anfang der 1990-er Jahre greift die beschleunigte Europäisierung tief in das tägliche Leben aller EU-BürgerInnen ein. Neben vielen positiven Begleiterscheinungen wie einer gemeinsamen Währung und Reiseerleichterungen, haben die Transnationalisierungs-Prozesse auch problematische Folgen. In weiten Bevölkerungskreisen der EU-Länder und der Beitrittsländer entstehen - vor allem unter jungen Menschen - massive Ängste und auch Animositäten gegenüber Angehörigen ethnischer Minderheiten und den vielen ungewohnten MigrantInnengruppen des sich neu konstituierenden Kontinents.
Ähnlich verlaufende Entwicklungen führen in den einzelnen Mitgliedsstaaten zu vergleichbaren Problemkonstellationen. Zunehmend sind länderübergreifende Ansätze in der Familien-, Geschlechter-, Kindheits- und Jugendforschung gefragt. Einschlägige nationale Forschungsprojekte bedürfen der gezielten "Sensibilisierung" für die gemeinsamen europäischen Dimensionen der Chancen und Risiken, die sich aus den rasanten Wandlungsprozessen ergeben.
Drei Fragen sind dabei besonders bedeutsam für die zukünftige Sozialforschung:
1. Wie werden die Lebensbedingungen und das Bewusstsein von Kindern, Jugendlichen und Familien in Europa durch die Prozesse der Transnationalisierung beeinflusst und welche neuen Probleme und Konflikte zeichnen sich dadurch ab?
2. Welche neuen Herausforderungen und Impulse entstehen für die nationalen und europäischen Konzepte und Maßnahmen der Familien-, Geschlechter-, Kinder- und Jugendpolitik?
3. Was können folglich die Träger der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland von "best practice" Erfahrungen anderer europäischer Länder lernen?
Das Deutsche Jugendinstitut beteiligt sich seit über einem Jahrzehnt an vergleichenden Forschungsprojekten in Europa (siehe Rubrik "Zahlen und Fakten"), angeregt durch öffentliche Ausschreibungen der EU-Kommission und deren Forschungsrahmenprogramme, in denen Projekte zur Frauen-, Gesundheits-, Jugend- und Bildungsforschung beantragt werden konnten.
Die Zusammenarbeit mit europäischen Forschergruppen und mit einschlägigen Forschungsverbänden bedeutet eine Bereicherung, die in neuen methodischen und theoretischen Ansätzen sowie praktischen Modellvorhaben zum Ausdruck kommt. Das Zeitalter der modernen Informationstechnologien, die die Dichte und Komplexität sowie die Geschwindigkeit der Datenspeicherung und -weitergabe dramatisch erhöht haben, eröffnet für diese fachlichen Austauschbeziehungen dynamische Möglichkeiten. Sie werden vom DJI zunehmend genutzt, um die Vielfalt und Differenziertheit der eigenen Aufgaben in den Feldern Familie, Kindheit, Jugend und Geschlechterbeziehungen im Kontext Europas besser wahrnehmen und gestalten zu können.
Zahlen und Fakten Aktuelle und abgeschlossene EU-Forschungsprojekte mit Beteiligung des DJI
Zur EU gehören derzeit 15 Länder: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien
10 Länder kommen im Mai 2004 neu hinzu: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern
Am 1. Januar 2004 lebten 380,9 Millionen Menschen in der EU. (In den zehn Beitrittsländern sind es weitere 74,1 Millionen.)
Im Jahr 2000 waren rund 5% der EU-Bevölkerung AusländerInnen (3,4% Staatsangehörige von Drittländern und 1,5% BürgerInnen der EU).
In den EU Ländern gibt es mit 68,6 Millionen nur halb so viele Kinder und Jugendliche (bis 14 Jahre) wie in Afrika.
In den letzten 20 Jahren sind die Gesamt-Geburtenzahlen in der EU stark zurückgegangen. Die Kinderzahl pro Frau liegt heute im Schnitt bei 1,45 Kindern, d.h. die Frauen bekommen heute 1 Kind weniger als früher.
Allerdings ist die Lebenserwartung um durchschnittlich 6 Jahre bei Männern auf 75,3 und bei Frauen auf 81,4 Jahre gestiegen.
90% der EU-BürgerInnen sehen in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit das vorrangige Ziel der Europäischen Union. Die Arbeitslosenquote in der gesamten Eurozone liegt bei 8,8%.
Die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 25 Jahren lag 2001 in den 15 EU-Ländern durchschnittlich bei 7,5 Prozent. In Deutschland bei 5% und in Spanien bei 11 Prozent.
Im Jahr 2001 wiesen 19,4% der Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren in der EU beim Ausscheiden aus den Bildungssystemen keine Qualifikation auf, die über die Sekundarstufe 1 hinausgeht.
Im Jahr 2000 lebten 10% der Kinder zwischen 0 und 14 Jahren bei nur einem Erwachsenen gegenüber 6% im Jahre 1990. Die Mehrheit der Alleinerziehenden sind Frauen.
Die Zahlen der nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften bei der Altersgruppe 25 bis 29 variieren stark. Mit 39% ist es eine der vorherrschenden Lebensformen in Dänemark. In Italien sind es nur 1 Prozent.
44% der Deutschen finden es gut, dass Deutschland zur EU gehört. Bei den Iren sind es 78% und bei den Engländern nur 31%.
Quelle: Eurostat - Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften
Aktuelle EU-Projekte mit Beteiligung des DJI
Abgeschlossene EU-Projekte mit Beteiligung des DJI
Menschen im Profil Im Doppelfeature stellen wir diesmal zwei MitarbeiterInnen des DJI vor, die seit Anfang der 80-er Jahre Forschungskontakte innerhalb und außerhalb Europas aufbauen und pflegen.
- Sibylle Hübner-Funk , DJI
- René Bendit, DJI
Sibylle Hübner-Funk, DJI
"Aufgrund meiner Geburt unter dem Zeichen des Hakenkreuzes und als Kind des Zweiten Weltkriegs sowie meiner Sozialisation in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft habe ich mein internationales Engagement nie nur als persönliche Aufgabe, sondern immer auch als politisches Vermächtnis dieser katastrophenreichen Zeit verstanden.
Ich habe also versucht, mit Hilfe meiner wissenschaftlichen und kulturellen Interessen und Kompetenzen Brücken zu den KollegInnen jener Länder zu schlagen, die während des Zweiten Weltkriegs und als dessen Folge zu den Gegnern und Opfern NS-Deutschlands gezählt haben."
Sibylle Hübner-Funk wurde am 6. Januar 1943 - zur Zeit der Schlacht um Stalingrad - in der schlesischen Hauptstadt Breslau geboren. 1945 flüchtete die Mutter mit Sibylle und deren fünf Jahre älteren Bruder in Richtung Westen. Mit dem Vater, den sie zufällig in Berlin trafen, setzten sie die Flucht fort. Ziel war der väterliche Geburtsort Beuern bei Giessen in Hessen. Dort wurde Sibylle im Frühjahr 1949 eingeschult, in einer Zeit, in der es für die notleidenden Kinder noch "Schulspeisungen" gab und in der die US-Besatzungsarmee zu Weihnachten "Care Pakete" verteilte.
Durch die Mutter ergab sich die Möglichkeit, Beziehungen zu befreundeten Familien in Großbritannien und Frankreich wieder aufzunehmen. 1960 nahm Sibylle an einem Schüleraustausch mit Frankreich teil. Die Begeisterung für die englische und französische Sprache und fremde Kulturen wurde so schon frühzeitig geweckt. Nach dem Abitur ging Sibylle Hübner-Funk für ein halbes Jahr als "Au-pair" nach England.
Ihre akademische Karriere begann mit dem Studium der Volkswirtschaft an der Universität Heidelberg. Nach zwei Semestern wechselte sie an die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Freien Universität Berlin, um dort Soziologie zu studieren. Nach dem Diplom 1969 folgte eine befristete Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Professor Dietrich Goldschmidt am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.
Nach ihrer Heirat mit dem Diplom-Ingenieur Helmut Hübner 1971 (in Berlin) wanderte Sibylle Hübner-Funk gemeinsam mit ihrem Mann nach Toronto/Canada aus, wo sie jedoch beruflich nicht Fuß fassen konnten und daher kurz entschlossen nach Deutschland (München) re-migrierten.
Im November 1971 begann Sibylle Hübner-Funk ihre Tätigkeit beim Deutschen Jugendinstitut, wo sie von 1975 bis 1981 das DFG-Projekt "Sozialisation und Umwelt. Jugendliche im sozial-ökologischen Kontext" leitete. Seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn im Feld der Jugend- und Sozialisationsforschung hat sie sich dem internationalen Wissenstransfer und -austausch verschrieben. Im Vorfeld des UN-Jahres der Jugend (1983-1985) nahm sie zum Beispiel als Vertreterin der Bundesrepublik an dem Projekt "Participation, Development, Peace" des Europäischen Zentrums für soziale Wohlfahrt in Wien teil.
Seit dem Ende des Studiums besuchte Sibylle Hübner-Funk regelmäßig die Weltkongresse für Soziologie der International Sociological Association (ISA). 1974 gehörte sie (in Toronto) zu den MitbegründerInnen des ISA-Forschungskomitees (34) "Sociology of Youth", an dem sie seit 1982 als Board-Mitglied, seit 1986 als Vize-Präsidentin für West-Europa und in den Jahren1990 bis 1994 als Präsidentin aktiv war. Im Jahre 1987 organisierte Sibylle Hübner-Funk für das DJI eine internationale Sektionstagung der ISA zum Thema "Blickpunkt: Jugend und Familie". Im selben Jahr promovierte sie mit der Studie "Strategien der Lehrstellensuche von Hauptschulabsolventen" an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Freien Universität Berlin.
Mit dem Habilitationsprojekt "Deutsche Jugend im Umbruch politischer Systeme" begab sie sich sodann ab 1989 auf das Feld der zeitgeschichtlich orientierten Sozialisationsforschung. Von 1991 bis 1994 war sie Mitglied des Geschäftsführungsteams zum 9. Jugendbericht der Bundesregierung, der die Lage der Jugend und Jugendhilfe in den neuen Bundesländern zum Thema hatte. 1994-1996 nahm Sibylle Hübner-Funk Lehrstuhlvertretungen für Soziologie an der TH Darmstadt und der Universität Hamburg wahr, und im Dezember1996 habilitierte sie sich mit den Ergebnissen ihrer zeitgeschichtlichen Studie, die unter dem Titel "Loyalität und Verblendung. Hitlers Garanten der Zukunft als Träger der zweiten deutschen Demokratie" erschienen sind, an der Universität Paderborn im Fach Soziologie.
Neben ihrem Engagement in der Jugendkommission des Europarates Ende der 1980-er Jahre hat Sibylle Hübner-Funk 1990 zusammen mit europäischen Kolleginnen ein eigenes Netzwerk gegründet und bis 2000 geleitet: CYRCE (Circle for Youth Research Cooperation in Europe e.V.). Dieses hat zehn Jahre lang aktiv am Aufbau und der Stärkung der europäischen Jugendforschung mitgearbeitet.
Von 1999 bis 2001 wurde Sibylle Hübner-Funk am DJI die kommissarische Leitung der Abteilung "Jugend und Politik" übertragen; danach hat sie die abteilungsübergreifende Konzeptgruppe Jugendforschung koordiniert. Seit 2002 ist sie für internationale Beziehungen und Forschungskooperationen am DJI zuständig, nachdem sie seit drei Jahrzehnten als Netzwerkerin und Organisatorin internationaler Tagungen für einschlägige Kontakte über die deutschen Landesgrenzen hinaus gesorgt hat. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang vor allem ihre Kontakte zu SoziologInnen aus den USA, Canada, Australien und Israel, die sich durch die International Society for Political Psychology (ISPP) ergeben haben.
René Bendit, DJI

"Heimat ist dort, wo die wirklichen Freunde sind. Heimat ist dort, wo man sich sprachlich zu Hause bzw. frei fühlt, wo man ohne zu fragen die Dinge versteht, die hinter den Worten stehen. Schließlich ist Heimat dort, wo man nicht gefragt wird: Wo kommst Du her? Aus allen diesen Gründen sollte man die Heimat am besten mit sich tragen, wie die Schnecke ihr Haus."
René Bendit wurde am 25. Juni 1944 in Argentinien geboren. Als er 15 Jahre alt war, gingen seine Eltern aus beruflichen Gründen ins Nachbarland Chile. Dort machte René Bendit 1962 sein Abitur. In den folgenden Jahren bereiste er Europa und wohnte längere Zeit in Paris, Rom, Frankfurt, London und Kopenhagen. Durch diese Auslandsaufenthalte wurde die Grundlage für eine polyglotte Karriere gelegt. Zur Muttersprache Spanisch kamen nach und nach Englisch, Französisch, Italienisch und Deutsch hinzu.
1965 kam René Bendit nach Chile zurück und begann Psychologie, im Nebenfach Soziologie zu studieren. Nach dem Abschluss arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sozialpsychologie an der Hochschule für Journalismus und Kommunikationswissenschaft der Universidad de Chile. Parallel dazu absolvierte er ein Post-Graduierten Studium der Soziologie und Sozialpsychologie an der Lateinamerikanischen Fakultät für Sozialwissenschaften in Santiago de Chile.
Auf Grund der politischen Ereignisse und Verhältnisse in Chile kam er Ende des Jahres 1973 - nach dem gewaltsamen Sturz der Regierung des Präsidenten Salvador Allende - nach München. Dort verbrachte seine Frau Eva, die er während des Studiums in Santiago de Chile kennen gelernt und 1972 geheiratet hat, ein Jahr als Stipendiatin am Goethe-Institut und der Ludwig-Maximilian-Universität.
René und Eva Bendit entschieden sich, in der bayerischen Hauptstadt zu bleiben. Hier sind auch ihre beiden Töchter zur Welt gekommen.
Von 1974 bis 1976 erstellte René Bendit Expertisen für das Deutsche Jugendinstitut, vorwiegend zu Bildungsthemen bzw. Problemen der Bildungsreform im Zusammenhang mit curricularen Fragen. Ausgehend von diesen Arbeiten veröffentlichte er damals (zusammen mit Achim Heimbucher) das Buch "Von Paulo Freire lernen. Ein neuer Ansatz für Sozialpädagogik und Sozialarbeit" (Juventa, 1977).
1976 wurde aus der freien Mitarbeit eine Festanstellung als wissenschaftlicher Referent beim DJI. Dort befasste sich René Bendit bis Mitte der 1980er Jahre mit praxisbezogenen Forschungsprojekten zu interkulturellen Themen und der Integration von ausländischen Kindern und Jugendlichen. Ab 1986 rückten dann die Jugendberichterstattung, Jugendforschung und Jugendhilfe/Jugendpolitik stärker in den Vordergrund - unter anderem durch die Tätigkeit als Geschäftsführer der Sachverständigenkommission des 8. Jugendberichts. 1994 wurde ihm die kommissarische Leitung der Abteilung "Jugend und Jugendhilfe" am DJI übertragen.
Ab Mitte der 1990er Jahre begann René Bendit, sich intensiv der Europäischen Jugendberichterstattung und der internationalen Forschungskooperation zu widmen.
Parallel dazu hat er an der Ludwig-Maximilian-Universität in München das Zweitdiplom als Diplompsychologe erworben und später an der Universität Kassel zum Thema "Berufliche Ausbildung und Lebensbewältigung bei jungen Arbeitsmigranten in Deutschland" (1995) promoviert.
Seit 1994 ist René Bendit der zuständige Referent für internationale Forschungskooperationen des DJI mit Ländern der EU und Lateinamerika. In dieser Funktion hat er bei zahlreichen EU-Projekten mitgearbeitet. Daneben ist er in vielen internationalen Netzwerken tätig, zum Beispiel als nationaler Korrespondent des "Youth Directory" des Europa Rates, das Anfang der 1990er Jahre ein Forschernetzwerk gegründet hat, um die Arbeit des Europarates beratend und durch Publikationen zur Lage der Jugend in Europa zu unterstützen.
René Bendit war seit Ende der 1990er Jahre Mitglied der Task Force "Europäische Jugendpolitik" beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und ist eines der Gründungsmitglieder des europäischen Forschungsnetzwerkes EGRIS (European Group for Integrated Social Research), das mehrere EU-Forschungsprojekte durchgeführt hat bzw. durchführt.
Seine Reisen führen ihn als Gastprofessor und Berater verschiedener Institutionen und Universitäten auch häufig nach Lateinamerika. Durch diese Kontakte kann das DJI fortlaufend neue Beziehungen mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in diesen Ländern knüpfen und Kooperationen intensivieren.
Interview mit Horst Hackauf.
Horst Hackauf vom Deutschen Jugendinstitut ist Koordinator eines EU-Projekts zu den länderspezifischen Maßnahmen der Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen und deren Wirksamkeit. 
Herr Hackauf, Sie sind am DJI der Koordinator eines gerade zuende gehenden 18-monatigen EU-Projekts, durch das ein Informations- und Kommunikationsnetzwerk über gesundheitsbezogene Präventionsprojekte für Jugendliche in der Europäischen Union aufgebaut werden soll. Ist es denn so schlecht um die Gesundheit der Jugendlichen in Europa bestellt?
Nein, im Prinzip ist diese eher als gut zu bewerten - gemessen an den Gesundheitsproblemen der Kinder und Jugendlichen etwa in der Dritten Welt. Trotzdem muss man aber die Folgen des zivilisationsbedingten jugendlichen Risikoverhaltens in den Blick nehmen, das sich etwa im sorglosen und oft exzessiven Konsum von Tabakwaren, alkoholischen Getränken und Drogen ausdrückt oder auch in ungesunder Ernährung, die zu Über- oder Untergewicht führt, und überdies in zunehmendem Bewegungsmangel und vielen leistungs- und selbstwertbezogenen psychosozialen Problemen sowie hohen Verkehrsunfallrisiken kumuliert.
Zur Begrenzung dieser riskanten Entwicklungstendenzen werden vielfältige gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Mitgliedsländern der EU ergriffen, und in unserem Projekt geht es darum, eine positive Auswahl dieser Maßnahmen darzustellen, um aus diesem Überblick europaweite Lehren zu ziehen.
Wie steht denn die Jugend in Deutschland im Vergleich zu der Jugend der anderen europäischen Länder da, und was sind die speziellen Problembereiche, in denen die Gesundheit der jungen Generation gefährdet ist?
Die Jugend in Deutschland steht nicht schlechter da als die Jugend in anderen EU Mitgliedstaaten, doch zeigen sich aktuelle Risikoverhaltensweisen wie "Binge Drinking" (extrem hoher Alkoholkonsum in begrenzter Zeit), zunehmender Tabakkonsum, Drogenkonsum, riskantes Auto- und Motorradfahren, sozialpsychische Probleme, insgesamt erhebliche gesundheitliche Belastungen der Jugend, die bislang nur unzureichend Gegenstand von Präventionsmaßnahmen sind. Hinzu kommt, dass sich die soziale Benachteiligung einzelner Gruppen von Jugendlichen - bedingt durch den Anstieg der relativen Armut in unserem Lande - besonders negativ auswirkt.
Ich kann mir vorstellen, dass es vielfältige Projekte, Programme und Aktivitäten in den EU Ländern gibt, die versuchen, präventiv das Gesundheitsbewusstsein und -verhalten der Jugendlichen zu verbessern. Wie sind Sie denn bei der Auswahl der für Ihr Vorhaben relevanten Projekte vorgegangen?
Die Suche nach geeigneten Projekten, Programmen und Aktivitäten ist in der Tat recht schwierig, weil ihnen meist die öffentliche Breitenwirkung fehlt, d.h. weil sie oft nur in kommunalem Rahmen vorbildhaft wirken können. Wir haben deshalb zusammen mit kompetenten europäischen ExpertInnen ein projektspezifisches Netzwerk aufgebaut und gezielte Suchstrategien entwickelt. In Deutschland haben wir z.B. auf Länderebene alle Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung kontaktiert und um einschlägige Informationen gebeten. Darüber hinaus haben wir gezielt im Internet recherchiert und auch die Mehrheit der Krankenkassen angesprochen. Unser Projektziel war es, Projekte, Programme und Aktivitäten im Sinne von "best practice"-Kriterien zu ermitteln.
Wie viele Projekte wurden in Deutschland und in den anderen EU-Ländern für die Analyse ausgewählt?
Wir haben bisher Daten zu 120 Projekten in den 15 Ländern der EU gesammelt, diese systematisch ausgewertet und ausführlich (in englischer Sprache) dokumentiert. Dazu haben wir einen standardisierten Fragebogen entwickelt, der von unseren Netzwerk-PartnerInnen in ihren jeweiligen Ländern eingesetzt wurde. So konnte eine gemeinsame Informationsbasis geschaffen werden. In Deutschland selbst haben wir 23 Projekte, Programme und Aktivitäten ausgewählt, die an Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen gerichtet sind. Wir haben z.B. verschiedene Projekte im Rahmen des Modellprogramms zur "gesundheitsförderlichen Schule" aufgenommen, die einige hunderttausend SchülerInnen erreicht haben. Diese Projekte sind in allen deutschen Bundesländern zu finden, doch viele andere Projekte erreichen nur spezifische, lokal begrenzte Gruppen von Jugendlichen.
Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie die genannten Präventionsprogramme untersucht?
Der von uns verwendete Fragebogen hat Informationen über die theoretische Fundierung und praktische Umsetzung der Projekte, Programme und Aktionen zusammen getragen. Da uns vor allem Projekte und Programme im Sinne von "best practice" - Kriterien interessiert haben, waren insbesondere auch Informationen zu ihrer Evaluation (bezüglich Effizienz und Wirksamkeit) bedeutsam. Wir wollten wissen, wie die Projekte und Programme im Einzelnen funktionierten. Denn es geht darum, dass sie auch in den anderen EU-Mitgliedsländern umgesetzt werden können.
Es hat sich gezeigt, dass abschreckende Werbespots (etwa zu den gesundheitlichen Folgen von exzessivem Alkohol- und Zigarettenkonsum) nicht die erhoffte Wirkung auf das Verhalten von Jugendlichen zeigen. Worauf setzen daher die von Ihnen ausgewählten Präventionsprojekte?
Abschreckungsmaßnahmen dieser Art gehören in Deutschland der Vergangenheit an. Man kann durch schockierende Botschaften mittel- und langfristig keine individuelle Verhaltensänderung erreichen, und kurzfristige Effekte sind eher nutzlos. Die von uns untersuchten Projekte setzen auf den positiven Aufbau von sozialen und gesundheitlichen Kompetenzen bei (Kindern und) Jugendlichen und die Verfestigung gesundheitsförderlicher Lebensstile.
Es gibt ja unterschiedliche Arten, wie man gegen die Gesundheitsgefährdung der Jugendlichen vorgehen kann. Was ist in EU-Europa die vorherrschende Ausrichtung der Präventionsprogramme?
Ein großer Bereich der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen richtet sich auf die Chancen schulischen Lernens. Es wird damit oft schon in der ersten Grundschulklasse begonnen, etwa im Bereich der Ernährungskunde. Gesundheitsfördernde Maßnahmen in Schulen besitzen in verschiedenen EU-Mitgliedsländern, aber auch innerhalb der deutschen Bundesländer, eine weite Verbreitung, zumal sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angeregt worden sind. Zunehmende Verbreitung finden auch Projekte, Programme und Aktivitäten, die sich an sozial benachteiligte Jugendliche richten. Es gibt aber auch Bereiche wie den der psychischen und emotionalen Gesundheit und den der Unfallprävention für jugendliche AutofahrerInnen, in denen es allzu wenige Projekte gibt. Diese Lücken sichtbar zu machen, ist ein Ziel unseres EU-Projekts.
Wie muss man sich den Einsatz solcher Programme in den Schulen vorstellen? In welchem Fach finden die präventiven Maßnahmen statt? Während einer freiwilligen Unterrichtsstunde am Nachmittag? Werden LehrerInnen speziell dafür geschult oder kommen auswärtige Fachkräfte hinzu?
Die Programme erfordern das Einverständnis der beteiligten Akteure: der Schulleitung, der LehrerInnen, der SchülerInnen und natürlich der Eltern. Am besten ist es, wenn ein sozialer "Setting-Ansatz" praktiziert wird, der die schulische Umwelt des Wohnquartiers mit einbezieht. Die Unterrichtsstunden zur Gesundheitsförderung müssen derzeit in Deutschland noch außerhalb des normalen Unterrichts angeboten werden. Anders aber stellt sich die Situation in Finnland dar, wo neuerdings solche innerschulischen Präventionsmaßnahmen gesetzlich vorgeschrieben sind. Das Problem ist allerdings, dass das Thema "Gesundheit" nicht nur im allgemeinen Curriculum, sondern auch in den Spezialfächern berücksichtigt werden sollte; außerdem ist es salutogenetisch (von den Faktoren ausgehend, die uns gesund halten) und subjektiv erlebbar zu behandeln, damit bleibende Lerneffekte erzielt werden.
Sie haben Projekte aus den 15 EU-Ländern dokumentiert und untersucht. Liegt denn in all diesen Ländern ein vergleichbares Problembewusstsein vor? Wird z. B. das Glas Rotwein zum Mittagessen in Griechenland und Frankreich ähnlich beurteilt wie die abendliche "pint" Bier in England oder Irland?
In der Tat bestehen in den EU-Mitgliedsländern große Unterschiede in der Ernährung und in den kulturellen Traditionen, d.h. auch in den gesundheitsbezogenen Lebensgewohnheiten und Lebensstilen der Bevölkerung. Außerdem existieren unterschiedliche soziale und individuelle Wahrnehmungen der Gesundheitsgefahren. Doch hinsichtlich des Alkoholkonsums (und der Alkoholproduktion) liegt der europäische Kontinent weltweit an der Spitze, denn seine diesbezüglichen Traditionen reichen Jahrhunderte zurück. Daher gestaltet sich insbesondere die Alkoholprävention besonders schwierig. Exzessiv Alkohol konsumierende Jugendliche auf öffentlichen Plätzen spanischer Städte werden z.B. weniger als ein gesundheitspolitisches Problem gesehen, sondern eher als ein belästigendes "Lärmproblem" für die Anwohner.
Junge Männer fahren sich häufig unter Alkoholeinfluss mit dem Auto oder Motorrad zu Krüppeln oder gar zu Tode, während junge Frauen häufiger an Essstörungen oder Depressionen leiden. Werden diese geschlechtsspezifischen Umstände in den Projekten berücksichtigt?
Es ist unser erklärtes Ziel, solche geschlechtsspezifischen Aspekte in der Gesundheitsprävention ausdrücklich zu berücksichtigen. Als Beispiele dafür gibt es eine Reihe von Projekten zu erwähnen, wie z.B. Maßnahmen zur Verhinderung von Teenagerschwangerschaften (in Großbritannien) oder Selbstsicherheitstrainings für Mädchen und emanzipatorische Jungenarbeit (etwa in Deutschland und den Niederlanden). Dennoch sind viele Projekte, z. B. zur Prävention des Zigarettenkonsums, derzeit oft noch unspezifisch hinsichtlich der besonderen Bedürfnisse junger Mädchen und Frauen. Andererseits fehlen in den meisten EU-Ländern gute und breitenwirksame Projekte zur Unfallprävention für junge Männer.
Welches Programm hat auf Sie den originellsten Eindruck gemacht?
Eine Kampagne namens "BOB" und "BOBETTE", die im flandrischen Teil Belgiens durchgeführt wird. Sie richtet sich gegen Alkohol am Steuer von jugendlichen Autofahrern und ist nicht nur originell, sondern auch erfolgreich. Sie sieht vor, dass jeweils ein Mitglied einer Jugendgruppe, die zu einer Disco oder Party fährt, sich für den jeweiligen Abend bereit erklärt, abstinent zu sein und am Ende die anderen Gruppenmitglieder sicher nachhause zu fahren.
Ein anderes Programm (in Deutschland) motiviert Kinder zur Gewichtsabnahme. Bei diesen "Powerkids" erhalten Kinder einen Koffer, der mit einem Belohnungssystem arbeitet, anhand dessen die Kinder Punkte für gutes und schlechtes Ernährungsverhalten vergeben können. Das Projekt ist erfolgreich und bezieht auch die Eltern mit ein.
Ein gutes Familienklima, in dem ein gesundheitsbewusstes Verhalten vorgelebt wird, wäre sicher für alle Kinder und Jugendlichen die beste (und kostengünstigste) Präventionsmaßnahme. Von wem werden denn die Projekte finanziert?
Die Finanzierung kann - je nach Land - sehr unterschiedlich sein, weil sie sich nach den nationalen und regionalen Kompetenzstrukturen richtet (Bund, Länder, Departments, Kommunen). Daneben engagieren sich aber auch Krankenkassen und private Organisationen (Firmen, Clubs usw.) kurz- und mittelfristig in diesem Bereich.
Schaut man sich die Macht der Tabak- und Alkoholkonzerne an, die mit großem finanziellen Aufwand über Werbung auf die Jugendlichen einzuwirken suchen, so drängt sich die Frage auf, ob diese Präventionsmaßnahmen nicht ein "Kampf gegen Windmühlenflügel" ist. Anders gefragt: Wie effektiv sind die Programme und ist deren Wirksamkeit überhaupt messbar?
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, zu den Projekten, Programmen und Aktionen Informationen über die Evaluation ihrer Wirksamkeit zu sammeln. Da wir speziell nach Projekten, Programmen und Aktivitäten im Sinne von "best practice" - Kriterien gesucht haben, sind die Projekte dahingehend fundiert. Allerdings fehlen uns derzeit noch klare theoretische und praktische Konzepte, aus denen heraus jener "Kampf gegen Windmühlenflügel" dauerhaft geführt werden könnte. Wie man aus Erfahrung weiß, sind ja massive staatliche Prohibitionsmaßnahmen gegen Alkohol - in den 1920er Jahren in den USA - gescheitert; inzwischen aber hat sich dort eine starke Anti-Raucher-Kampagne etabliert, die offenbar mehr Erfolge zeigt.
Vermutlich sind die meisten Projekte von den Eltern begeistert aufgenommen worden. Aber wie kommen die Aktionen bei den Jugendlichen selbst an? Gilt vernünftiges körper- und gesundheitsbezogenes Verhalten nicht als "uncool"?
Es ist schwierig, Jugendliche aufzuklären, wenn ihre Risikowahrnehmung nur sehr gering ausgeprägt ist. Dazu kommt noch der Einfluss der Gleichaltrigengruppe. Deswegen wird mit dem partizipatorischen Ansatz versucht, die Jugendlichen frühzeitig in die Planung der Programme mit einzubeziehen. Zum Teil werden sie auch als MultiplikatorInnen für den Einsatz in Peer-Groups geschult.
Aber schauen Sie sich viele der Eltern an: In der Schule wird das Kind gegen Rauchen und Alkohol sensibilisiert und zu Hause steht dann der Kasten Bier im Kühlschrank und der Wein im Keller und es liegen Zigarren, Pfeifen oder Zigaretten mehr oder weniger offen im Haushalt herum.
Ihre Untersuchung hat gezeigt, dass es in den einzelnen Ländern wenig nationale, dafür umso mehr regionale oder lokal angelegte Projekte gibt. Wenn die EU Länder selbst so kleinteilig arbeiten, welche Erfolgsaussichten haben dann länderübergreifende Aktionen?
Die Projekte werden manchmal von oben - von der staatlichen Ebene - und manchmal von unten -von der lokalen Ebene - aus initiiert. Das kann sehr unterschiedlich sein. Dennoch gibt es in einigen Ländern (wie z.B. Frankreich und Deutschland) keinen nationalen Aktionsplan zur Gesundheitsförderung von Jugendlichen. Andererseits entstehen Projekte oftmals im kommunalen Kontext.
Was wünschen Sie sich von Seiten der zuständigen PolitikerInnen?
· Eine bessere Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen im geplanten (deutschen) Präventionsgesetz,
· mehr Aufmerksamkeit für die gesundheitlichen Probleme und Risikobereiche von männlichen versus weiblichen Jugendlichen,
· mehr Berücksichtigung von sozialen und emotionalen Problemen im Kontext der gesundheitlichen Risiken,
· den politischen Willen, langfristiger in die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen zu investieren und ausreichende Mittel für die Qualitätssicherung zur Verfügung zu stellen.
Das Projekt hatte ja nur eine knappe Laufzeit von 18 Monaten, sehr wenig Zeit für die Fülle der Aufgabenstellungen. Was passiert jetzt mit den gesammelten Informationen? Wie werden die Ergebnisse einer breiteren Fachöffentlichkeit bekannt und verfügbar gemacht?
Zunächst geht unser englischer Abschlußbericht samt den einzelnen Länderberichten an die auftraggebende EU-Kommission, d.h. die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz. Diese wird die Ergebnisse evaluieren und gegebenenfalls in Empfehlungen und weitere Maßnahmen umsetzen. Darüber hinaus haben wir geplant, die Ergebnisse unseres Projekts über die verschiedenen Landesvertretungen der EU bekannt zu machen und zugleich um Unterstützung bei den relevanten nationalen Institutionen (in Deutschland der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) nachzusuchen. Die Ergebnisse sollen zudem der breiten europäischen Öffentlichkeit (Fachleuten, PolitikerInnen, JournalistInnen, Bürgern und Jugendlichen) über unterschiedliche, gruppenbezogene Publikationen bekannt gemacht werden.
Herr Hackauf, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Dr. Horst Hackauf ist Diplomsoziologe. Er hat an den Universitäten Frankfurt am Main und Bremen studiert und zum Thema "Lebenslauf und Sozialpolitik" promoviert. Der Spezialist für Gesundheitsforschung ist seit 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Jugendinstitut, München. Er ist DJI-Koordinator für das gerade abgeschlossene EU-Projekt "Informations- und Kommunikationsnetzwerk über gesundheitsbezogene Präventionsprojekte für Jugendliche in der Europäischen Union"; ein Anschlussprojekt zum "Report on the state of young people's health in the European Union", der im Jahr 2000 abgeschlossen wurde.
Blick von Außen Prof. Dr. Lynne Chisholm
europäisches Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des DJI Neue Herausforderungen für die jugend- und familien-soziologische Forschung im Europa des 21. Jahrhunderts
Neben der Umgestaltung des sozialen Lebenslaufs, der bei den kommenden Generationen nie mehr so gradlinig verlaufen wird wie bei den vorhergehenden, sind zwei Faktoren für die Zukunft der Jugend und Familien von einschneidender Bedeutung:
1. Die Folgen alternder Gesellschaften
Das demografische Bild ist inzwischen hinreichend bekannt. Heute summieren sich die unter 25-jährigen zu knapp unter 30% der Gesamtbevölkerung der Europäischen Union. Die Durchschnittsgeburtsquote erreichte ihre vorläufige Talsohle Mitte der 1990-er Jahre, aber sie bewegt sich (mit 1,45) immer noch unter dem regulären demographischen Reproduktionsniveau, und in keinem der 15 Mitgliedsstaaten wird dieses Niveau überschritten. Das Bild für die (demnächst beitretenden) Staaten Mittel- und Osteuropas ist ähnlich, obwohl die höhere Sterblichkeitsquote den demographischen Alterungsprozess noch etwas verzögert. In diesen Ländern fielen die Geburtenzahlen Anfang der 1990-er Jahre (analog zur vormaligen DDR, den "neuen Bundesländern" der Bundesrepublik Deutschland) aufgrund der staatlichen und wirtschaftlichen Umbrüche sehr stark ab.
In den kommenden zwei Jahrzehnten - die Einwanderung nicht mitgerechnet - wird die EU-Bevölkerungsentwicklung in den Negativbereich gleiten und nur in Irland und Luxemburg noch wachsen. Die EU-Binnenmigration hat sich - trotz der gegenteiligen Medienmeldungen - im Vergleich zu den 1970-er Jahren etwas verlangsamt und steigt auch nur langsam an. Nur in Irland und in Griechenland ist es vergleichsweise wahrscheinlich, dass junge ArbeitsmigrantInnen (unter 25 Jahren) aus den anderen EU-Staaten stammen statt von Ländern außerhalb der EU. Die Einwanderung aus außereuropäischen Ländern wird zum wichtigsten Bestimmungsfaktor der demografischen Entwicklung Europas werden. Es stellt sich daher die Frage, wie lange es noch dauert, bis die Gesamtbevölkerungszahl in EU-Europa absolut zu sinken beginnt.
Mindestens drei Folgen sind für die Jugend zu erwarten:
Jüngere Generationen in Europa werden kulturell, ethnisch und linguistisch noch vielfältiger werden als sie es heute schon sind
Manche Staaten (wie Finnland und Irland) mutieren zum ersten Mal in der Moderne zu multikulturellen Gesellschaften. Andere, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, werden eine neue Multikulturalität erfahren, die über die traditionellen national-kulturellen Minderheiten hinausgeht. Alle Staaten werden zunehmend kosmopolitisch, vor allem in städtischen Regionen - die gerade junge Menschen, die auf der Suche nach Qualifikation und Arbeit sind, überproportional anziehen. Eine spezifische Kluft zwischen den Generationen könnte hierdurch entstehen, da die Jüngeren deutlich multikultureller und kosmopolitischer als die Älteren sein werden.
Zahlenmäßig werden jüngere Jahrgänge zu einer relativ schwachen Kraft in den repräsentativen Demokratien Europas
Die strategische Bedeutung jüngerer Wähler ist schon heute grundsätzlich schwächer als die der Älteren: Sie erhalten das Wahlrecht erst mit 18+ Jahren, ihre Wahlbeteiligung ist normalerweise niedriger, sie sind weniger finanzkräftig und unterhalten seltener Familienhaushalte, sie sind nicht in die politischen Einflusskanäle integriert. Das absehbare geringere Stimmpotential wird insgesamt ihr Gewicht noch mehr schwächen.
Umgekehrte Folgen wären nur dann denkbar, wenn die jungen Menschen eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung zugeschrieben bekämen, die sie zu "Raritäten" aufwerten und ihre natürlichen Merkmale (als Innovationsträger) als besonders nützlich einschätzen würde.
Soziale Ungleichheiten bei der Verteilung von ökonomischen Ressourcen zwischen den Generationen verschärfen sich
Dieser Trend hat schon längst eingesetzt. Im westlichen Europa kehrte sich spätestens Ende der 1980-er Jahre die bisherige Entwicklung hin zur kontinuierlichen Steigerung der Einkommens- und Konsumkraft der jeweils nachfolgenden Generation um. Bei Beschäftigungschancen bzw. Arbeitslosigkeitsrisiken verhält es sich ähnlich. Die Situation in Mittel- und Osteuropa ist im Verlauf der 1990-er Jahre in dieser Hinsicht nahezu grotesk geworden.
Die volle und partielle ökonomische Abhängigkeit junger Erwachsener von ihren Eltern - mit all den Konsequenzen für Lebens- und Wohnverhältnisse - erzeugt ein zunehmendes Ungleichgewicht im Spiel des Gebens und Nehmens zwischen den Generationen. Dies gilt im Einzelfall sowie auch unter kollektiven Aspekten, und zwar auf widersprüchliche Weise: Individuell vermehren sich Finanztransfers der Eltern an ihre (erwachsenen) Kinder, kollektiv müssen die Jüngeren tiefer in die "Steuertasche" greifen, um gesellschaftliche Finanztransfers an die älteren Generationen zu garantieren. Gleichzeitig öffnet sich die Schere des Ressourcenzugangs zwischen den Mitgliedern der jeweiligen Altersgruppen: einer ohnehin bestehenden Polarisierung von Lebenschancen wird noch mehr Vorschub geleistet.
In Anbetracht der handfesten ökonomischen und der (realen und gefühlten) politischen Benachteiligung jüngerer Altersgruppen im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte ist es dennoch bemerkenswert, dass keine gravierende Kluft zwischen den Generationen aufgebrochen ist. Die Gründe mögen gerade in der Gleichzeitigkeit der Verschärfung von Ungleichheiten innerhalb der Jugend zu finden sein: Ihre Lebenschancen und Lebensstile sind höchst ausdifferenziert, womöglich mehr denn je zuvor. Gemeinsamkeiten, die sich zur Herausbildung eines Generationsgefühls und -handelns verdichten ließen, sind nicht greifbar. Es kommt hinzu, dass alle Studienergebnisse die wichtige und positive Rolle der Familie als des zentralen emotionalen und sozialen Bezugspunkt für Jugendliche in allen Ländern Europas unterstreichen. Die Pluralisierung von Familien- und Haushaltsformen ändert daran wenig - viel eher ist das Fehlen eines solchen Bezugspunkts, ungeachtet seiner Zusammensetzung, mit einer hochgradigen Vulnerabilität in der Jugendphase und im Übergang zum Erwachsenenleben in Verbindung zu bringen.
2. Die Folgen der Wissensgesellschaft
Solange Wissensgesellschaften nicht grundsätzlich verteufelt werden (weil sie mit der Globalisierung und "Turbo-Marktwirtschaft" parallel laufen), können sich tendenziell manche Vorteile für Europas Jugend heraus kristallisieren. Denn in solchen Gesellschaften genießen die Flexibilitäten und Anpassungsfähigkeiten Jugendlicher einen hohen Stellenwert. Die Kompetenzen, die eine komplexe, multikulturelle, hoch technologisierte Umwelt erfordert, sind äußerst gefragt. Die immanenten Qualitäten junger Menschen verleihen ihnen somit Vorteile.
Mindestens drei Folgen lassen sich daraus für die Jugend ableiten:
Die Gestaltung von Lernsystemen und Lernprozessen wird offener und damit chancenreicher
Aktives Wissen und Handlungskompetenzen werden sich häufiger erneuern - und zwar bei weit mehr Menschen als früher. Die erste Moderne schuf Bildungssysteme mit Kindern und Jugendlichen im staatlichen Betreuungsblick, die nach diesem ausgereiften Modell spezifische Lernbedürfnisse haben, ein einmaliges Lernpotential besitzen und sich ausschließlich mit dem Lernen als "Vorbereitung auf das Leben" beschäftigen sollen. Junge Menschen stellen zwar die Hauptquelle der gesellschaftlichen Innovationen dar, aber sie sollten sich legitimierte Informationen und relevantes Wissen samt den zugehörigen Verhaltensweisen kontrolliert und durch Erwachsene vermittelt aneignen.
In der zweiten Moderne wird dieses Modell als "Auslaufmodell" der Bildung betrachtet - nicht lediglich aufgrund der Unmöglichkeit, den Zugang zu (auch irreführender) Information und die Aneignung von Wissen zu beherrschen bzw. zu filtern. Offene und flexible Gesellschaften, zumindest im Prinzip von aktiven und eigenständig denkenden BürgerInnen bevölkert, die kontinuierlichen Wandel in der Lebens- und Arbeitsgestaltung meistern - brauchen ein anderes Bildungskonzept und ein anderes Sozialisationsmodell. Sie brauchen lebensbegleitendes und vielfältiges Lernen, das in einer symmetrischen pädagogischen Zusammenarbeit verankert ist. Die Chronologie und die Hierarchie von Lehren und Lernen werden - wenn auch recht langsam - Schritt für Schritt ersetzt, weil sie in ihrer heutigen Form einfach weniger zeitgemäß sind. Solange es nicht an Beratung und Unterstützung fehlt, kann diese Entwicklung als positive Freisetzung für Jugendliche gelten - insbesondere für diejenigen, die im bestehenden Bildungssystem nicht erfolgreich sind.
Beschäftigungssysteme werden flexibler und damit risikoreicher
Angesichts der demographischen Entwicklung müssten junge Europäer und Europäerinnen in den kommenden Jahrzehnten eigentlich zu begehrten Arbeitsmarktressourcen werden. Aber es gibt keine Garantie dafür, dass sich deren erstmalige Übergänge in den Arbeitsmarkt erleichtern werden. Die Arbeitslosigkeit in Europa - nicht zuletzt unter jungen Menschen und in bestimmten EU-Regionen sowie fast überall in Mittel- und Osteuropa höchst besorgniserregend - hält sich hartnäckig auf hohem Niveau, und gleichzeitig gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen sozialen Gruppen, Berufssparten, Regionen und Staaten.
(Früh)RentnerInnen werden zu einer begehrten Quelle für flexible Arbeitskräfte, die keine Sozialabgaben verursachen und für Teilzeitjobs punktuell zur Verfügung stehen. Die Flexibilisierung der Beschäftigungsverhältnisse schreitet voran, und die jungen Menschen sind notwendig oder sinnvoller weise unter den Vorreitern.
Arbeitgeber sind weiterhin dazu geneigt, junge Beschäftigte vornehmlich als Kostenfaktor zu verbuchen, mit dem Argument, dass deren Ausbildungsinvestitionen sich selten (kurz- oder langfristig) für den Betrieb auszahlen. Denkbar wäre die Verallgemeinerung von Praktikums- oder Volontariatsstellen als Zwischenstufe der Integration in den Arbeitsmarkt. Solche praktischen, arbeitserfahrungsbezogenen Qualifikationen könnten zu Pflichtelementen des Lebenslaufs werden. Jungen Menschen wäre es auferlegt, eine niedrige oder gar keine Vergütung im Austausch für den (Teil)Ausbildungszugang zu akzeptieren und somit zu der Privatisierung der Bildungsteilnahmekosten beizutragen - politisch betrachtet: Investition in Humanressourcen, Finanzierung des lebenslangen Lernens aus privater Hand, wie zur Zeit auf breiter Front - doch nicht unumstritten - gefordert.
Als eher positiv kann der Vorteil jüngerer Generationen bei den "eSkills" gelten - zumindest im Verlauf der nächsten zwanzig Jahre, denn danach werden ebenfalls die bis dann gealterten Jahrgänge in den neuen Technologien bewandert sein. Die Jugend-Eurobarometer Umfrage von 2001 berichtet, dass nicht weniger als 94% der 15- bis 24-jährigen EU-BürgerInnen mindestens ein ICT-Medium einmal in der Woche benutzen. Am ehesten benutzen sie Mobiltelefone (80%), aber immerhin 37% gehen auch ins Internet. Vier Jahre zuvor gab über die Hälfte dieser Altersgruppe noch zu Protokoll, dass sie keine ICT-Medien benutzten, und nur 7% surften mindestens einmal in der Woche im Internet. Die regelmäßige Benutzung eines Personalcomputers stieg in der fraglichen Altersgruppe zwischen 1997 und 2001 von 43% auf 56%. Inzwischen kann sicherlich von einer weiteren Steigerung der Teilnahmequoten ausgegangen werden - doch diese wird kaum durch eine verbesserte Ausstattung in Europas Schulen verwirklicht worden sein, ungeachtet der hierzu aufrufenden europäischen Aktionsprogramme.
Die Konkurrenz zwischen jungen Menschen wird sich verschärfen und soziale Schieflagen in komplexer Weise verstärken
Die sogenannte "digitale Kluft" in der zweiten Moderne ist beeindruckend, ob man die Unterschiede nach Bildungsgrad, Region/Staat, sozialer und kultureller Herkunft oder auch nach Geschlechtszugehörigkeit betrachtet. Innerhalb der EU (nach Mitgliedsstaaten) und zwischen den Geschlechtern haben sich die Disparitäten in den letzten vier Jahren erstaunlicher weise nicht verringert - trotz der überall zu verzeichnenden absoluten Steigerung bei der Nutzung von ICT-Medien unter Jugendlichen. In den Niederlanden verwenden z.B. 75% der 15-24-jährigen Internet und E-Mail, in Griechenland lediglich 20%. Außerdem sind über die Hälfte der jungen männlichen Europäer regelmäßige ICT-Nutzer, aber nur ein Drittel der jungen weiblichen Europäer.
Dennoch sind junge Frauen in Europa keineswegs durchgehend im Nachteil. Sie sind in vielen Bereichen sogar die Vorreiterinnen des Wandels: Sie sind sozialpolitisch offener und flexibler, sie sind beim Problemlösungsverhalten und in der Teamarbeit kompetenter - ob in der Familie oder am Arbeitsplatz, und sie sind im meist erfolgreicher im staatlichen Bildungsbereich (aber nicht in der Umsetzung ihrer Kompetenz und Qualifikation in der Arbeitswelt). Zudem sind sie immer weniger bereit, die einseitige Doppelbelastung im Berufsleben und im Haushalt auf sich zu nehmen. Dies alles schlägt sich eindeutig in absoluten und alterspezifischen Geburtenquoten nieder, die inzwischen als eines der sensibelsten Barometer für die Adäquatheit der Sozialpolitik gelten müssen. Die Umgestaltung der Geschlechterverhältnisse ist daher eine der spannendsten Fragen der Jugendforschung der kommenden Jahre.
Auf andere Weise könnte sich dieses vielschichtige Bild der Gleichzeitigkeit von Vorteilen und Nachteilen regional wiederholen. Am extremsten zeichnet sich dies am Beispiel der CIS-Staaten (der neuen unabhängigen Staaten Osteuropas, früher Sowjetrepubliken) ab, in deren Ländern aufgrund der Informationsknappheit die Unwägbarkeiten der Prognosen am ausgeprägtesten ist. Positive Entwicklungen vorausgesetzt, wäre eine Art "Südostasien-Phänomen" denkbar, wobei die jüngeren Generationen den rapide wachsenden Graben zwischen Tradition und Modernität schnell überspringen könnten, um sich einen hoch technologisierten, "hybriden" Lebensstil anzueignen und als kulturelle Verbindungsglieder zu älteren Generationen zu fungieren. Negative Entwicklungen brächten stattdessen stark polarisierte und von grassierender (moderner) Armut gekennzeichnete Gesellschaften mit sich, wovor die Jugend so schnell wie möglich gen Westen flüchten würde.
Im westlichen Europa wird eine kontrollierte Einwanderung sicherlich akzeptiert werden, um der negativen demographischen Entwicklung entgegenzuwirken.Junge Erwachsene zwischen 25 und 40 Jahren werden - wie früher auch - bevorzugt. Es könnte dadurch ein kosmopolitisches, offenes Europa der BürgerInnen verstärkt befördert werden - aber nicht weniger ein Europa, das zugleich hoffnungslos ausgegrenzte Gruppen hervorbringt. Diese werden nicht nur aus benachteiligten Einwanderern bestehen, sondern ebenfalls aus Menschen, die am Rande der Wissensgesellschaft zurückgelassen werden, weil sie den hochgeschraubten, wettbewerbsintensiven Anforderungen der Bildungs- und Arbeitswelt nicht gewachsen sind, bzw. abseits der "Vorreiter-Regionen" aufgewachsen sind. Solche Jugendliche, denen Risiken ohne Chancen aufgebürdet werden, könnten sehr wohl meinen, es gäbe nichts mehr zu gewinnen und somit auch nichts zu verlieren.
Die Mehrzahl der Jugendlichen wird sich aber nicht in solchen Extremsituationen befinden, und die Zukunft Europas im beginnenden 21. Jahrhundert verdient keine Schwarzseherei. Zum Schluss möchte ich gleichwohl auf eine Möglichkeit hinweisen, die nachdenklich stimmt. Ich vermute, dass junge Menschen generell unter mehr Druck geraten, weil sie zum allgemeinen Anziehungsfaktor werden. Immer mehr ältere Menschen - in der Familie und am Arbeitsplatz - kümmern sich um das Heranziehen von fein abgestimmten "Humanressourcen" und gut gebildeten Persönlichkeiten. In dem "cascade model" der beruflichen Fortbildung verbreiten nämlich wenige Menschen das Wissen, das sie sich angeeignet haben, Schritt für Schritt von oben an die Basis der Gesellschaft weiter. In den kommenden Jahrzehnten werden im umgekehrten "funnel model" allerdings immer mehr ältere Menschen die Fülle ihres angesammelten Wissens an wenige junge Menschen weitergeben wollen. Glücklicherweise ist das menschliche Potenzial unendlich aufnahmefähig und formbar. Nur kann man sich zu Recht fragen, ob sich eine schöne und sinnvolle Jugendzeit in einem "Dampfkocher"gut verbringen lässt.
Prof. Dr. Lynne Chisholm, geboren 1952 in Großbritannien, ist Soziologin und Hochschullehrerin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der vergleichenden und interkulturellen allgemeinen und beruflichen Bildung, Jugendforschung und Bildungs- und Jugendpolitik. Ihre wissenschaftliche Laufbahn in Forschung und Lehre führte sie von Sheffield/GB, über Victoria/Kanada, Ulster/Nordirland, London/GB, Bremen/D, Marburg/D, Vancouver/Kanada, Newcastle/GB und Kopenhagen/DK jüngst nach Innsbruck/A.Von 1998 bis 2002 war sie Präsidentin des Forschungskomitees 34 (Jugendsoziologie) der Internationalen Soziologenvereinigung (ISA); ab 1996 Fachreferentin bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Seit 2001 ist sie beratende Expertin beim Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) in Thessaloniki/GR. Seit 2004 hat Lynne Chisholm eine ordentliche Professur für Erziehungswissenschaften der Generationen an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Österreich, inne.
Literatur 1. Fachzeitschriften - eine Auswahl
AGORA - Débats jeunesses
Institut de la Jeunesse et des Sports (INJEP) (Marly le Roi) bei Editions L ´Harmattan, Paris
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Analise Social
Instituto de Ciencias Sociais da Universidade de Lisboa/Portugal
Child Development
Society for Research in Child Development
Malden/USA, Oxford/UK
Childhood. A global Journal of child research.
London/UK: Sage
The European Journal of Women's Studies
London/UK: Sage
(with support of WISE - Women's International Studies Europe)
European Sociological Review
ed. by Peter Hans Blossfeld, Bamberg/D)
Forum 21 - European Journal on Youth Policy/ Revue Européenne de politique de jeunesse/ Europäische Zeitschrift für Jugendpolitik
IJAB (D)/ INJEP (F) und NYA (UK); gefördert von EU-Kommission, Europa Rat, Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Ministère francais de la jeunesse, de l´education nationale et de la recherche und Department for Education and Skills of the UK
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Infancia y Sociedad. Revista de Estudios
Ministerio de Asuntos Sociales Centro de Publicaciones/ Centro de Estudios del Menor y la Familia. Dirección general del Menor y la Familia. Madrid,
Jeugd en Samenleving (Youth and society).
Stiftung "Jeugd en Samenleving"
P.O. Box 1206, 3800 BE Amersfoort, The Netherlands
Journal of Education Policy.
Stephen J. Ball, Karl Mannheim, Institute of Education, University of London, UK & Ivor Goodson University of East Anglia, UK; Managing editors
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Journal of Youth Studies
Andy Furlong, Department of Sociology, University of Glasgow, UK
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Prospects quarterly. Review of comparative education
UNESCO- International Bureau of Education
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Revista de Estudios DE JUVENTUD
Ministerio de Asuntos Sociales Centro de Publicaciones/ Spanischen Jugendinstitut (INJUVE).
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Email: publicaciones mtas.es
Young. Nordic Journal of Youth Research
Carfax Publishing Company, Stockholm
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2. Artikel aus Forschungszusammenhängen des DJI
René Bendit, Wolfgang Gaiser: Europa und sein Nachwuchs.Einführung in das Thema.
In: DISKURS 2/92, München, S.2-10 Diskurs 2/92
Christian Alt, Gerhard Beisenherz: Internationale Forschung zu Lebenslagen von Kindern - DJI-Workshop "Methods and Techniques in Child Research in International Comparisons". In: DJI Bulletin 63/2003
René Bendit: Jugend und Jugendpolitik in Europa. In: Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendgerichtshilfe in der DVJJ (Hrsg.): Mitwirkung der Jugendhilfe in Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz - Vom Wort zur Tat. Dokumentation des 5. Bundeskongresses der Jugendgerichtshilfe DVJJ-Extra 6. DVJJ-Eigenverlag, Hannover 2004
René Bendit/Kerstin Hein: Jugendliche in Europa auf dem Weg in die Selbstständigkeit. In: DJI Bulletin 63/2003
René Bendit/Dermot Stokes: ´Disadvantage´: Transition Policies between social construction and the needs of vulnerable youth. In: Andreu López Blasco/ Wallace Mc Neish and Andreas Walther (Eds.): Young People and Contradictions of Inclusion. Towards Integrated Transition Policies in Europe. The Policy Press University of Bristol, Dec. 2003
René Bendit in Zusammenarbeit mit Olivier Galland, Giancarlo Gasperoni, Antonio Schizzerotto, Claire Wallace: Jugend und Jugendpolitik in Europa. Ergebnisse und Empfehlungen aus dem ersten europäischen Jugendbericht. In : Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.) : Das Forschungsjahr 2001. München, 2002, S. 30-57
Manuela du Bois-Reymond/Sibylle Hübner-Funk: Youth and Europe. Trends and Challenges. In: CYRCE (Ed.): Intercultural Reconstruction. European Yearbook on Youth Policy and Research Vol. 2. Berlin / New York 1999, S. 3-13
Wolfgang Gaiser/Martina Gille/Winfried Krüger/Johann de Rijke: Youth and Democracy in Germany. In: Journal of Youth Studies. Vol. 6, No. 3, September 2003
Bernd Holthusen/Heiner Schäfer: Sicherheitsrisiko Jugend oder Youth at Risk - Jugendpolitische Strategien in der Kriminalitätsprävention in Europa. In: DJI Bulletin 63/2003
Barbara Keddi/Patricia Pfeil/Petra Strehmel/Svendy Wittmann: Beyond Typical Life-Plans. Young Women's Themes of Life in East and West Germany. In: Eva Kolinsky, Hildegard Maria Nickel (Eds.): Reinventing Gender. Women in Eastern Germany since Unification. London, Portland 2003, S. 190-208
Alex Stevens/Ben Gladstone (Ed.); Tapio Kuure (Finland), Frank Braun, Mareike Schmidt, Birgit Reissig (Germany), Susi Downey (UK) (Contributors): Learning, not Offending. Effective interventions to tackle youth transition to crime in Europe. RPS Rainer, Westerham, Kent, December 2002
Claus J. Tully: Youth in motion: Communicative and mobile. A commentary from the perspective of youth sociology. In: YOUNG, Nordic Journal of Youth Research, 10. Jg., 2/2002, S. 19-43
Claus J. Tully: The Role of the Internet for Young and Elderly People. 6. Konferenz der europäischen Gesellschaft für Soziologie, Murcia/Spanien, 23.-26.9.2003. In: DJI Bulletin 64/2003
Klaus Wahl: Development of Xenophobia and Aggression. In: International Journal of Comparative and Applied Criminal Justice, 26. Jg., 2/2002, S. 247-256
Claire Wallace: Perspektiven der Jugendforschung im neuen Europa. In: DISKURS 1/2003, München, S. 22-33
3. Bücher und Berichte aus Forschungszusammenhängen des DJI
René Bendit/Kerstin Hein: Families and Transitions. European Report. München 2002
René Bendit/Wolfgang Erler/Sima Nieborg/Heiner Schäfer (Hrsg.): Kinder- und Jugendkriminalität. Strategien der Prävention und Intervention in Deutschland und den Niederlanden. Beiträge aus Politik, Wissenschaft und Praxis. Leske + Budrich. Opladen, 2000
René Bendit/Wolfgang Erler/Sima Nieborg/Heiner Schäfer (Eds.):Child and Juvenile Delinquency. Strategies of Prevention and Intervention in Germany and the Netherlands. Verwey - Jonker Instittuut, Kromme Nieuwegracht 6,3512 HG Utrecht.
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René Bendit/ Wolfgang Gaiser/ Jan H. Marbach (Eds.): Youth Housing in Germany and the European Union. Data and Trends on Housing: Biographical, Social and Political Aspects. Leske + Budrich. Opladen, 1999
Andy Biggart/David Cairns/José Pais/Lia Pappámikail/René Bendit/Kerstin Hein: Families and Transitions in Europe: Survey Report of Young Adults in Education and Training Institutions. University of Ulster, Social Sciences, June 2003 (HPSE - CT 2001- 00079)
Lynne Chisholm/Siyka Kovacheva: Exploring the European Youth Mosaic. The social situation of young people in Europe. Council of Europe. Straßburg 2002
Commission of the European Communities (Hrsg.): European Commission White Paper. A New Impetus for European Youth. Brüssel 2001
CYRCE (Circle for Youth Research Cooperation in Europe) (Hrsg.): Intercultural Reconstruction. European Yearbook on Youth Policy and Research Vol. 2. Berlin / New York 1999
German Youth Institute (Ed.): Research in Progress. Selected studies of the German Youth Institute. Munich 2004 (erscheint in Kürze)
German Youth Institute (Ed.): Growing up in Germany. Living conditions, problems and solutions. Research and Development at the German Youth Institute. Munich 2002
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IARD (Hg.): Study on the State of Young People and Youth Policy in Europe. Report to the European Commission, DG Education and Culture. Mailand 2001
Carlos Collado Seidel/Andreas König/Eva. R. de Bendit/René Bendit u. a.: Spanien mitten in Europa. Zum Verständnis der spanischen Gesellschaft, Kultur und Identität. IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. Frankfurt a. M. und London, 2002
Claire Wallace/Siyka Kovacheva: Youth in Society. The construction and deconstruction of youth in East and West Europe. London 1998
CYRCE (Circle for Youth Research Cooperation in Europe) (Hrsg.): The Puzzle of Integration. European Yearbook on Youth Policy and Research Vol. 1. Berlin / New York 1995
Abgeschlossene EU-Projekte mit Beteiligung des DJI PISA - L
(2002)
Abteilung im DJI: Forschungsschwerpunkt
I - Übergänge in Arbeit
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Frank Braun, Tilly Lex
Learning Not Offending
(2002)
Abteilung im DJI: Forschungsschwerpunkt
I - Übergänge in Arbeit
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Frank Braun, Birgit Reißig, Mareike Schmidt
Publikation
Study on the State of Young People and Youth Policy in Europe
(2000-2001)
Abteilung im DJI: Wissenschaftliches
Referat beim Vorstand
Beteiligte WissenschaftlerInnenInnen des DJI: René Bendit
Publikation
Familienkompetenzen als Potenzial einer innovativen Personalpolitik - Programm zur Förderung der Chancengleichheit
(1999-2001)
Abteilung im DJI: Familie und Familienpolitik
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Wolfgang Erler
Publikation
Misleading Trajectories: Evaluation of Integration Policies for Young Adults in Europe
(1998-2001)
Abteilung im DJI: Wissenschaftliches
Referat beim Vorstand
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: René Bendit, Kerstin Hein
Publikation
Innovation, Flexibility, Training and Education: link with the family situation
(1998-2000)
Abteilung im DJI: abteilungsübergreifend
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Walter Bien, Peter Bischoff, Lothar Lappe, Rudolph Pettinger
Raising the Quality of Learning Beyond the Classroom
(1998-1999)
Abteilung im DJI: Kinder und Kinderbetreuung
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Jens Lipski, Doris Kellermann
Publikation
Rural Young People in Changing Europe RYPE
(1997-2000)
Abteilung im DJI: Social Monitoring
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Walter Bien, Lothar Lappe
Publikation
Zum Gesundheitsstatus Jugendlicher in der Europäischen Gemeinschaft
(1997-1998)
Abteilung im DJI: Wissenschaftliches
Referat beim Vorstand
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Horst Hackauf, Gerda Winzen
Information
Mentoring für Frauen
(1996-2000)
Abteilung im DJI: Geschlechterforschung
und Frauenpolitik
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Nadja
Tschirner, Simone Schönfeld, Irene Hofmann-Lun
Information
Publikation
Youth Housing and Exclusion
(1996-1999)
Abteilung im DJI: abteilungsübergreifend
Beteiligte WissenschaftlerInnen des DJI: Rene Bendit, Wolfgang Gaiser, Jan Marbach
Information